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Feinschliff statt Neubau

Version 2.6.1 der Desktop-Umgebung Gnome

Ungehinderter Zugang

Besonderes Augenmerk legt der Gnome-Desktop darauf, Benutzer mit phyischen Behinderungen möglichst wenig einzuschränken. Dieser "Accessibility"-Aspekt gewinnt in der neuen Version wertvolle Verbesserungen.

Über das neue Applet Barrierefreiheit oder den Punkt Tastatur in den Einstellungen zur Barrierefreiheit gelangt man ins Dialogfenster zur Konfiguration entsprechender Hilfsmittel. Hier findet man das Feature Klebende Tasten, das das Drücken von Tastenkombinationen mit einer Hand vereinfacht: Drückt man eine Funktionstaste wie [Strg] interpretiert Gnome den anschließenden Druck einer weiteren Taste als Kombination: Aus [Strg] gefolgt von [a] wird [Strg-a].

Im Reiter Filter gibt es die Möglichkeit, Tasten zu ignorieren, wenn ein Benutzer sie nur sehr kurz betätigt oder zu schnell mehrfach hintereinander gedrückte Tasten nur ein Mal zu registrieren.

Wer die Funktionen einer Maus durch die Tastatur ersetzen möchte, aktiviert unter Maustasten die Tastaturmaus: So lässt sich der Maus-Cursor über die Pfeiltasten im Ziffernblock bewegen. Über die Taste [0/Einfügen] erfolgt ein Klick; die gewünschte Maustaste legt man über die Tasten [/],[*] und [-] im Ziffernblock fest.

Abbildung 4: Die Barrierefreiheit vermeidet Einschränkungen durch Behinderungen.

Umgekehrt zur Maustastenfunktion arbeitet das neue Werkzeug Dasher: Es stellt die Buchstaben als Vierecke in verschiedenen Farben dar, die man mit der Maus anvisiert. Der Mittelpunkt des Fensters folgt dem Cursor und wenn er eine Buchstabenfläche erreicht hat, fügt Dasher den Buchstaben zum Text hinzu. Fährt man mit der Maus wieder zurück, löscht es ihn wieder. So lassen sich Texte schreiben, indem man bei frei wählbarer Geschwindigkeit durch die farbigen Vierecke navigiert

Dasher lässt sich auf verschiedene Sprachen einstellen, dann stellt es Buchstaben, die in der gewählten Sprache häufig auf den vorigen folgen größer da als seltenere Nachfolger. Eigene Texte lassen sich importieren, um Dasher weitere Buchstabenkombinationen beizubringen, dies vereinfacht das Schreiben gängiger Wörter ungemein.

Auch Sonder- und Leerzeichen findet man in Dasher, so dass sich damit ganze Sätze mit etwas Übung ebenso schnell wie mit der Tastatur schreiben lassen. Nach Abschluss kopiert man sie in eine andere Anwendung – ob Terminal-Fenster oder Textverarbeitung spielt keine Rolle.

Abbildung 5: Dasher ersetzt die Tastatur durch die Maus.

Öffentlichkeit

An Betreiber großen Personenkreisen zugänglicher Desktop-PCs wie in Internet-Cafes dachten die Gnome-Programmierer bei der neuen Möglichkeit, bestimmte Funktionen zu deaktivieren. Dies geschieht durch direkten Eingriff in die XML-Datei zur Gnome-Konfiguration mit dem Programm gconf-editor im Menü unter SystemwerkzeugeKonfigurationseditor.

Hier verbietet man Anwendern, den Bildschirm zu sperren oder sich auszuloggen über die Einträge apps | panel | global | disable_lock_screen und apps | panel | global | disable_log oder Kommandozeilenbefehle auszuführen über desktop | gnome | lockdown | disable_command_line. Um zu verhindern, dass ein User seinem Gnome-Panel neue Applets hinzufügt oder vorhandene entfernt, dient der Schlüssel apps | panel | global | locked_down.

Damit diese Änderungen wirksam bleiben, verhindert der Systemadministrator mit dem Werkzeug gconftool-2, dass Benutzer sie selbst rückgängig machen [3].

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LinuxUser 06/2012

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