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01.07.2004

Kurz notiert

  • Die zweite internationale OpenOffice-Konferenzfindet vom 22. bis 24. September findet im Berliner Technologiestandort Adlerhof statt. Die Organisatoren rechnen dabei mit bis zu 500 Teilnehmern, zu denen sowohl chinesische Firmen als auch Vertreter des französischen Wirtschaftsministeriums gehören. In Diskussions- und Vortragsreihen sollen neben technischen Themen, die die Entwicklung von OpenOffice betreffen, auch Fragen der Lizenzpolitik sowie des Unternehmenseinsatzes von OpenOffice.org erörtert werden. Deutschsprachigen Teilnehmern steht neben dem offiziellen Tagungsprogramm ein eigenes Forum zum Meinungsaustausch zur Verfügung.
  • Seit Mitte Mai ist die Version 2.6.6des Linux Kernel verfügbar. Außer verschiedenen Fehlerkorrekturen, unter anderem im Bereich der Dateisysteme, enthält diese Version einige neu implementierte Funktionen: Der "Laptop mode" soll etwa den Stromverbrauch auf mobilen Rechnern reduzieren und die weiterentwickelte Stack Protection implementiert einen nicht ausführbaren Stack auf verschiedenen Prozessorarchitekturen.
  • Die Firma Bittenbinder Network GmbH bietet Existenzgründern mit der Ich-AG-CDein Grundgerüst, um Open-Source-Software in der Unternehmensverwaltung einzusetzen. Die CD für 19,90 Euro enthält ein angepasstes Mandrake Linux 10 mit dem Finanzbuchhaltungssystem SQL-Ledger und dem Office-Paket OpenOffice.org. Zusätzlich erhält der Käufer eine Web-Visitenkarte mit Webspace und ein E-Mail-Konto – praktisch alles, was ein Jungunternehmer braucht. Joe's Own Editor Joe's Own Editor, kurz Joe genannt, ist ein kleiner leistungsfähiger Texteditor für die Konsole. Sein Erscheinungsbild und die Bedienung erinnern stark an die frühen Editoren und Textverarbeitungsprogramme für DOS-Rechner, die Tastatur-Steuerbefehle lehnen sich an die von Wordstar und Turbo-C an. Auf Wunsch kann der Anwender aber auch auf eine Emacs-, Pico- oder Vi-Tastatursteuerung umschalten.

Die Stärken des Editors liegen in seiner flexiblen Konfiguration, der Volltextsuche mit regulären Ausdrücken, einer einfachen Installation und der auf Geschwindigkeit optimierten Oberfläche. Somit eignet sich Joe hervorragend für den Remote-Einsatz über langsame Datenstrecken – ab 2400 Baud ist ein flüssiges Arbeiten möglich. Das macht Joe besonders für Modem- oder ältere Terminalverbindungen interessant.

Seit einigen Tagen gibt es jetzt Version 3.0 des 1991 für Unix entwickelten Editors, damit beherrscht Joe neben dem UTF-8-Zeichensatz auch das lang erwartete Syntax-Highlighting für C, Perl, Python, PHP und Shell-Skripte. Joe ist damit eine echte Alternative für alle, die einen leistungsfähigen Konsolen-Editor benötigen, sich aber nicht in Emacs oder Vi einarbeiten wollen.

Abbildung 1: Seit Version 3.0 beherrscht der Konsolen-Editor Joe auch Syntax Highlighting.

Taktvolle Suche mit Findmp3

Das Programm Findmp3 hilft, bestimmte Musikstücke in verschiedenen Unterverzeichnissen zu finden. Der Benutzer kann nach Interpret, Titel, Album, Genre oder Erscheinungsjahr suchen, Findmp3 vergleicht den Suchbegriff dann mit den ID3-Tags der MP3-Dateien. Das Programm unterstützt dabei ID3-Tags Version 1 und 2.

In den Suchbegriffen versteht Findmp3 selbst reguläre Ausdrücke und kann die Suchkriterien logisch miteinander verknüpfen – beispielsweise Titel und Interpret. Schließlich lässt sich das Suchergebnis noch invertieren, so dass alle nicht zur Suchmaske passenden MP3-Dateien inklusive Pfadangabe aufgelistet werden.

In der aktuellen Version 0.4 entfernte der Entwickler Folkert van Heusden die letzten noch verbliebenen C++-Code-Stücke, so dass sich das Suchprogramm nunmehr mit jedem C-Compiler problemlos übersetzen lässt.

Abbildung 2: Die Kommandozeilenparameter von Findmp3 sind an den Find-Befehl angelehnt.

Bidwatcher überwacht automatisch Ebay-Auktionen

Das Programm Bidwatcher hilft, bei Ebay-Auktionen den Überblick zu behalten. Nach Eingabe der Auktionsnummer sortiert das Programm die Auktion entsprechend dem Enddatum in die Liste der zu beobachtenden Versteigerungen ein und informiert den Benutzer per Kontextmenü über den aktuellen Stand der Auktion.

Im Sniper-Modus greift Bidwatcher sogar aktiv ins Geschehen ein, indem er die Auktion bis kurz vor Ablauf passiv beobachtet um dann 15 Sekunden vor Ende ein vorher eingestelltes Höchstgebot abzugeben. Der Zeitpunkt lässt sich beliebig einstellen, um auf unterschiedlich schnelle Internetverbindungen Rücksicht zu nehmen.

Ein weiterer Pluspunkt des Programms sind die von der verbleibenden Gebotszeit abhängigen Aktualisierungs-Zyklen, die wiederum der Benutzer beeinflussen kann. Mehrere Tage vor Auktionsende genügt ein Abgleich zwei bis drei mal am Tag, für die letzten Minuten lässt sich das Aktualisierungs-Intervall dann auf wenige Sekunden verkürzen.

Die aktuelle Version 1.3.15 des Bidwatchers hat nun einen verbesserten Zeitabgleich mit der Ebay-Uhr, außerdem akzeptiert das Programm die verlängerten Ebay-Auktionsnummern.

Abbildung 3: Bidwatcher listet alle Auktionen übersichtlich auf und greift kurz vor Ende selbsttätig ein.

Kein kalter Kaffee: jlGui Music Player

Bei einem Java-basierten Programm denken die wenigsten an einen vollwertigen Media-Player, dabei braucht sich Jlgui keineswegs hinter Programmen wie Xmms oder Zinf zu verstecken.

Das Java-Programm unterstützt die Winamp-Skins 2.0 und erschließt sich damit die ganze Welt der Winamp-Themes, was ein ansprechendes Erscheinungsbild garantiert. Standardmäßig unterstützt Jlgui die Audio-Formate MP3, AU, WAV, AIFF und Ogg Vorbis und kommt auch mit MP3- und Ogg-Audio-Streams zurecht. Seine Installation geht schnell und einfach vonstatten, die Bedienung des Players sowie die Verwaltung der Abspiellisten erfolgt intuitiv.

In der aktuellen Versions 2.3 besitzt Jlgui erstmals einen eingebauten Equalizer, der über vordefinierte Klangschemata für alle gängigen musikalischen Stilrichtungen verfügt. Selbstverständlich kann der Anwender auch ein eigenes Klangschema einstellen oder ein vorgegebenes anpassen.

Ebenfalls neu in Version 2.3 ist das SPEEX-Audioformat sowie eine verbesserte Unterstützung für Shoutcast-Meta-Daten und ID3-Tags. Schon etwas länger gibt es dagegen das jlGui-Applet für den Betrieb von jlGui auf Web-Seiten.

Abbildung 4: Der Java-Player jlGui braucht sich keineswegs hinter Zinf oder XMMS zu verstecken.

Zipdiff vergleicht Zip-Archive

Das Java-Programm Zipdiff vergleicht den Inhalt zweier Zip-Archive, ohne sie vorher auf die Festplatte auszupacken. Dabei kann der Benutzer die Dateien entweder anhand einer Prüfsumme vergleichen oder lediglich den Zeitstempel kontrollieren. Das Ergebnis schreibt Zipdiff auf den Bildschirm oder in eine Datei, wobei das Programm die Formate Plain-Text, HTML und XML unterstützt.

Bei der aktuellen Version 0.2 hat sich der Funktionsumfang im Vergleich zur Vorgängerversion nicht verändert, sondern nur die Auswertung der Kommandozeilenparameter verbessert.

Opcion Font Viewer

Der Opcion Font Viewer zeigt Truetype-Schriftarten an, selbst wenn sie noch nicht installiert sind. Den Beispieltext kann der Benutzer frei ändern und Attribute wie Schriftgröße, Fett, Unterstreichen oder Kursiv anpassen.

Besonders praktisch ist die Favoritenliste, in die der Benutzer häufig benötigte Schriftarten eintragen kann – das erleichtert die spätere Auswahl. Um eine noch nicht installierte Schriftart vorab anzusehen, genügt es, dem Font Viewer das Verzeichnis mit den Schriftdateien einzugeben.

In der aktuellen Version 1.1.1 korrigieren die Entwickler lediglich einen Fehler im Sortieralgorithmus, neue Funktionen sind nicht enthalten. (Uwe Vollbracht/mdo/agr)

Abbildung 5: Opcion hilft bei der Auswahl der richtigen Schriftart und zeigt selbst nicht installierte Schriften an.

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LinuxUser 03/2012

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