News: Distribits

01.07.2004

Kurz notiert

  • Susehat die Live CD der Version 9.1 nachgebessert, nachdem bekannt wurde, dass das System von außen her angreifbar ist. Die CDs, die in den Handel kommen, haben das Sicherheitsproblem nicht mehr. Die FTP-Version von Suse Linux 9.1 soll ab Anfang Juni zum Download bereit stehen. Für Benutzer der Zusatz-CD Suse Linux Wine Rack zu Suse Linux 9.0 stellt über das Yast Online Update einen Patch bereit, der die Nutzung dieser CD unter Suse Linux 9.1 ermöglicht.
  • Sunhat die zweite Version des Sun Java Desktop herausgebracht. Gegenüber der ersten Version wurde vor allem die Zahl der Programme zur Software-Entwicklung erweitert. So enthält eine Vorabversion des Sun Java Studio Standard 5, NetBeans IDE 3.6, die Java 2 Platform und Standard Edition (J2SE) in Version 1.4.2_04 einschließlich Software Development Kit. Die Distribution richtet sich weiterhin vor allem an Umsteiger von Windows. Sun Java Desktop ist direkt beim Hersteller für 50 Euro pro Mitarbeiter und Jahr erhältlich.
  • Die Entwickler der Distribution Oralux haben die erste Alphaversion der Version 0.6 freigegeben. Oralux ist eine Distribution für hörbehinderte Menschen. Die Bedienung erfolgt über ein Menü, das von einer Sprach-Software vorgelesen wird und gesprochene Kommandos entgegen nimmt.
  • Crux ist in Version 2.0 erschienen. Crux ist eine Distribution für Bastler, die sich ein System von Grund auf selbst installieren möchten. Ein richtiges Installationsprogramm existiert nicht; alle Konfigurationsschritte muss der Benutzer von Hand vornehmen. Lohn der Mühe ist ein auf die 686-Prozessorfamilie optimiertes System mit Kernel 2.6.
  • Die österreichische Firma Antitachon hat die Version 18.00 der Distribution SoL(Server Optimized Linux) freigegeben. Neu sind ein mehrsprachiges Installationsprogramm, Kernel 2.6.6, XFree 4.4 und die Verwendung des gcc 3.3. Die Konfiguration des Servers geschieht über XML-Konfigurationsdateien. SoL ist für Prozessoren ab Pentium II optimiert und für den Einsatz als Server gedacht. Zusammen mit der Erweiterung SoL-Desktop eignet sich das System dann auch für den Arbeitsplatz.
  • Die Anleitung Linux From Scratch (LFS) ist in Version 5.1 erschienen. Bei LFS handelt es sich um eine ausführliche Anleitung, wie ein Linux-System von Grund auf aus Quelltexten des Kernels und der Programme erstellt und mit Hilfe der diversen Konfigurationsdateien eingerichtet wird. Aus diesem Grund ist das Dokument auch nicht für Anfänger geeignet.
  • Unter dem Namen VigyaanCD gibt es eine neue Live-Distribution für biochemische Anwendungen. Das System basiert auf Knoppix 3.3 und enthält neben Anwendungen für Biologie, Chemie und Physik Compiler für C/C++ und Fortran. Ein ISO-Image liegt auf der Homepage des Projekts zum Download bereit.
  • Nachdem Red Hatim letzten Jahr erklärt hatte, keine Desktop-Produkte mehr verkaufen zu wollen und stattdessen das Fedora-Projekt unterstützt, gibt es jetzt neue Pläne für ein Desktop-Linux. Die Umgebung enthält Open-Source-Programme für Büroanwendungen, E-Mail und Browser, zur Konfiguration und Ablage der Benutzerdaten setzt Red Hat auf die hauseigenen Server.
  • Debian from Scratch ist ein neues Projekt, das es ermöglicht, ein Debian-System von Grund auf selbst zu bauen, Vorbild ist die Distribution Gentoo. Auf der Projektseite findet sich ein ISO-Image, das als Rettungssystem dienen kann und es gleichzeitig ermöglicht, sowohl Debian Woody als auch Sarge, Sid sowie Sid für AMD64 über das Netz zu installieren.
  • MandrakeSoft bietet seit kurzem das Personalised Solutions and Maintenance Program (PSMP) an. PSMP richtet sich an Unternehmen, Behörden und andere Instituionen, die Komplettlösungen auf Open Source Basis für Software und Support benötigen.Webserver für unterwegsLamppix ist eine kompakte Live-Distribution, die einen Webserver, die Skriptsprache PHP und den Datenbankserver MySQL mitbringt (Abbildung 1). Lamppix eignet sich zur Entwicklung von Skripten und Präsentation fertiger Projekte, die einfach mit auf die CD kopiert werden.

Wie so viele Live-CDs basiert Lamppix auf Knoppix und erbt dessen exzellente Hardware-Erkennung. Als Window-Mangager und Desktop dient Xfce4, als Browser ist Firefox dabei. Zum Bearbeiten von php- und HTML-Quelltexten sind die Editoren Scite und Nedit an Bord.

Einige Beispielprojekte, etwa eine CD-Verwaltung, sind fix und fertig installiert und erleichtern den Einstieg. Das 170 MByte große ISO-Image finden Sie auf der Homepage des Projekts.

Abbildung 1: Lamppix verwendet Xfce 4 als Desktop und bringt einen Webserver mit.

Linux für alle!

Unter dem Motto "Open Mind – Open Source – Open Europe" verteilt der bayerische Landersverband der Grünen eine Live-CD mit einem von der Wiener Firma Antitachyon zusammen gestellten System. Auf der CD sind Open-Source-Anwendungen für den täglichen Gebrauch enthalten, so wollen die Grünen zeigen, dass Linux praxistauglich und benutzerfreundlich ist.

Der Start der CD geriet leider auf einigen älteren Notebooks zu einem Trauerspiel, kam doch der Betriebssystemloader Grub nicht über ein wenig aussagekräftigen Prompt hinaus, ohne dass ein System gebootet wurde. Auf Desktop-Rechnern und moderneren Notebooks traten diese Probleme jedoch nicht auf.

Funktioniert alles wie gedacht, wählt der Benutzer nach dem Start zunächst die Sprache der Programmoberfläche und dann den Umfang des zu startenden Systems aus. Nach einer kurzen Weile landet der Benutzer in einem KDE 3.2-Desktop.

Die Programmausstattung ist komplett, wenn auch das Programmmenü etwas besser sortiert sein könnte. Die Büroprogramme von OpenOffice finden sich nämlich ebensowenig im Programmmenü wie das Grafikprogramm Gimp, das hier als "Grafik-Programm" firmiert. Über Desktop-Icons sind dieser Programme aber erreichbar. Dafür geben sich die Programme recht aktuell: OpenOffice kommt in Version 1.1, Gimp in 2.0 und KDE trägt die Versionsnummer 3.2.1.

Als Browser dient Konqueror, KMail kümmert sich um E-Mail, KNode um News. Zur Verwaltung von Terminen und Kontakten steht KOrganizer bereit. Neben einigen Spielen gibt es noch die Programme aus dem KDEdu-Bereich für Schüler und Lehrer. Wer in die Softwareentwicklung in C oder C++ unter Linux einsteigen möchte, findet mit KDevelop eine sehr gute IDE.

Ein Manko der Distritbution ist, dass der Benutzer ständig als Root arbeitet. Bei einer Live-Distribution fällt dieser Lapsus natürlich nicht so ins Gewicht wie bei einem installierten System.

Abbildung 2: Linux für alle! der bayerischen Grünen basiert auf der Live-Distribution von Antitachyon.

Klein und bunt

GeeXboX ist eine minimalistische Live-Distribution zum Abspielen von Multimediadaten. Das System benutzt MPlayer als Abspielprogramm, so dass alle gängigen Audio- und Videoformate ausgegeben werden können.

Die Systemanforderungen sind moderat. Zum Vorführen von Video-CDs und Musik reicht ein Pentium-II-Prozessor mit 400 MHz Takt und mindestens 64 MByte Arbeitsspeicher. Zur Wiedergabe von DVDs sollte das System aber deutlich schneller sein, auch mehr Arbeitsspeicher ist dann vonnöten.

GeeXboX unterstützt Fernbedienungen über das Programm Lirc, das System läßt sich aber auch über die Tastatur bedienen. Die Hardware-Erkennung funktioniert sehr gut Das System wird über ein grafisches Menü gesteuert, das auch auf Fernsehern noch gut zu benutzen ist.

Auf der Homepage des Projekts finden sich neben dem lediglich 50 MByte großen fertigen ISO-Image auch alle Dateien, um das System komplett neu zu übersetzen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Linux leicht

Die Minidistribution Feather Linux ist weiter gewachsen. Die Distribution basiert auf Knoppix 3.3, das um zahlreiche Programme erleichtert wurde, so dass das System auf eine kreditkartengroße CD passt. Trotz der geringen Größe sind alle für die tägliche Arbeit notwendigen Programme enthalten.

Als Textverarbeitung dient Ted, als Tabellenkalkulation Abs. Zum Browsen im Netz bringt Feather Linux Dillo mit, der um Tabbed Browsing und die Darstellung von Frames ergänzt wurde, als E-Mailprogramm steht Sylpheed bereit. Das System lässt sich sehr einfach um weitere Software ergänzen. Skriptgesteuert lädt Feather Linux Firebird, Abiword und Gimp aus dem Netz nach, so dass die Software-Ausstattung kaum noch Wünsche übrig lässt.

Im reichhaltigen Fundus von Debian finden sich noch weitere Perlen. Die Hardware-Erkennung funktionierte tadellos, dank DHCP ist ein Rechner mit Feather Linux schnell im Netz. Die Installation auf der Festplatte verlief ebenso fehlerfrei. Dank der resourcenschonenden Programme eignet sich Feather Linux besonders für ältere Hardware.

Abbildung 3: Feather Linux ist klein und komplett.

Update für Slax

Die neueste Version der Live-Distribution Slax bringt neben dem brandaktuellen KDE 3.2.2 mit KOffice 1.3.1 ein aktuelles XFree 4.4, K3b zum Brennen von CDs und DVDs und mit KPlayer ein Frontend für den Multimedia-Player MPlayer mit.

Für leistungsschwächere Rechner ist noch der Windowmanager Fluxbox in der Version 0.9.9 dabei. Zusätzlich beseitigten die Entwickler eine Reihe von Fehlern, so dass Mäuse und bestehende Festplattenpartitionen jetzt zuverlässig erkannt werden. Eine einfache Firewall, die alle eingehenden Verbindungen zunächst blockiert, ist jetzt vorhanden.

Das ISO-Image ist lediglich 180 MByte groß, so dass Slax auf einen Mini-CD Rohling oder einen USB-Stick passt.

Alte Rechner neu aufgesetzt

Eine sehr gute Wahl für ältere Rechner ist Puppy Linux. Die Distribution bootet von CD, CF-Card, Zip- oder LS-Disk, Festplatte oder lädt als Thin Client die Software über ein Netzwerk. Für jede dieser Optionen liegt auf der Projekt-Homepage eine eigene Datei zum Download bereit.

Die Distribution benötigt leidiglich knapp 60 MByte Platz auf dem Boot-Medium. Nach dem Start entpackt sich das System in eine 54 MByte große RAM-Disk, so dass die Programme sehr schnell starten. Steht nicht genügend Arbeitsspeicher zur Verfügung, wird das System direkt vom Startmedium ausgeführt.

Puppy verwendet ausschließlich Software, die auf Gtk 1.2 oder dem Athena/Xaw-Widget-Set basiert. Als Textverarbeitung ist Ted mit von der Partie, für Grafiken steht XPaint bereit. Als Browser verwendet Puppy Mozilla und Dillo. Abs kümmert sich um Tabellen und mit Gaby steht eine kleine Datenbank zur Verfügung. (Frank Wieduwilt/agr)

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