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Desktop im Eigenbau

Gnome selbst kompilieren mit Garnome

Kompilieren

Nun ist Garnome bereit, den eigentlich Kompilier- und Installationsprozess zu starten. Dazu wechseln Sie ins Unterverzeichnis desktop und geben dort das Kommando make paranoid-install ein. Nun arbeitet das Garnome-Skript Paket für Paket in der richtigen Reihenfolge ab: Es entpackt jedes Quell-Code-Archiv, führt das configure-Skript aus und kompiliert und installiert die fertigen Programme.

Unterbricht der Prozess unerwartet, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Fehlermeldung zu interpretieren. Bemängelt ein configure-Skript ein fehlendes oder zu altes Paket, installieren Sie dieses in der benötigten Version nach. Fehlt während dem eigentlichen Kompilieren eines Gnome-Pakets eine Datei, finden Sie das dazugehörige Paket mit pin Dateiname unter Suse oder mit apt-file Dateiname unter Debian; dazu muss das jeweilige Paket – pin bzw. apt-file – natürlich installiert sein. Nach der Korrektur rufen Sie wieder make paranoid-install auf und Garnome setzt an der Stelle des Abbruchs fort.

Je nach Leistung Ihres Rechners müssen Sie sich bis zu mehreren Stunden gedulden, bis Garnome alle Basispakete kompiliert hat. Um nach erfolgreicher Installation die während dem Kompilieren zwischengespeicherten Dateien wieder zu löschen, genügt das Kommando make paranoid-clean im selben Verzeichnis wie zuvor make paranoid-install; haben Sie bei der Konfiguratioen BUILD_CLEAN = true definiert, ist dieser Schritt überflüssig.

Zielgerade

Um sicher zu stellen, dass das neue Gnome die neuen Programmbibliotheken verwendet, dient eine Umgebungsvariable; der Befehl

export LD_LIBRARY_PATH=$HOME/garnome/lib:$LD_LIBRARY_PATH

führt suchende Programme zum richtigen Ziel.

Auch den Pfad, in dem nach ausführbaren Dateien gesucht wird, passen Sie an:

export PATH=$HOME/garnome/bin:$PATH

Listing 1 zeigt ein Skript, das alle nötigen Umgebungsvariablen auf einmal setzt; in der zweiten Zeile legen Sie das Verzeichnis fest, in dem Garnome zu finden ist. Dieses finden Sie auch in der Datei README im Garnome-Paket.

Listing 1

Garnome Startskript

#!/bin/sh
GARNOME=$HOME/garnome
PATH=$GARNOME/bin:$PATH
LD_LIBRARY_PATH=$GARNOME/lib:$LD_LIBRARY_PATH
PYTHONPATH=$GARNOME/lib/python2.2/site-packages
PKG_CONFIG_PATH=$GARNOME/lib/pkgconfig:/usr/lib/pkgconfig
XDG_DATA_DIRS=$GARNOME/share
GDK_USE_XFT=1
export PATH LD_LIBRARY_PATH PYTHONPATH PKG_CONFIG_PATH GDK_USE_XFT XDG_DATA_DIRS
exec $GARNOME/bin/gnome-session

In Ihrem Home-Verzeichnis liegt Gnome 2.6 nur zum Ausprobieren für Sie am richtigen Ort. Um es zu starten, kopieren Sie das Skript aus Listing 1 in eine Textdatei, beispielsweise ~/garnome/bin/garnome.sh. Dann beenden Sie die grafische Oberfläche: Unter Suse geben Sie als root den Befehl init 3 ein und gelangen in einen Runlevel ohne Display-Manager. Unter Debian genügt es, den Display-Manager zu beenden mit dem Befehl /etc/init.d/kdm stop (für KDM). Anschließend starten Sie Gnome 2.6 manuell mit startx $HOME/garnome/bin/garnome.sh und es erscheint Ihre brandneues Desktop-Umgebung.

Haben Sie Garnome in ein öffentlich zugängliches Verzeichnis installiert, lässt es sich auch über den Desktop-Manager starten, das spart den Weg über die Runlevel-Änderung. Dazu muss das Skript aus Listing 1 in einem allgemein verfügbaren Pfad liegen wie /usr/local/bin/ und für alle Benutzer per Rechtevergabe ausführbar sein. Für KDM tragen Sie es dann im KDE-Kontrollzentrum als neue Session ein.

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