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Daten verwalten mit TkCard

01.07.2004 Dank seiner Beliebtheit als Serversystem ist Linux üppig mit Datenbankservern versorgt. Was lange fehlte, waren einfach zu bedienende Datenbankanwendungen für kleine Datensammlungen. TkCard ist so ein Programm.

Wem echte Client-Server-Datenbanken wie MySQL und PostgreSQL für die Verwaltung kleinerer Datenmengen überdimensioniert und Datenbank-Frontends wie Rekall [3] und Kexi [4] zu unübersichtlich erscheinen, steht unter Linux ein wenig hilflos da. Diese Marktlücke zu füllen, hat sich die Firma theKompany vorgenommen, die verschiedene Programme für den Sharp-Zaurus-PDA und den Linux-Desktop produziert: Auch die (leider nur auf Englisch erhältliche) Datenbankanwendung TkCard [1] wurde ursprünglich unter dem Namen TkcCard [2] für den Zaurus entwickelt; seit Anfang des Jahres gibt es eine Desktop-Version der Software. Beide Ausgaben kosten je 14,95 US-Dollar und können über die Firmenwebseite bezogen werden. Im Preis sind alle Updates auf zukünftige Versionen enthalten.

TkCard speichert die Datenbanken in einfachen Tabellen, Verknüpfungen zwischen Tabellen sind nicht möglich. Vom Aufbau und Funktionsumfang her ähnelt das Programm der freien Datenbank Portabase [5], die ebenfalls für Linux, Windows und den Zaurus erhältlich ist.

Frisch aufgespielt!

Zur Installation der Desktop-Datenbank benötigen Sie lediglich zwei Dateien: Das Archiv thekompany-support-xft2-1.4-031110.rpm enthält die Bibliotheken für alle Programme von theKompany, tkcCard-2.0-040113.i386.rpm das eigentliche Programm. Als root installieren Sie die beiden Dateien mit den Befehlen

rpm -i thekompany-support-xft2-1.4-031110.rpm
rpm -i tkcCard-2.0-040113.i386.rpm

Jetzt geben Sie die root-Rechte wieder ab und starten das Programm durch Eingabe von tkcCard & in einem Terminalfenster (Abbildung 1).

Für Distributionen, die nicht auf rpm basieren, gibt es die beiden Installationsarchive im Download-Bereich auf der Programm-Homepage auch als .tgz gepackt.

Abbildung 1: TkCard präsentiert die Datensätze in Listenform.

Her mit den Daten!

Nach dem ersten Start finden Sie sich im leeren Hauptfenster der Software wieder. Über die ausklappbare Liste unterhalb der Werkzeugleiste haben Sie ständig Zugriff auf alle Datenbanken, die mit TkCard erzeugt wurden, während der untere Teil des Programmfensters die Datensätze seitenweise anzeigt (Abbildung 1). Mit den Pfeiltasten neben der Seitennummer in der linken unteren Ecke blättern Sie durch die Datenbank.

Abbildung 2: Eine neue Datenbank legen Sie bequem über diesen Dialog an.

Eine neue Datenbank legen Sie über den Menüpunkt DatabaseNew Database an (Abbildung 2). Tabelle 1 informiert über die dabei zu verwendenden Felddatentypen.

Steht die Datenstruktur, schließen Sie den Dialog und beginnen sofort mit dem Eintippen der Datensammlung. Dazu klicken Sie auf das Leere-Blatt-Papier-Symbol in der Werkzeugleiste oder wählen RecordNew aus dem Menü. Die Dateneingabe erleichtern einige pfiffige Details: So befindet sich hinter jedem Zahlenfeld ein Button, der einen Taschenrechner öffnet. Für Datumsangaben gibt es einen kleinen Kalender und für jedes Memofeld einen eigenen Karteireiter mit einem großen Texteingabefeld.

In ein Feld des Typs Reminder geben Sie einen Termin ein, dazu steht ein eigener Karteireiter im Eingabedialog zur Verfügung (Abbildung 3). Dieser Feldtyp eignet sich für Terminkalender oder Aufgabenlisten.

Abbildung 3: TkCard erinnert an einen Termin.

Die Feldtypen List und Multilist nehmen je eine Aufzählung von Texteinträgen auf, wobei Sie bei letzterem mehrere Elemente aus der Liste wählen dürfen. Mit dem Feldtyp Increment schließlich erzeugen Sie einen Zähler, der eine eindeutige Nummer für den Datensatz festlegt.

In der Datensatzliste des Hauptfensters ändern Sie den Inhalt eines Datenfelds einfach, indem Sie mit der linken Maustaste auf das Feld klicken; den ganzen Satz laden Sie durch Klicken auf das aus Stift und einem Blatt Papier bestehende Icon aus der Werkzeugleiste in eine Eingabemaske.

Tabelle 1: Felddatentypen in TkCard

Typ

Inhalt

String Text beliebiger Länge ohne Zeilenumbruch.
Integer Ganzzahlen.
Double Gleitkommazahlen mit doppelter Genauigkeit.
Date Datumsangaben.
Time Uhrzeit.
DateTime Eine Kombination aus Datum und Uhrzeit.
Text Text beliebiger Länge mit Zeilenumbrüchen. Felder dieses Typs werden in der Dateneingabemaske dargestellt.
Memo Text beliebiger Länge. Felder vom Typ Memo haben in der Dateneingabemaske einen eigenen Karteireiter mit einem Textfeld.
Reminder Termin.
List Liste von Texteinträgen.
Bool Ja/Nein-Werte.
Image Bilddaten.
Multilist Liste mit Mehrfachauswahl.
Increment Zähler.
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LinuxUser 03/2012

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