Tee-Time

Praktisch in Zusammenhang mit komplexen Pipelines ist das Tool tee. Der Name leitet sich aber nicht vom Heißgetränk ab, sondern vom "T-Stück" – etwa als Verbinder und Abzweig zwischen zwei Rohrleitungen. Das Kommando tee erwartet Daten aus der Standardeingabe und reicht sie unverändert an die Standardausgabe durch – kopiert sie aber gleichzeitig in die angegebene Datei. Die allgemeine Syntax von tee lautet:

tee [-option] datei

Das T-Stück können Sie über eine Pipe zwischen zwei Befehlen einfügen. tee nimmt dann die Ausgabe des ersten Befehls entgegen, leitet sie in eine Datei und zusätzlich an das nächste Kommando weiter:

huhn@asteroid:~$ who | tee eingeloggt.txt | grep huhn
huhn     :0           Apr 29 13:45

Hier schaut der Befehl who zunächst nach, wer auf dem System eingeloggt ist. Die Ausgabe durchsucht der grep-Befehl nach "huhn". Das in der Mitte eingefügte Kommando tee sorgt dafür, dass die who-Ausgabe vorher in der Datei eingeloggt.txt landet.

Der Befehl tee kennt zwei interessante Optionen: Mit -a ("append") hängen Sie Daten an eine bereits bestehende Datei an. Ohne diese Option überschreibt tee diese bei jedem neuen Aufruf. Die Option -i verhindert, dass sich tee beim Auftreten von Interrupts ([Strg-c]) im Datenstrom beendet.

tee kommt häufig zum Einsatz, wenn viele durch Pipes verbundene Kommandos im Einsatz sind. Eine Zwischenspeicherung von einzelnen Ausgaben in temporäre Dateien kann beim Aufspüren und Beheben von Fehlern in der Befehlskette helfen. Läuft alles glatt, können die T-Stücke einfach herausgenommen werden. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist das "Protokollieren" eines Kommandos, das sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, z. B.:

tar cvf backup.tar * | tee backup.log

Zusätzlich zum Tar-Archiv wird hier ein Logfile angelegt, das Sie auch noch später zu Kontrollzwecken anschauen können. Eine alternative Umleitung des tar-Kommandos mit > backup.log unterdrückt die Ausgabe ins Fenster, die zuvor durch den Parameter v eingeschaltet wurde, und Sie müssten den Fortschritt von tar mit dem Befehl tail -f backup.log in einem anderen Terminal verfolgen.

Glossar

File Descriptor

Jeder Prozess verwaltet unter Linux eine Liste aller geöffneten Dateien, jeder Eintrag in dieser Liste hat eine eindeutige Nummer, die auch File Descriptor genannt wird. Die Descriptors 0, 1 und 2 werden automatisch erzeugt, da jeder Prozess mit geöffneter Standardein-, -aus- und -fehlerausgabe startet.

Infos

[1] mail: Heike Jurzik, "Minimal mit mail", LinuxUser 03/2003, S. 82

[2] df und du: Heike Jurzik, "Das richtige Maß", LinuxUser 01/2004, S. 78

[3] sort: Heike Jurzik, "Richtige Reihenfolge", LinuxUser 04/2002, S. 76

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