Home / LinuxUser / 2004 / 06 / Zu Befehl: Kanäle, Pipes und Tee

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Umleitung

Zu Befehl: Kanäle, Pipes und Tee

01.06.2004 Mit wenigen Handgriffen leiten Sie auf der Kommandozeile Ein- und Ausgaben von Befehlen um und kombinieren Kommandos. Wir stellen die benötigten Bash-Operatoren vor und zeigen, wie Sie mit dem Programm tee noch einen Zwischenschritt einlegen.

Zu Befehl

Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder GNOME regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, in denen es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.

"Zu Befehl" stellt seit Jahren regelmäßig Shell-Kommandos vor und verrät Tricks und Kniffe, mit denen Sie Programme geschickt kombinieren. Dabei kommen immer wieder ganz selbstverständlich Umleitungsoperatoren zum Einsatz. Was genau dahinter steckt und was Sie alles umleiten können, erfahren Sie in dieser "Zu Befehl"-Folge.

Drei Kanäle

Für die Ein- und Ausgaben von Programmen gibt es drei "Standardkanäle": Laufende Programme erwarten ihren Input von der Standardeingabe (stdin), z. B. über die Tastatur. Normale Ausgaben schicken Programme auf die Standardausgabe (stdout), das ist in der Regel das Terminal-Fenster, in dem Sie das Programm gestartet haben. Zusätzlich gibt es eine Standardfehlerausgabe (stderr), die meist am gleichen Ort erscheint: Hier finden Sie eventuelle Fehlermeldungen des Befehls mit Hinweisen, die zur Problemlösung führen können. Zur Kennzeichnung der drei Kanäle dienen so genannte File Descriptors, die Standardkanäle werden hier einfach durchgezählt. stdin hat die Nummer 0, stdout die 1 und stderr die 2.

Wie diese drei Kanäle zusammenarbeiten, erkennen Sie schön an einem einfachen Beispiel:

huhn@asteroid:~$ /sbin/fsck /dev/hda7
Do you want to run this program?[N/Yes] : Yes
reiserfsck: Cannot not open filesystem on "/dev/hda7"
Warning… fsck.reiserfs for device /dev/hda7 exited with signal 6.

Im Terminal-Fenster erscheinen die normalen Ausgaben des Programmes, z. B. die Frage, ob das Programm wirklich ausgeführt werden soll. Die Antwort wird aus der Standardeingabe gelesen, das ist hier die Tastatur. Nach dem Bestätigen folgt eine Fehlermeldung, da die nötigen Root-Rechte fehlen. Diese Fehlermeldung gibt reiserfsck über die Standardfehlerausgabe aus.

Ein übersichtlicheres Beispiel ist der folgende grep-Aufruf:

huhn@asteroid:~$ grep bla *
datei1:bla
datei2:bla bla
grep: verz: Is a directory

Das Kommando grep sucht hier in allen Dateien nach dem Wort "bla". In datei1 und datei2 wird es fündig, bei verz beschwert es sich darüber, dass verz ein Verzeichnis und keine Datei ist. (Neuere grep-Versionen ignorieren Verzeichnisse klaglos, aber das im Test benutzte grep 2.4.2 von Debian Linux akzeptiert keine Verzeichnisse.)

In welche Richtung?

Woher ein Befehl seine Eingaben bezieht und wohin er seine Ausgaben schreibt, ist dem Programm egal. Mit speziellen Operatoren geben Sie den Standardkanälen eine neue Ausrichtung. Wollen Sie zum Beispiel die Standardausgabe nicht auf der Konsole sehen, verwenden Sie den Operator >:

huhn@asteroid:~$ grep bla * > grep_ergebnis
grep: verz: Is a directory

Statt des einfachen Operators > könnten Sie hier auch 1> schreiben – die Standardausgabe ist ja mit dem File Descriptor 1 belegt. Wird die 1 weggelassen, ist automatisch stdout gemeint. Während das Ergebnis des grep-Aufrufs in der Datei grep_ergebnis landet, erscheinen Fehlermeldungen weiterhin auf der aktiven Konsole. Wer also lieber die Standardfehlerausgabe umleitet und die Standardausgabe sehen möchte, verwendet statt dessen den Operator 2>:

huhn@asteroid:~$ grep bla * 2> grep_fehler
datei1:bla
datei2:bla bla

Interessiert die Fehlerausgabe eines Programmes nicht, können Sie diese statt in eine Datei auch nach /dev/null umleiten – diese "Pseudo-Datei" besitzt keinen Inhalt; alle Daten, die Sie auf dieses Gerät schreiben, werden ignoriert. Unerwünschte Fehlermeldungen lassen sich so geschickt aus der Welt schaffen:

grep bla * 2> /dev/null

Der >-Operator leitet nicht nur einfach um – er legt die danach genannte Datei an oder überschreibt sie, falls sie schon existiert. Sie können daher als Alternative das doppelte Größerzeichen >> verwenden: Gibt es die Zieldatei noch nicht, wird sie angelegt; besteht sie hingegen schon, werden die Ausgaben einfach angehängt.

Wer Standardausgabe und Standardfehlerausgabe gemeinsam in eine einzige Datei umleiten möchte, benutzt den Operator >&:

grep bla * >& grep_ergebnis
Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

973 Hits
Wertung: 0 Punkte (1 Stimme)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...