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Umleitung

Zu Befehl: Kanäle, Pipes und Tee

01.06.2004
Mit wenigen Handgriffen leiten Sie auf der Kommandozeile Ein- und Ausgaben von Befehlen um und kombinieren Kommandos. Wir stellen die benötigten Bash-Operatoren vor und zeigen, wie Sie mit dem Programm tee noch einen Zwischenschritt einlegen.

Zu Befehl

Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder GNOME regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, in denen es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.

"Zu Befehl" stellt seit Jahren regelmäßig Shell-Kommandos vor und verrät Tricks und Kniffe, mit denen Sie Programme geschickt kombinieren. Dabei kommen immer wieder ganz selbstverständlich Umleitungsoperatoren zum Einsatz. Was genau dahinter steckt und was Sie alles umleiten können, erfahren Sie in dieser "Zu Befehl"-Folge.

Drei Kanäle

Für die Ein- und Ausgaben von Programmen gibt es drei "Standardkanäle": Laufende Programme erwarten ihren Input von der Standardeingabe (stdin), z. B. über die Tastatur. Normale Ausgaben schicken Programme auf die Standardausgabe (stdout), das ist in der Regel das Terminal-Fenster, in dem Sie das Programm gestartet haben. Zusätzlich gibt es eine Standardfehlerausgabe (stderr), die meist am gleichen Ort erscheint: Hier finden Sie eventuelle Fehlermeldungen des Befehls mit Hinweisen, die zur Problemlösung führen können. Zur Kennzeichnung der drei Kanäle dienen so genannte File Descriptors, die Standardkanäle werden hier einfach durchgezählt. stdin hat die Nummer 0, stdout die 1 und stderr die 2.

Wie diese drei Kanäle zusammenarbeiten, erkennen Sie schön an einem einfachen Beispiel:

huhn@asteroid:~$ /sbin/fsck /dev/hda7
Do you want to run this program?[N/Yes] : Yes
reiserfsck: Cannot not open filesystem on "/dev/hda7"
Warning… fsck.reiserfs for device /dev/hda7 exited with signal 6.

Im Terminal-Fenster erscheinen die normalen Ausgaben des Programmes, z. B. die Frage, ob das Programm wirklich ausgeführt werden soll. Die Antwort wird aus der Standardeingabe gelesen, das ist hier die Tastatur. Nach dem Bestätigen folgt eine Fehlermeldung, da die nötigen Root-Rechte fehlen. Diese Fehlermeldung gibt reiserfsck über die Standardfehlerausgabe aus.

Ein übersichtlicheres Beispiel ist der folgende grep-Aufruf:

huhn@asteroid:~$ grep bla *
datei1:bla
datei2:bla bla
grep: verz: Is a directory

Das Kommando grep sucht hier in allen Dateien nach dem Wort "bla". In datei1 und datei2 wird es fündig, bei verz beschwert es sich darüber, dass verz ein Verzeichnis und keine Datei ist. (Neuere grep-Versionen ignorieren Verzeichnisse klaglos, aber das im Test benutzte grep 2.4.2 von Debian Linux akzeptiert keine Verzeichnisse.)

In welche Richtung?

Woher ein Befehl seine Eingaben bezieht und wohin er seine Ausgaben schreibt, ist dem Programm egal. Mit speziellen Operatoren geben Sie den Standardkanälen eine neue Ausrichtung. Wollen Sie zum Beispiel die Standardausgabe nicht auf der Konsole sehen, verwenden Sie den Operator >:

huhn@asteroid:~$ grep bla * > grep_ergebnis
grep: verz: Is a directory

Statt des einfachen Operators > könnten Sie hier auch 1> schreiben – die Standardausgabe ist ja mit dem File Descriptor 1 belegt. Wird die 1 weggelassen, ist automatisch stdout gemeint. Während das Ergebnis des grep-Aufrufs in der Datei grep_ergebnis landet, erscheinen Fehlermeldungen weiterhin auf der aktiven Konsole. Wer also lieber die Standardfehlerausgabe umleitet und die Standardausgabe sehen möchte, verwendet statt dessen den Operator 2>:

huhn@asteroid:~$ grep bla * 2> grep_fehler
datei1:bla
datei2:bla bla

Interessiert die Fehlerausgabe eines Programmes nicht, können Sie diese statt in eine Datei auch nach /dev/null umleiten – diese "Pseudo-Datei" besitzt keinen Inhalt; alle Daten, die Sie auf dieses Gerät schreiben, werden ignoriert. Unerwünschte Fehlermeldungen lassen sich so geschickt aus der Welt schaffen:

grep bla * 2> /dev/null

Der >-Operator leitet nicht nur einfach um – er legt die danach genannte Datei an oder überschreibt sie, falls sie schon existiert. Sie können daher als Alternative das doppelte Größerzeichen >> verwenden: Gibt es die Zieldatei noch nicht, wird sie angelegt; besteht sie hingegen schon, werden die Ausgaben einfach angehängt.

Wer Standardausgabe und Standardfehlerausgabe gemeinsam in eine einzige Datei umleiten möchte, benutzt den Operator >&:

grep bla * >& grep_ergebnis

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