Software

01.06.2004

Kurz notiert

  • Vom 7. bis 10. September findet in der Technischen Fakultät der Uni-Erlangen der diesjährige Linux Kongressder German Unix User Group statt. Der Kongress richtet sich primär an Entwickler und versierte Anwender, die sich in Tutorials und Vorträgen über aktuelle Entwicklungen informieren oder eigene Projekte vorstellen wollen. Das Kongress-Team sucht derzeit weitere Dozenten. Interessenten können bis Juni einen Themenvorschlag einreichen.
  • Die Version 4.0 des Journalingr-Dateisystems ReiserFSnähert dem stabilen Release. Aktuell forscht das Team um Hans Reiser nach zwei knifflige Fehlern, die sich durch die gängigen Testprogramme jedoch nicht reproduzieren lassen. Deshalb sucht das Projekt freiwillige Tester, die ReiserFS 4.0 auf Herz und Nieren prüfen. Eine zirka drei MByte große Testversion für den Kernel 2.6.5 steht auf der Web-Seite von ReiserFS bereit.
  • Anfang des Jahres tauchten zahlreiche Sicherheitslöcher im Messenger Gaim auf. Zwei Entwickler schufen mit OpenGaimeine Alternative für alle Gaim-Anwender. Das Projekt basiert in weiten Teilen auf der Original-Gaim-Version, es verfügt allerdings über mehr Funktionen. Ziel von OpenGaim ist vor allem eine schnelle Fehlerkorrektur und daraus resultierende kürzere Release-Zyklen. Derzeit besteht das Team aus zwei Entwicklern.
  • Der Prism-54-Treiberab sofort fester Bestandteil der 2.6.x Kernel Reihe. Ein Backport für den 2.4 Kernel ist in Arbeit. Der Treiber unterstützt alle Wlan-Karten, die einen Prism-GT/Duette- oder Indigo-Chipsatz enthalten und den 802.11g-Standard unterstützen. Karten mit Prism-GT-Chip benötigen darüberhinaus noch eine separate Firmware. Diese sind aber aus Lizenzgründen nicht im Treiberpaket enthalten.
  • Seit der Cebit stehen die Gewinner des Plakatwettbewerbsfür Schüler von OpenOffice fest: Macro Weismüller behauptete sich gegen 300 Mitbewerber und gewann einen HP-Rechner. 20 weitere Teilnehmer erhielten ebenfalls Preise, die von der Digitalkamera über Linux-Distributionen bis zum LinuxUser-Abo reichen. Das Projekt präsentierte das Plakat auf der Cebit und online auf der OpenOffice-Website http://de.openoffice.org/marketing/plakatwettbewerb/gewinner.html Gelegenheit.
  • Nach mehrjähriger Linux-Abstinenz bringt Corel wieder eine Version von Wordperfectfür Linux auf den Markt. Es handelt sich dabei jedoch nicht um das komplette Wordperfect Office 12, sondern lediglich um die Textverarbeitung. Dafür ist im Gegensatz zu früheren Version diesmal keine Wine-Emulation zum Betrieb der Software notwendig. Vorerst vertreibt das Unternehmen die Software nur in den USA und Kanada zum Preis von 30 Dollar. Corel will dort erst die Nachfrage prüfen.
  • Ein halbes Jahr nach der letzten stabilen Version erscheint jetzt OpenOffice 1.1.1http://www.openoffice.org. Diese Version enthält nur wenige neue Funktionen, dafür beseitigten die Entwickler über 500 Fehler aus den früheren Versionen. Schon aus diesem Grund ist ein Umstieg auf die Version 1.1.1 ratsam. Mit intergrierten die Entwickler den Autopilot, mit dem Anwender die Rechtschreibkontrolle oder des Thesaurus in den 87 unterstützten Sprachen installieren können. Außerdem wurde die Unterstützung für Sprachen mit dezimalen Komma verbessert.Dateisystemanalyse mit Filesystem Investigator Filesystem Investigator ist ein Java-basiertes Programm zur Analyse von Dateisystemen. Es verfügt über eigene Dateisystemtreiber und ist damit vom Betriebssystem unabhängig. Daher eignet sich die Software, die aktuell in der Version 1.0.2 vorliegt, hervorragend für forensische Untersuchungen nach einem Systemeinbruch, insbesondere da das Programm nur Lesezugriffe erlaubt und somit die Dateiattribute unverändert lässt.

Wer keine Forensik betreiben will, kann das Programm auch in Dual-Boot-Systemen zum Zugriff auf Partitionstypen verwenden, die das Betriebssystem nicht unterstützt. Selbst mit dd erstellte Disk-Images öffnet das Programm und liest die Daten darauf aus. Die Anzahl der unterstützten Dateisysteme ist mit Ext2, Ext3 und ReiserFS im Augenblick recht dünn.

Die Implementierung der Dateisysteme FAT12, FAT16 und FAT32 sowie des NTFS-Systems steht für die Zukunft an. Kommende Versionen sollen darüber hinaus auch in der Lage sein, MD5-Prüfsummen der Dateien zu berechnen.

Abbildung 1: Filesystem eignet sich hervorragend für forensiche Analysen.

GTK-Life berechnet Populationsentwicklungen

Das Programm GTK-Life ist eine neue Implementation von "Conway's Game of Life". Vom Mathematiker John Conway 1970 erfunden, ist sie weniger ein Spiel, sondern viel mehr eine Simulation, die zeigt, wie sich Populationen unter bestimmten Bedingungen entwickeln. Dabei belegt eine Lebensform eine Zelle. Je nach Art der Bedingungen und den Spielregeln reproduzieren sich die Lebensformen oder sterben ab.

Bei GTK-Life wählt der Anwender zwischen über 160 Startmustern für seine Population, die ein Universum von 65536 mal 65536 Zellen bevölkert. Ist das gewünschte Startmuster nicht in der Auswahl vorhanden, kann der Anwender auf einem Blanko-Universum sein eigenes Startmuster anlegen und speichern.

Darüberhinaus ermöglicht die intuitive Oberfläche jederzeit in den Entwicklungszyklus einzugreifen. Neben einer Zoom-Funktion hat der Anwender auch die Möglichkeit, die Laufgeschwindigkeit der Simulation anzupassen oder die Simulation ganz anzuhalten. Selbstverständlich lässt sich der Status einer Simulation auch speichern und später fortsetzen. Ideal für Unterrichtszwecke.

Abbildung 2: Je nach Startmuster können Populationen auch im Universum wandern.

Installations-CDs – immer aktuell

Das Python-Skript up2dateiso erstellt aktualisierte Installations-CDs für Red Hat 9.0 und Fedora Core 1. Die so generierten Medien enthalten alle Updates und Fehlerkorrekturen, die der Hersteller seit Erscheinen der Distribution nachgereicht hat. Ein Online-Update nach der Installation ist somit nicht notwendig.

Zur Erstellung neuer Images benötigt das Programm rund fünf GByte freien Plattenplatz. Dorthin kopiert der Anwender die Original-Iso-Dateien der jeweiligen Distributionen und startet anschließend up2dateiso mit dem entsprechenden Parameter.

Dies lädt die aktualisierten Pakete selbstständig vom Server des Distributors und speichert sie in einem Update-Unterverzeichnis. Aus diesen Dateien und den alten Images erstellt das Skript anschliessend die neuen Images zusammen.

Die aktuelle Version 1.0.1 ermöglicht es dem Anwender, den Splashscreen auf den neuen CDs anzupassen. Die Dokumentation von up2dateiso enthält zwei Beispiel-Splashscreens.

Web-Seiten spiegeln

Die Software httrack ist ein leistungsfähiges Mirror-Programm. Mit seiner Hilfe spiegelt der Anwender ganze Websites in ein lokales Verzeichnis kopieren. Dabei passt das Skript die enthaltenen Links entsprechend an, so dass der Benutzer mit seinem Browser auf der kopierten Seite wie im Original navigieren kann.

Das Programm bietet einen reichhaltigen Funktionsumfang: Von der verwendeten Browser-Kennung über Proxy-Unterstützung, Transferlimits, der maximalen Übertragungstiefe bei Verzeichnissen bis zur Filterung bestimmter Dateitypen reichen die Fähigkeiten des Programms. Selbst unterbrochene Übertragungen setzt die Software problemlos an der Bruchstelle fort.

Bereits komplett gespiegelte Websites kann der Anwender mit httrack auf den neusten Stand bringen. Dies geht wesentlich schneller und die Übertragungsmenge ist gerade bei schmalbandigen Anbindungen überschaubar.

Alle Funktionen werden entweder über Kommandozeilenparameter oder über das Web Interface angesprochen und konfiguriert. Die aktuelle Version 3.32 behebt einige Fehler in den Cascading Style Sheets und der Javascript-Unterstützung.

Abbildung 3: Das Web-Interface von httrack erlaubt eine komfortable Bedienung.

Seahaven, ein Klassiker kommt zurück

Die Solitaire Version Seahaven Towers wurde ursprünglich für Unix und X11R4 entwickelt und zählt damit zu den Spieleklassikern unter Linux.

Die jetzt erschienene Version 1.44 erhielt lediglich einen Facelift in Form neuer Kartenabbildungen. Darüber hinaus bereinigten und optimierten die Entwickler den Quellcode, damit das Programm auch mit den aktuellen C++-Bibliotheken lauffähig ist. (Uwe Vollbracht/agr)

Abbildung 4: Seahaven zählt zu den Spieleklassikern.

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