London: Regen – Paris: Wind – Frankfurt: Die Sonne brennt. Bekanntermaßen hilft hier nur Drei-Wetter-T. T. hilft, auch wenn sonst nichts hilft. Das Telnet-Protokoll (Teletype Network) dient der Terminal-Fernverbindung, der interaktiven Kommunikation mit entfernten Rechnern. Es ist einer der ältesten, aber auch einer der Dienste im Internet, die am wenigsten Sicherheit bieten. Der Grund: Telnet überträgt Daten im Klartext. Mit Netzwerk-Monitoring-Tools wie Ethereal oder tcpdump kann so jeder, der auf die physikalische Verbindung zugreift, die Übertragung belauschen und Passwörter oder Benutzerkennungen aufzeichnen (Abbildung 1). Das im Hinterkopf und mit Umsicht benutzt haben Sie mit Telnet ein nützliches Werkzeug.
Mailbomben entschärfen
Mit dem Befehl telnet, löschen Sie E-Mails mit zu großen Anhängen aus der Mailbox, ohne den Mailreader neu zu konfigurieren Die Parameter des Befehls sind der Rechnername und der anzusprechende Port. Ein POP-Server läuft gewöhnlich auf Port 110. Im Beispiel wählt Telnet den POP-Server des Freemail-Anbieters GMX an:
[andreas]~ > telnet pop.gmx.net 110 Trying 213.165.64.20… Connected to imap.gmx.net. Escape character is '^]'. +OK GMX POP3 StreamProxy ready <20416.1075119263@mp021>
Nach der Meldung "+OK GMX POP3 StreamProxy ready" erwartet der GMX-Rechner den User-Namen und das Passwort. Geben Sie USER Ihre_Kennung ein und übertragen Sie das mit der Eingabetaste. Danach entsprechend PASS Ihr_Passwort und wiederum die Eingabetaste.
USER (Ihre-Kennung) +OK May I have your password, please?PASS (Ihr-Passwort)
Nach korrekter Kennung (ohne Fehlermeldung "-ERR") zeigt der Server, wieviele E-Mails Sie haben, und wieviel Platz diese insgesamt belegen:
+OK mailbox has 2 messages (36052 octets)
Den einzelnen Platzbedarf ermittelt das Kommando LIST:
LIST +OK mailbox has 2 messages (36052 octets) 1 4919 2 31133
Um heraus zu finden, von welchem Absender die größere Nachricht stammt, benutzen Sie den Befehl TOP 2 10. Er zeigt den Header sowie die ersten zehn Zeilen des Inhalts der zweiten Nachricht an. Die Nachricht löschen Sie bei Bedarf mit dem Kommando DELE 2. Der POP-Server bestätigt:
DELE 2 +OK message deleted
Beenden Sie die Verbindung zur Mailbox, wird die unerwünschte Mail entfernt:
QUIT +OK bye Connection closed by foreign host.
Bis zu diesem Zeitpunkt können Sie jedes Löschkommando aufheben – allerdings nicht einzeln. Der Befehl RSET setzt alle Löschmarkierungen einheitlich zurück.
E-Mails per Kommandozeile
Natürlich können Sie über Telnet auch Mails schreiben: Der passende SMTP-Server lauscht für gewöhnlich auf Port 25.
[andreas]~ > telnet localhost 25 Trying 127.0.0.1… Connected to localhost. Escape character is '^]'. 220 comtwo.comtwo ESMTP Exim 3.35 #1 Tue, 27 Jan 2004 12:05:40 +0100
Die Zeile mit der Eröffnung 220 bedeutet "Service ready". Die Folgemeldung hängt davon ab, welcher SMTP-Server eingesetzt und wie er konfiguriert ist.
Mit EHLO localhost melden Sie sich am Server an und bekommen die Bestätigung:
EHLO localhost 250-comtwo.comtwo Hello localhost [127.0.0.1]
Jetzt setzen Sie mit dem Befehl MAIL From: Ihre Absende-Adresse in die Nachricht:
MAIL From: Ihre@Mailadres.se
Normalerweise wird die Eingabe mit einer 250er-Meldung beantwortet; das steht für "sender ok" oder "is syntactically correct". Ähnlich wie zuvor beim POP-Server machen Sie eine bereits erteilte Anweing mit RSET rückgängig, wenn Sie sich verschrieben haben.
Jede Mail braucht einem Empfänger. Den erfährt der SMTP-Server mit dem Kommando RCPT To::
RCPT To: Mail@Empfaeng.er
Den Textkörper der Nachricht leitet DATA ein. Das Ende der Mitteilung erkennt der Server an einer Zeile mit einem alleinstehenden Punkt:
DATA 354 Enter message, ending with "." on a line by itselfHallo,na, wie gehts?Gruss,Tux.
Nach der Eingabe des Punktes übernimmt der SMTP-Server die Mail und schickt sie weiter. Sie trennen die Verbindung mit QUIT.



