Umbenannt und abgelegt

Korner: Datei-Eigenschaften modifizieren mit Krename

01.06.2004
"Umbenennen leicht gemacht" heißt das Motto eines KDE-Werkzeugs namens Krename. Und das kann mehr als sein Name verspricht: vom einfachen Umtaufen bis hin zum Ändern von Berechtigungen alles in einem Rutsch und für beliebig viele Dateien auf einmal.

Korner

In dieser Rubrik stellen wir Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte.

Dateinamen ändern muss man immer mal wieder. Handelt es sich dabei um einen oder zwei, ist das schnell erledigt. Bei vielen verschiedenen Dateien und Verzeichnissen wird die Umtauferei schon aufwändiger. Wie schön, dass es mit Krename einen sehr mächtigen Batch-Umbenenner im KDE-Look&Feel gibt, mit dem Sie eine Liste von Dateinamen anhand eines vorgegebenen Musters abändern.

Doch damit nicht genug: Krename erlaubt es außerdem, die Dateien in ein anderes Verzeichnis zu kopieren oder zu verschieben, sie dann umzubenennen oder den Ausgangsdateien neue Namen zu verleihen. Ein Mausklick, und das Programm passt Groß-/Kleinschreibung von Dateinamen an, fügt Zahlen hinzu und bietet auch die Möglichkeit zum Suchen und Ersetzen. Zu guter Letzt ermöglicht es Ihnen Krename auch noch, die Zeit des letzten Zugriffs oder der letzten Modifikation sowie Datei-Berechtigungen und Besitzer zu ändern.

Die jeweils aktuelle Version dieses nützlichen Werkzeugs erhalten Sie auf der Homepage des Projekts unter http://www.krename.net/3.0.html. Da das Programm fleißig weiterentwickelt wird, findet sich hier auch stets eine Entwickler-Version – Grundlage dieses Artikels ist jedoch die derzeit stabile Version 2.8.5.

Neben den Sourcen stellen Ihnen die Entwickler RPM-Pakete für die gängigsten Distributionen zur Verfügung, so dass die Installation keine großen Probleme bereitet. Wer in der Download-Sektion trotzdem kein für sein System passendes Binärpaket findet, muss Krename aus den Sourcen mit dem allseits bekannten Dreierschritt configure; make; make install selbst kompilieren. Auch bei diesem Programm sollten Sie die Umgebungsvariable KDEDIRS mit den Oberverzeichnissen füttern, die auf Ihrem System KDE-Software enthalten, zum Beispiel

export KDEDIRS=/opt/kde3:/usr/local/kde

Nach erfolgreicher Installation lässt sich das Programm entweder über den Menüeintrag DienstprogrammeKrename im Startmenü oder durch Eingabe des Befehls krename in einer Terminalemulation Ihrer Wahl aufrufen. Beim ersten Start fragt Sie das Programm (Abbildung 1), für welche seiner Oberflächen Sie sich entscheiden. Das voreingestellte Assistenten Benutzeroberfläche verwenden (Anfänger) behalten Sie bei, wenn Krename Sie mit einer Abfolge von Dialogfenstern durch die einzelnen Arbeitsschritte leiten soll.

Wer sich einmal damit vertraut gemacht hat, schaltet unter EinstellungenKRename einrichten...Erscheinungsbild & Design auf die Tabbed Oberfläche um, bei der man die im folgenden beschriebenen Dialoge als Karteikarten unter einem Dach findet.

Abbildung 1: Anfänger sollten sich für den Assistenten entscheiden.

Werfen Sie im Einrichtungsdialog noch kurz einen Blick auf den Punkt KRename! Wenn Sie hier das Kästchen KRename zu Ihrem Kontextmenü hinzufügen aktivieren, brauchen Sie das Programm künftig nicht mehr selbst zu starten: Das übernimmt der Kontextmenü-Eintrag Mit Krename umbenennen in den KDE-Dateidialogen wie auch im Konqueror. Dieses Menü erscheint, wenn Sie die rechte Maustaste direkt über der Datei klicken, die Sie umtaufen wollen.

Vor dem Umbenennen steht das Hinzufügen

Um Dateien umzubenennen, tragen Sie diese in die Liste im ersten Dialogfenster ein. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Mit dem Button Dateien hinzufügen... füllen Sie das "weiße Blatt" über den Dateiauswahldialog je nach Wunsch mit einer oder mehreren Dateien. Über Verzeichnis hinzufügen... gelangt der gesamte Inhalt des betreffenden Verzeichnisses auf Ihre Liste. Darüber hinaus lassen sich Dateien auch via Drag & Drop ergänzen. Steht die Auswahl, legen Sie einen Zielort für die umbenannten Dateien fest. Auch hier haben Sie wieder verschiedene Optionen (Abbildung 2): Eingangs Dateien umbenennen tauft die in der Liste stehenden Ursprungsdateien um, Dateien ins Ziel Verzeichnis kopieren lässt diese dagegen unverändert, kopiert sie stattdessen ins Ziel-Verzeichnis und benennt die Kopien danach um.

Entscheiden Sie sich für Dateien ins Ziel Verzeichnis verschieben, ziehen die Ausgangsdateien ins Ziel-Verzeichnis um und bekommen dort neue Namen. Mit Verknüpfung im Ziel Verzeichnis erstellen schließlich bleiben die Eingangsdateien unverändert an ihrem Ursprungsort, da Krename nur symbolische Links auf sie erstellt.

Abbildung 2: In diesem Bildschirm legen Sie fest, wie mit den Ursprungsdateien verfahren werden soll.

Wenn Sie nach Auswahl des Zielorts auf den Button Nächster klicken, erwartet Sie eine Überraschung (Abbildung 3). Krename macht sich hier die KDE-Plugin-Technologie zu Nutze. Je nach Ausstattung Ihrer KDE-Version haben Sie an dieser Stelle die Wahl zwischen verschiedenen Plugins wie etwa PNG-Info oder dem Bilder Plugin, die Sie sich – wie Sie gleich sehen werden – beim Umbenennen Ihrer Dateien vielfältig zu Nutze machen können. Zum Laden der Plugins wählen Sie das betreffende Plugin mit dem Cursor links aus der Liste aus und aktivieren das Kästchen Benutze dieses Plugin. Klicken Sie dann wieder auf Nächster.

Abbildung 3: Dank diverser Plugins lässt sich Krenames Funktionalität beliebig erweitern.

Mustergültig

Nun sind Sie endlich in dem Bildschirm angelangt, in dem Sie die Dateien auf einen Schwung nach Ihren Vorstellungen umtaufen. Krename arbeitet dabei mit Mustern, also Text, der mittels Sonderzeichen beschreibt, wie das Programm die Dateien umbenennen soll. Diese Jokerzeichen samt ihren Bedeutungen erklärt ein Klick auf Funktionen (Abbildung 4).

Tragen Sie etwa ein # ins Feld Muster ein, nummeriert Krename alle ausgewählten Dateien durch. Je mehr Rauten Sie eingeben, desto mehr Stellen hat die laufende Nummer; nicht genutzte füllt das Programm mit Nullen auf.

Achtung: Die Dateinamensendung lässt sich standardmäßig nicht ändern, da Krename alle Dateien nach dem Umbenennen wieder mit der Ursprungsendung versieht. Mit einem Trick geht es aber doch: Entfernen Sie einfach das Häkchen vor dem Feld Endung der Eingangs Datei benutzen. Nun können Sie im zweiten Textfeld nach Muster ein Muster für die Dateiendung eingeben.

Abbildung 4: Mit Hilfe dieser Jokerzeichen erstellen Sie Ihr Umbenennungsmuster.

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