Neue Pinsel malen gut
Gimp 2.0
Erstellen von Text
Eine große Schwäche des alten Textwerkzeugs war, dass erstellter Text sich nicht mehr verändern ließ; es gab lediglich die externe Erweiterung Dynamischer Text, die bessere Textfunktionen zur Verfügung stellte. Im neuen Gimp sind die Vorteile des alten Textwerkzeugs und die der Erweiterung zusammengeflossen: So erstellt das Textwerkzeug jetzt spezielle Textebenen, die sich jederzeit verändern lassen.
Um Text ins Bild einzubauen, wählen Sie das Textwerkzeug und klicken Sie in einen leeren Bildbereich. Daraufhin erscheint der Texteditor, in dem Sie den gewünschten Text eingeben, der daraufhin sofort im Bildfenster erscheint (Abbildung 3). Um eine andere Schriftart oder Farbe zu wählen oder die Textausrichtung zu verändern, benutzen Sie den Einstellungsdialog des Textwerkzeugs.
Die Textebene erscheint anschließend im Ebenenfenster und lässt sich nach einem Klick nachträglich unabhängig von der Umgebung im Bild bearbeiten.
Arbeiten mit Pfaden
Mit Pfaden erstellen Sie geschwungene Kurven, die aus Stütz- und Kontrollpunkten bestehen. Diese Methode wurde aus dem Schiffsbau übernommen: Dort bogen Schiffsbauer elastische Latten, indem sie sie an bestimmten Punkten mit Gewichten belasteten. Bei den Pfaden stellen die Stützpunkte die Gewichte dar, die die Pfade biegen, die Kontrollpunkte beschreiben die Anfangs-, End- und Zwischenbegrenzungen der Kurve.
Das Pfadwerkzeug haben die Entwickler für Gimp 2 komplett überarbeitet; so kennt es jetzt drei Modi, die Sie über die Werkzeugeinstellungen erreichen: Mit Design erstellen Sie Pfade und fügen Kontrollpunkte hinzu. Bearbeiten ermöglicht das nachträgliche Hinzufügen oder Löschen von Kontrollpunkten in einem bestehenden Pfad und mit Verschieben lassen sich Pfade mit gehaltener linker Maustaste an andere Stelle versetzen (Abbildung 4).
Zusätzliche Funktionen bieten die Tasten [Shift] und [Strg]: So entfernen Sie im Bearbeiten-Modus Kontrollpunkte, indem Sie sie mit gehaltener [Shift]-Taste anklicken, aus den anderen Modi gelangen Sie direkt in den Bearbeiten-Modus, so lange Sie [Strg] gedrückt halten.
Zum Erstellen eines Pfades wählen Sie das Pfadwerkzeug im Werkzeugfenster und zeichnen Sie eine Zick-Zack-Linie, indem Sie auf die gewünschten Eckpunkte klicken.
Um einen vorhandenen Pfad zwischen zwei Kontrollpunkten zu biegen, schieben Sie nun mit gedrückter Maustaste die Verbindungslinie an einer beliebigen Stelle nach oben. Die Stützpunkte erscheinen zunächst an den beiden Kontrollpunkten, die den Pfadabschnitt begrenzen und wandern bei Ihren Mausbewegungen mit.
Haben Sie einen Pfad fertiggestellt, lassen Sie ihn nachziehen, um ihn als dauerhaft sichtbares grafisches Element ins Bild einzubinden (Abbilung 5): Klicken Sie in den Werkzeugeinstellungen auf Pfad nachziehen. Im erscheinenden Dialogfenster stellen Sie neben der Pinselbreite auf Wunsch auch ein Linienmuster ein, in dem Sie den Pfad darstellen möchten – zur Vorauswahl bereit stehen unter anderem durchgezogene, gestrichtelte und punktierte Linien.
Pfade lassen sich zudem als Vektorgrafik in das SVG-Format im- und exportieren. Diese Funktion ist etwas versteckt: Öffnen Sie den Pfaddialog unter DateiDialogePfade; dort sehen Sie eine Liste der vorhandenen Pfade des aktuellen Bildes. Ein Rechtsklick auf einen Eintrag öffnet ein Kontextmenü, der unterste Punkt lautet Pfad exportieren... Wählen Sie ihn an, werden Sie nach dem Dateinamen gefragt, in dem die SVG-Vektorgrafik aus dem Pfad landen soll.



