Nach dem Start erwartet ein sauber eingerichteter Fluxbox-Windowmanager den Benutzer. Alle Programme sind über das Kontextmenü erreichbar. Highlights sind der Virenscanner Clam Antivirus, Partimage zum Sichern von Festplattenpartitionen über das Netzwerk und die volle Unterstützung von Schreibzugriffen auf NTFS-Partitionen mittels Captive.
Zum Browsen im Netz steht Links-hacked bereit, wer über genügend Netzbandbreite verfügt, lädt sich Mozilla Firefox skriptgesteuert über das Netz nach (Abbildung 1). Zur Netzwerkanalyse stehen unter anderem nmap und tcpdump zur Verfügung.
Inside ist sorgfältig zusammen gestellt und läuft sehr stabil. Es ist ein ideales Rettungssystem für die Brieftasche. Inside ist wahlweise auf Deutsch oder auf Englisch kostenlos auf der Firmen-Homepage erhältlich.
Xandros fürs Büro
Xandros lieferte kürzlich die Distribution Xandros Business Desktop als Ergänzung zu ihrer mehr auf Privatanwender zugeschnittenen Distribution Xandros Desktop aus (Abbildung 2). Die Distribution basiert auf Debian Sarge und enthält neben Kernel 2.4.20 als Desktop-Umgebung ein modifiziertes KDE 3.1.4.
Eine der großen Stärken ist die problemlose Installation von Xandros. In nur sechs Schritten ist ein funktionierendes, sauber konfiguriertes System installiert und sofort einsatzbereit. Der Desktop ist zwar nicht ins Deutsche übersetzt, jedoch bereitet es keine Probleme, die deutsche Tastaturbelegung und passende Währungs- und Zeiteinheiten auszuwählen.
Die Software-Ausstattung ist umfangreich. Neben StarOffice 7, für das Sun den Support gewährt, ist Mozilla 1.6 als Browser und E-Mail-Programm dabei. Java ist bereits installiert. Abspielprogramme für Filme und Tondateien sind ebenso dabei. Gimp ist in der Standardinstallation nicht an Bord, kann aber leicht von der zweiten CD nachinstalliert werden.
Durch die Herkunft aus der Distribution Debian ist Xandros auch leicht um Programme aus dem debian-Pool zu erweitern. Xandros Business Desktop kostet einzeln 129 US-Dollar, ein Fünferpack schlägt mit 495 Dollar zu Buche.
Von neuen Namen und anderen Geschichten
Lindows heißt jetzt Linspire (http://www.linspire.com). Um weiteren Klagen von Seiten Microsofts gegen den Namen Lindows zu entgehen, entschloss sich Michael Robertson, Gründer und Eigentümer von Lindows, den Namen der Distribution zu ändern.
Grund waren erfolgreiche erstintanzliche Klagen von Microsoft in Ländern wie den Niederlanden und Finnland, die Lindows den Vertrieb ihrer Distribution unter diesem Namen mit Hinweis auf mögliche Verwechslungen mit Windows verboten haben.
Ferner kündigte Robertson an, sein Unternehmen an die Börse bringen zu wollen. Durch den Börsengang möchte Linspire 57,5 Mio. US-Dollar einnehmen.
Zusätzlich kündigte Linspire noch zwei neue Produkte an: LSongs ist ein Musikmanager und LPhoto ein Programm zum Verwalten von Fotos aus Digitalkameras.
Ein Linux-Baukasten aus Frankreich
LinuxConsole (http://linuxconsole.sunsite.dk/) ist ein neuer Distributionsbaukasten aus Frankreich. Er basiert auf Mandrake 10 und ist mittlerweile in der Version 0.4 angekommen. Ein Basismodul von nur 50 MByte Größe enthält den Kernel, die wichtigsten Konsolenprogramme und XFree86. Dieses Modul wird durch einzelne Pakete ergänzt, die sich der Benutzer mit Hilfe eines Installationsprogrammes beliebig zusammenstellen und auf eine CD brennen kann.
Wer diese Mühe scheut, findet auf der Homepage des Projekts eine Reihe von fertigen ISO-Images, die Software-Zusammenstellungen für verschiedene Einsatzgebiete enthalten. So gibt es eine Multimedia-Distribution, eine CD zum Aufbau einer Firewall, eine Zusammenstellung zum Spielen und eine zum Erstellen von Dokumentationen, die neben LyX auch LaTeX und Xpdf enthält (Abbildung 3).
Als Window-Manager findet in diesem Fall Icewm Verwendung. LinuxConsole bringt eine sehr gute Hardware-Erkennung mit und startet recht schnell. Wer mit dem System zufrieden ist, kann es mit Hilfe eines grafischen Installationsprogramms auf der Festplatte installieren.
Im Große und Ganzen funktioniert das System schon recht gut, es gibt aber noch einige Ecken und Kanten. So ist es nicht möglich, eine andere als die französische Tastaturbelegung einzustellen und einige Programme laufen nicht, obwohl das entsprechende Modul auf der CD vorhanden ist. Sind diese Fehler einmal behoben, steht ein interessantes System zur Verfügung, aus dem jeder leicht eine eigene Distribution bauen kann.
Neue Overclockix-Version
Overclockix (http://overclockix.octeams.com), eine Live-Distribution, die auf dem unoffiziellen Knoppix 3.4 basiert, ist in einer neuen Version erschienen. Sie wurde durch die Entwickler um die frischesten Pakete aus dem Unstable-Bereich von Debian ergänzt. So enthält die Distribution die Kernel 2.4.23 und 2.6.1, die beim Systemstart gewählt werden können, Gnome 2.4 und KDE 3.2.2.
Auch Gimp 2.0 hat seinen Weg auf die CD gefunden. Zur Zeit ist die CD nur über das Filesharing Netzwerk Bittorent erhältlich, später werden auch wieder ISO-Images auf der Projekthomepage bereit liegen.
Skolelinux
Immer mehr Behörden spielen mit dem Gedanken, Linux als Betriebssystem einzusetzen oder sind bereits mit der Umsetzung beschäftigt. Speziell an Schulen richtet sich die aus Norwegen stammende Distribution Skolelinux (http://www.skolelinux.de). Der Name stammt vom norwegischen Wort für "Schule": Skole.
Inzwischen steht der zweite Release Candidate zum Download bereit. Mehrere Schulen in Deutschland und anderswo nutzen das System bereits, bald soll die offiziell fertige Version die Lehranstalten beglücken.
Die Distribution basiert auf Debian Woody 3.0. Angepasst haben die Skolelinux-Entwickler vor allem die Installationsroutine, besonderes Augenmerk legten sie dabei auf die Netzwerkkonfiguration.
Mit dem Ziel, wie Debian ein aus ausschließlich freier Software bestehendes Betriebssystem verfügbar zu machen und damit von kommerziellen Interessen unabhängig zu sein, versprechen die Schulfreunde eine problemlose Administration und ein stabiles und sicheres System.
Wahlweise lässt sich eine Skolelinux-Installation als Server für verschiedene Aufgaben oder als Thin-Client einrichten. Damit nutzt es auch alte Rechner noch sinnvoll und stellt gleichzeitig alle wichtigen Funktionen eines Schulnetzwerks bereit.
Mit Hilfe von Samba bindet schließt es auch Rechner mit anderem Betriebssystem nicht aus. Für die interne Kommunikaton ist ein eigener Mail-Server mit voreingerichteten Mailing-Listen sowie ein nur aus dem Intranet erreichbarer Web-Server vorgesehen. (Frank Wieduwilt/agr)