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Bildbearbeitung mit Gimp 2.0 unter der Usability-Lupe

Bildbereich vergrößern

Häufig stellt sich die Aufgabe, einen Bildbereich auszuwählen und zu vergrößern, im Fachjargon als "Skalieren" bezeichnet. Für Bildbearbeitungsneulinge kommt dies einer wahren Herausforderung gleich: Problematisch war hier nicht die Bedienung, sondern das Auffinden des Werkzeugs.

Entsprechend der Aufgabenstellung, ein Bildelement zu vergrößern, suchten Neulinge nach einer Option "Vergrößern" bzw. "Verkleinern". Diese Bezeichnungen treten in Gimp an zwei Stellen auf: Das Werkzeug zum Zuschneiden eines Bilds zeigt als Tipp bei längerem Warten mit dem Mauszeiger auf dem Werkzeugicon Bildgröße ändern / Bild zuschneiden. Zum anderen erscheint es im Zusammenhang mit der Zoom-Funktion, die unter anderem das Werkzeug-Menü als Vergrößern bzw. verkleinern auflistet. Dass hier Missverständnisse auftreten, liegt auf der Hand – schließlich erwartet die Benutzerin bei den Werkzeugen Mittel, mit denen sie das Bild aktiv manipulieren kann.

Richtig löst sie die Aufgabe, indem sie dem Fachbegriff entsprechend das Werkzeug Ebene oder Auswahl skalieren wählt – ein Ausdruck, der Grafik-Neulingen oft nicht bekannt ist.

Komplexe Formen erstellen

Mit Hilfe von Pfaden kann der Benutzer komplexe Formen wie Mehrecke mit geraden oder geschwungenen Seiten erstellen. Dazu setzt er Kontrollpunkte auf die Bildfläche, die Gimp zunächst durch Geraden verbindet. Der Nutzer darf dann die Krümmung der einzelnen Linien manipulieren.

Für die neue Version überarbeiteten die Gimp-Entwickler das Pfadwerkzeug grundlegend, so dass es sich nun in einigen Punkten einfacher bedient. Da hinter den Pfaden sehr komplexe mathematische Manipulationen stehen, konzentrierten sie sich aber trotz der Vereinfachungen weniger auf die Bedienbarkeit, sondern vor allem auf das Funktionale. Vor allem Gimp-Neulingen zugute kommt dabei eine wichtige Verbesserung: Einzelne Schritte lassen sich jetzt rückgängig machen.

Wesentlich einfacher wird auch das Schwingen von Kurven: Neben Stützpunkten, die durch Fällen eines Lots die Krümmung bestimmen, kann die Benutzerin jetzt auch die Linie selbst angreifen, um sie in die gewünschte Position zu ziehen.

Leider gibt es dabei einige Unklarheiten bei der Bedienung. So fassten die Entwickler die vier Modi Neuer Punkt, Punkt hinzufügen, Punkt löschen und Punkt bearbeiten zu den beiden Modi Design und Bearbeiten zusammen. Fraglich, wo hier der Vorteil für den Nutzer liegen soll, wird er doch weiterhin gezwungen, häufig zwischen den beiden Modi zu wechseln, während er nur noch über Tastaturkürzel auf die wichtigen Funktionen Punkt hinzufügen und Punkt löschen zugreifen kann.

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LinuxUser 06/2012

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