Paketdienst
Aptitude: Software-Installation unter Debian
Suchen
Zum Auffinden von Paketen, die bestimmte Ausdrücke enthalten, öffnet Aptitude mit [/] die eingebaute Suchfunktion. Im erscheinenden Dialogfenster geben Sie einen Begriff ein und die Markierung springt auf das erste passende Paket. [n] wiederholt die Suche und geht zum nächsten Treffer. Ohne weitere Angaben durchforstet Aptitude die Paketnamen, mit Hilfe von regulären Ausdrücken [5] lassen sich dabei sehr genaue Angaben machen: Zum Beispiel fahndet ^lib.*gtk nach Paketnamen, die mit lib beginnen und zusätzlich gtk enthalten.
Doch die Suche lässt sich auf andere Metadaten ausdehnen: Ein vorangestelltes ~s sucht nach einer Sektion, ~n kehrt zum Paketnamen zurück: ~snet~nftp sucht beispielsweise Pakete in der Sektion net, die ftp im Namen tragen. Tabelle 4 zeigt die möglichen Spezifikationen.
Tabelle 4: Spezielle Suchmöglichkeiten
| ~b | Kaputte Pakete suchen. |
| ~d | In der Beschreibung der Pakete suchen. |
| ~i | Installierte Pakete suchen. |
| ~m | Im Maintainer-Feld suchen. |
| ~n | Im Paketnamen suchen. |
| ~s | Im Sektionsnamen suchen. |
Um bei vielen Treffern nicht mühsam manuell durch die Pakete navigieren zu müssen, erzeugt [l] eine Ansicht, die nur noch die Treffer enthält: Nach der Eingabe des Suchbegriffs bleiben in der Liste nur noch passende Pakete.
Wer es bereits gewohnt ist, mit apt-get und seinen Helfern zu arbeiten, mag die Umstellung auf Aptitude scheuen. Doch es bietet einige Features, die mit anderen Mitteln nur schwer oder gar nicht zu erreichen sind. Zudem programmieren die Aptitude-Entwickler aktiv weiter, Verbesserungen sind also zu erwarten.
Der Autor
Dirk Materlik hat gerade sein Informatikstudium an der Freien Universität Berlin mit dem Diplom beendet und ist jetzt dabei, eine Firma zu gründen.
Glossar
GNU
Das GNU-Projekt ("Gnu is Not Unix") hat sich 1984 mit dem Ziel gegründet, ein Unix-System zu entwickeln, das ausschließlich aus freier Software besteht. Linux ist der am weitesten verbreitete freie Unix-artige Kernel, aber theoretisch ist das Debian-Projekt offen für jede ebenfalls freie Alternative wie das noch nicht fertiggestellte Hurd [7] im Projekt "Debian GNU/Hurd". Der offizielle Name "Debian GNU/Linux" spezifiziert das Debian-GNU-System mit dem Linux-Kernel.
Maintainer
(engl. für "Instandhalter") Eine Person, die sich darum kümmert, dass (in diesem Fall) ein Software-Paket gut in Schuss ist.
Metadaten
Daten über Daten; in einer MP3-Datei beispielsweise Informationen über Interpreten oder Art der enthaltenen Musik.
ssh
Die "Secure shell" stellt über eine verschlüsselte Verbindung eine Kommandozeile auf einem anderen Rechner bereit. Darüberhinaus lässt es sich benutzen, um praktisch jede Netzwerkverbindung ebenfalls verschlüsselt durchzuführen.
regulären Ausdrücken
Eine Unix-typische Art, Suchanfragen zu formulieren. Ein Punkt passt auf ein beliebiges Zeichen, ein Sternchen erlaubt die beliebig häufige Wiederholung des vorangehenden Zeichens: ".*" passt also auf alles, denn damit werden beliebige Zeichen in unbestimmter Anzahl angefragt.
Infos
[1] Debian GNU/Linux: http://www.debian.org/index.de.html
[2] Debian-Gesellschaftsvertrag und Richtlinien für freie Software: http://www.debian.org/social_contract.de.html
[3] Synaptic: http://www.nongnu.org/synaptic/
[4] KPackage: http://www.general.uwa.edu.au/u/toivo/kpackage/
[5] Kurzeinführung in reguläre Ausdrücke: http://selfhtml.teamone.de/cgiperl/sprache/regexpr.htm
[6] Handbuch zu APT: http://www.debian.de/doc/manuals/apt-howto/index.de.html
[7] Hurd: http://www.gnu.org/software/hurd/



