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Musik-Buchhalter

MP3s verwalten mit JuK 2.0

01.05.2004
Bunte Effekte, Klangmanipulationen aller Art – viele Player strotzen vor Features. Doch die Verwaltung der Meta-Informationen, eine unverzichtbare Fähigkeit beim Katalogisieren der digitalen Musiksammlung, kommt oft zu kurz. Wer danach sucht, wird bei JuK fündig.

QTagger, so nannte sich einst ein Software-Projekt von KDE-Entwickler Scott Wheeler, der es leid war, dass keiner der existierenden MP3-Player die in sogenannten ID3-Tags abgelegten Zusatzinformationen wie Titel, Album, Genre oder Interpret vernünftig verwaltete. Inzwischen heißt das Programm JuK, hat sich zur vollwertigen Jukebox gemausert und ist seit Version 2.0 Bestandteil von KDE 3.2 [3].

Zum Abspielen verwendet es wahlweise die KDE-3-Multimedia-Archtektur aRts oder auch das Multimedia-Framework GStreamer [1], was sich unter EinstellungenAusgabe nach einstellen lässt. Dieser Menüpunkt erscheint allerdings nur, wenn JuK mit GStreamer-Unterstützung kompiliert wurde. Da das Binärpaket dann zusätzlich u. a. von der GTK-Bibliothek Glib abhängt, verzichten die meisten RPM-Bauer auf diese Funktionalität. In der nächsten Version soll JuK das Abspielen und Rippen von CDs selbst übernehmen.

Musik-Orakel …

Doch egal, wie die Stücke von einer CD auf den Rechner kommen (z. B. mit dem audiocd:/-Slave [2]): Obwohl die meisten Programme anbieten, Künstler und Titel z. B. bei FreeDB nachzuschlagen und diese in Form von Meta-Tags in der Musikdatei zu vermerken, gibt es dabei immer wieder Probleme.

So kennt FreeDB gerade CDs unbekannterer Künstler oft noch nicht, und dann siegt meistens die Faulheit: Zwar gibt man den Dateien vernünftige Dateinamen, spart sich aber das Nachtragen der Meta-Informationen – es macht einfach zuviel Arbeit. JuK hat hier eine Lösung: Markieren Sie die betreffenden Dateien in der Wiedergabeliste, und wählen Sie Meta-InfosMeta-Infos ratenVom Dateinamen oder drücken Sie [Strg-F]. JuK versucht daraufhin mit Hilfe von Regeln, die sich via EinstellungenMeta-Info Rater verfeinern lassen (Abbildung 1), Titel und Interpreten sowie gegebenenfalls das Album zu erraten.

Abbildung 1: Mit der gelb markierten Regel errät JuK die passenden ID3-Tags für Stücknummer (%T), Titel (%t) und Künstler (%a) von Dateien, deren Namen nach dem Muster "Titelnummer Interpret - Titel.mp3" aufgebaut sind.

… reloaded

Den GAU stellen nicht wirklich aussagekräftige Dateinamen wie Track1.mp3 dar: Nach einiger Zeit hat man erfahrungsgemäß entweder den Künstler oder den Titel vergessen. Doch auch hier ist noch nicht alles verloren: JuK bietet die Möglichkeit, mit Hilfe der freien Musikdatenbank MusicBrainz [4] den Titel nachträglich zu erraten. Dazu generiert der Player einen "unscharfen" Fingerabdruck des Musikstücks, welcher gewisse Charakteristiken eines Liedes unabhängig vom Format erfasst und mit der Datenbank abgleicht.

Ab da funktioniert alles wieder wie bei FreeDB oder CDDB: Der Server liefert die Meta-Informationen zum gesuchten Stück zurück, und JuK trägt diese automatisch ein. Passt die Signatur auf mehrere Stücke, fragt das Programm nach. Für in der Datenbank vorhandene Titel ist die Trefferquote erstaunlich hoch.

Die Detektivarbeit via MusicBrainz startet via Meta-InfosMeta-Infos ratenAus dem Internet (oder [Strg-I]) allerdings nur, wenn JuK mit MusicBrainz-Unterstützung übersetzt wurde. Bei den der Redaktion vorliegenden Suse-Paketen war dies der Fall, allerdings mussten das Paket libmusicbrainz sowie das Hilfstool trm [5] per Yast nachinstalliert werden.

Erfahrungsgemäß konzentriert sich MusicBrainz allerdings sehr auf den amerikanischen Musikmarkt. In den nächsten Versionen soll JuK deshalb auch das Hochladen von Metadaten unterstützen, so dass Benutzer aus aller Herren Länder die Datenbank füttern können.

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