Mehr Komfort

In der Basisausstattung bietet Version 0.11 von Streamtuner (Abbildung 4) eine Übersicht nur über das Shoutcast-Verzeichnis. Die Streamtuner-Homepage stellt zusätzliche Plugins bereit für den Zugriff auf Live365 und Icecasts Xiph bereit, beide gibt es jedoch weder in bereits kompilierter Form, noch glänzen sie derzeit durch Stabilität, so dass nur experimentierfreudige Anwender daran Spaß haben.

Abbildung 4: Streamtuner - alles auf einen Blick

Nach dem Start mit dem Befehl streamtuner landen Sie in der Übersicht, die sich am typischen Dateimanagerdesign orientiert: Auf der linken Seite listet eine Baumstruktur die verschiedenen Genres auf. Zudem gibt es dort unter Spitzenstreams eine Übersicht über die beliebtesten Stationen aller Musikarten. Mit der darunterliegenden Suchfunktion durchforsten Sie sämtliche Einträge nach einem Schlagwort; damit finden Sie beispielsweise heraus, ob irgendwer gerade Ihre Lieblinsband spielt. Um nach einem neuen Schlagwort zu suchen, nutzen Sie den Button Aktualisieren, der ansonsten die neuesten Angaben über die angezeigten Radios einholt.

Klicken Sie eine der angezeigten Sparten an, um alle darin verzeichneten Streams zu sehen. Mit dem Pfeil links neben dem Namen der Rubrik klappen Sie einen Ast auf, um seine Untergenres zu öffnen.

In der Liste der verfügbaren Musikanbieter rechts sehen Sie die Beschreibung, die sich der Betreiber selbst gegeben hat, daneben steht bei vielen Stationen das aktuell laufende Lied. Die nächste Spalte gibt die aktuelle Anzahl der Zuhörer wieder, Maximum zeigt, wieviele der Server höchstens bedient. Sind alle Plätze belegt, müssen Sie leider auf einen freien Platz warten, um diesen Stream zu hören.

Wer Wert auf Qualität legt, wirft einen Blick auf die rechte äußere Spalte: Je höher die Bitrate, desto besser die Tonqualität.

Haben Sie sich für einen Sender entschieden, selektieren Sie ihn mit der Maus. Dann bieten die Buttons in der Werkzeugleiste drei Möglichkeiten: Verbinden startet XMMS und spielt den Stream ab. Mit Aufnehmen weisen Sie Streamripper an, die gespielten Lieder im MP3-Format zu sichern, Besuchen schließlich öffnet den Browser und darin die Homepage zur betreffenden Station. Der Stopp-Knopf hat keinerlei Auswirkung auf den laufenden Streamripper oder XMMS; Stremtuner ruft diese externen Programme lediglich auf und hat ferner keine Verbindung zu ihnen.

Fundstücke sicher verwahren

Ein Rechtsklick auf einen Stream öffnet ein Kontextmenü, das neben den oben beschriebenen Aktionen anbietet, diese Station mit Add Bookmark unter Bookmarks zu speichern; so finden Sie die Adressen Ihrer Lieblings-Streams später wieder. Zudem öffnet der Eintrag Eigenschaften ein Dialogfenster, das nochmals Genre, Namen und technische Daten zusammenfasst.

Passen Ihnen die Voreinstellungen beispielsweise in Bezug auf den Browser nicht, tragen Sie unter BearbeitenEinstellungenProgramme die zu verwendenden Software und dazugehörige Parameter ein. Ihren Browser schreiben Sie ins Feld Internetseite besuchen, den MP3-Player definiert der Eintrag Listen to a .m3u-file. Die Voreinstellung unter Stream aufnehmen startet Streamripper in einem Terminal-Fenster ohne weitere Angaben. Dies ergänzen Sie beispielsweise mit -d und einem beliebigen, beschreibbaren Verzeichnis auf Ihrer Festplatte; dort speichert Streamripper dann die Mitschnitte. Fehlt diese Angabe, landen die Dateien in einem Unterverzeichnis Ihres Home-Verzeichnisses mit dem Namen der jeweiligen Radio-Station.

Hier geben Sie auf Wunsch Streamripper auch andere Optionen mit. Der Parameter -l begrenzt die Aufnahmezeit auf eine fest Sekundenzahl, -s verhindert, dass jeder Stream sein eigenes Unterverzeichnis erhält. Weitere Optionen entnehmen Sie der Manual-Seite von Streamripper mit man streamripper.

Glossar

Backports

Damit Debian-Nutzer nicht nur wegen der mangelnden Aktualität der stabilen Version Woody auf offiziell noch unfertige Nachfolger umsteigen, enthält u. a. die Seite http://www.backports.org/ eigens neu kompilierte Debian-Pakete, die Woody nicht oder nur in alten Versionen enthält.

Infos

[1] Shoutcast: http://www.shoutcast.com/

[2] Live365: http://www.live365.com/

[3] Icecast: http://www.icecast.org/streamlist.php

[4] XMMS: http://www.xmms.org/

[5] Streamripper: http://streamripper.sourceforge.net/

[6] Streamtuner: http://www.nongnu.org/streamtuner

[7] Suse-Pakete für Streamripper und Streamtuner: http://apt.bygden.nu/SuSE/9.0-i386/RPMS.suser-scorot/

[8] Red-Hat-Pakete für Streamripper und Streamtuner: ftp://newrpms.sunsite.dk/projects/newrpms/www/htdocs/apt/redhat/en/i386/9.0/RPMS.newrpms/

[9] Mandrake-Paket für Streamtuner und Streamripper: http://mandrake.binarycompass.org/Mandrake-devel/contrib/i586/

[10] XMMS: Stefanie Teufel, "Soundmaschine", LinuxUser 09/2001, S. 31 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/09/031-xmms/xmms-6.html

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Das singende klingede Internet
    Beginnt Ihre Musiksammlung langsam, Sie zu langweilen, und wollen Sie nicht viel Geld für neue CDs ausgeben, dann bedienen Sie sich doch aus dem Internet. Nein, das war keine Aufforderung zum illegalen Download von Musik aus den vielen Tauschbörsen. Schalten Sie doch mal das Radio an! Nicht das alte verstaubte Röhrenradio, sondern das im Internet.
  • Unter Dach
    Für das Platzproblem durch die vielen Audio-CDs, die sich über die Jahre angesammelt haben, gibt es eine praktische Lösung: Rippen, verpacken, wegräumen.
  • Audiostreams aus dem Netz aufzeichnen
    Die größte Vielfalt an Radiosendern empfängt man nicht über den UKW-Äther, sondern über das weltweite Netz. Wie aber speichert man DJ-Sets, Live-Konzerte oder Musiksendungen auf der heimischen Festplatte? Hier kommen drei recht einfache Lösungen.
  • Angetestet
  • out of the box: MuSE
    Im Zeitalter von DSL machen genügend Bandbreite und Tools wie Icecast Live-Audio-Streaming vom eigenen Rechner aus möglich. Doch womit den Icecast-Server füttern? Mit MuSE steht eine komfortable Streaming-Quelle zur Verfügung.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 06/2015: Shell-Tools

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Tim Schürmann, 24.04.2015 19:36, 0 Kommentare

LibreOffice kommt zwar mit einer deutschen Rechtschreibprüfung und einem guten Thesaurus, eine Grammatikprüfung fehlt jedoch. In ältere 32-Bit-Versionen ...

Aktuelle Fragen

Zu wenig Speicherplatz auf /boot unter MATE
Patrick Obenauer, 25.05.2015 14:28, 0 Antworten
Hallo zusammen, ich habe Ubuntu 14.10 mit MATE 1.8.2 (3.16-37) mit Standardeinstellungen aufgese...
Konsole / Terminal in Linux Mint 17.1 deutsch
Dirk Resag, 09.05.2015 23:39, 12 Antworten
Hallo an die Community, ich habe vor kurzem ein älteres Notebook, Amilo A1650G, 1GB Arbeitsspe...
Admin Probleme mit Q4os
Thomas Weiss, 30.03.2015 20:27, 6 Antworten
Hallo Leute, ich habe zwei Fragen zu Q4os. Die Installation auf meinem Dell Latitude D600 verl...
eeepc 1005HA externer sound Ausgang geht nicht
Dieter Drewanz, 18.03.2015 15:00, 1 Antworten
Hallo LC, nach dem Update () funktioniert unter KDE der externe Soundausgang an der Klinkenbuc...
AceCad DigiMemo A 402
Dr. Ulrich Andree, 15.03.2015 17:38, 2 Antworten
Moin zusammen, ich habe mir den elektronischen Notizblock "AceCad DigiMemo A 402" zugelegt und m...