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Internet-Radios mitschneiden

SoundSauger

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Viele stolze Besitzer einer Breitband-Internet-Anbindung lauschen im Hintergrund gerne der Musik eines der zahlreichen Internet-Radios. Über die Angebote den Überblick zu behalten, ist aber nicht leicht. Und wie nehme ich das Programm auf, wenn es mir besonders gut gefällt?

Allein die Internet-Seiten Shoutcast [1], Live365 [2] und Icecast [3] verzeichnen Hunderte so genannter Netzradios: Diese senden über's Internet einen beständigen Datenstrom (englisch: "stream") und liefern damit Musik im MP3-Format. Ein beliebiger MP3-Player wie XMMS [4] gibt die Töne aus, zum Mitschneiden gibt es das Kommandozeilenprogramm Streamripper [5]; Streamtuner [6] schließlich koordiniert das Ganze mit seiner grafischen Oberfläche.

Zwar bietet beispielsweise auch XMMS von Haus aus mit seinem Disk Writer-Plugin an, den musikalischen Datenstrom lokal zu speichern, doch dekodiert es dazu den eingehenden Stream und kopiert ihn dabei als große Wave-Datei auf die Festplatte; daraus einzelne Lieder zu extrahieren bedeutet viel Arbeit.

Installation

Die gängigen Distributionen liefern unsere verwendete Ausrüstung leider nicht mit, deshalb haben wir die Pakete von [7], [8] und [9] auf die Heft-CD aufgenommen. Bei den RPM-basierten Linux-Systemen Suse, Red Hat und Mandrake wechseln Sie ins jeweilige Verzeichnis der CD und geben als root mit rpm -Uvh *.rpm den Auftrag zur Installation von Streamripper und Streamtuner.

Zum Erfolg dieser Operation setzen die Programme jedoch weitere Pakete voraus, die die Distributionen mitbringen: Neben den GTK-Bibliotheken, die gewöhnlich bereits installiert sind, benötigt Streamtuner das Programm Curl.

In der stabilen Debian-Version Woody haben Streamripper und Streamtuner ebenfalls noch keinen Platz gefunden, es gibt jedoch Backports aus zukünftigen, noch nicht freigegebenen Versionen. Beide Pakete liegen auf der Heft-CD bereit zur üblichen Installation per dpkg -i *.deb im Verzeichnis Debian. Auch hier benötigt Streamtuner zuvor das Paket libcurl2.

Wer stets über die aktuellsten Versionen verfügen möchte, trägt die Zeilen

deb http://www.backports.org/debian stable streamtuner
deb http://www.backports.org/debian stable streamripper

in die Datei /etc/apt/sources.list ein und lädt nach der Aktualisierung des Paketbestands als root durch apt-get update mit apt-get install streamripper streamtuner die beiden Pakete herunter.

Um Musik wiederzugeben, verwendet Streamtuner den MP3-Player XMMS, der in jeder der genannten Distributionen zum Standardrepertoire gehört.

Lass hören!

Wer noch keinen Kontakt mit den Internet-Radios hatte, findet auf der Shoutcast-Homepage [1] eine breite Auswahl (Abbildung 1). Anhänger fast jedes Genres dürften etwas nach ihrem Geschmack finden. Ein Klick auf den Button Tune in! neben einer Station öffnet ein Dialogfenster, dass nach dem zu verwendenden Programm spielt. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um gewöhnlich schon zugeteilte MP3-Dateien, sondern um Abspiellisten mit der Endung pls oder m3u.

Abbildung 1: Shoutcast bietet etwas für jeden Geschmack.

Im KDE-Browser Konqueror klicken Sie im ersten Dialog auf Öffnen. Ist dieser Dateityp noch keiner Applikation versprochen, erscheint ein weiteres Fenster, in dem Sie auf Öffnen mit:... klicken. In der nächsten Abfrage geben Sie ins Textfeld oben xmms ein oder wählen das Programm über das darunter erscheinende KDE-Menü. Ein Klick auf OK startet daraufhin die Wiedergabe des Internet-Radios.

Das Programm Streamripper ist für die Aufnahme zuständig. Der Befehl streamripper gefolgt von der Adresse des gewünschten Streams nimmt umstandslos Kontakt mit dem Zielrechner auf und speichert die gespielten Lieder in einzelnen MP3-Dateien auf der Festplatte. Die genaue Adresse eines Radios finden Sie in XMMS im Feld Dateiname im Fenster Datei-Infos, das die Tastenkombination [Strg-3] zum Vorschein bringt (Abbildungen 2 und 3).

Abbildung 2: XMMS verrät die Adresse eines Streams.
Abbildung 3: Streamripper speichert die Lieder eines Radio-Streams einzeln.

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