Distribits

01.05.2004

Kurz notiert

  • Red Hat steigert Umsatz und Gewinn. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2003, das Ende Februar endete, weist Red Hat einen Umsatz von 37 Millionen US-Dollar aus. Das entspricht einem Anstieg von elf Prozent gegenüber dem vorigen Quartal. Für das Gesamtgeschäftsjahr bucht Red Hat einen Umsatz von 126,1 Millionen US-Dollar, was eine Steigerung um 39 Prozent bedeutet. Der Nettogewinn lag bei 14 Millionen US-Dollar.
  • In der neuesten Version der Live-Distribution Gnoppixsteht als X-Server die X.org-Variante als einziger X-Server zur Verfügung. Neben dieser tiefgreifenden Änderung enthält die aktuelle Version 0.6.0-rc2 einige Sicherheits-Updates und Fehlerbereinigungen.
  • Das Caos-Projekt gab Version 3.1 von CentOSzum Download frei. Die Linux-Distribution, die aus den frei verfügbaren Quelltexten von Red Hat Enterprise Linux zusammengestellt wurde, enthält alle Sicherheits-Updates der Firma bis zum 18. März 2004. Zur Installation benötigt man drei CDs, deren Iso-Images auf der Projekt-Homepage zum Herunterladen bereit liegen.
  • Die Version 0.2.12 der Systemrettungs-CD System Rescue CD bringt Updates von GNU Parted und QtParted, den Eagle Driver für verschiedene Modems und die Integration des Speakup-Screenreaders, der die Distribution für Sehbehinderte benutzbar macht. Das 104 MByte große Iso-Image findet sich auf der Projekt-Homepage.
  • Das Dynebolic-Projekt veröffentlichte die Version 1.2 der Multimedia-Distribution. Dabei handelt es sich um eine Live-Distribution zur Bearbeitung von Audio- und Videodaten. Neu in Version 1.2 ist die Möglichkeit, das System auf der Festplatte zu installieren, zudem brachten die Entwickler etliche Anwendungen auf den neuesten Stand und beseitigten viele Programmfehler.
  • Anläßlich des Chemnitzer Linux-Tages veröffentlichte das Rock-Linux-Team die Version 2.0 der gleichnamigen Distribution. Neu ist vor allem der Umbau in einen Distributionsbastelkasten. Rock Linux unterstützt eine lange Reihe von Hardware-Plattformen: x86, AMD64, PowerPC, MIPS, Alpha, SPARC und SPARC64. Für die x86-Plattform gibt es bereits ein Iso-Image. Als Paketformat kommt das GEM-Format zum Einsatz, das Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Programmpaketen automatisch auflöst. Zugleich sind zwei Entwicklungslinien von Rock Linux zusammengeflossen: Desktop Rock Linux gehört jetzt wieder zur Hauptdistribution.
  • Die Entwicklergemeinde von Debian hat beschlossen, den Non-Free-Zweigder Distribution, also alle Programme, die nicht unter einer freien Lizenz stehen, beizubehalten.
  • Mandrake stellte die erste Beta-Version Mandrake Linux für AMD64-Prozessorenvor. Der Umfang enspricht dem der 32-Bit-Version. Die drei Iso-Images stehen auf dem Mandrake-Server.
  • Fedora setzt künftig auf den X-Server von X.org anstelle von XFree86. Grund für diesen Entschluss ist die Änderung der Lizenz für XFree86, die von den Fedora-Entwicklern als problematisch angesehen wird. Sie verlangt, dass jede Distribution und jedes Produkt, das Code von XFree86 verwendet, einen Verweis auf XFree86 in der Dokumentation oder dem Programm selbst anbringen muss. Einigen Distributoren ist das zu aufwändig, so dass sie sich nach Alternativen zu XFree86 umsahen. X.org ist eine Abspaltung von XFree86 4.3, das noch unter der GPL steht. Linux für die ersten SchritteELearnix hilft Einsteigern, Linux kennenzulernen. Die Live-Distribution aus Kanada steht als Iso-Image im Netz bereit und ist nur 128 MByte groß. Nach dem Start wählt der Anwender den Maustyp aus, den Rest der Hardware erkennt die Software zuverlässig und startet in einen sauber konfigurierten Gnome-Desktop (Abbildung 1).

Leider unterstützt das Projekt lediglich die amerikanische Tastaturbelegung. Der Kernel verfügt zudem über keinerlei PCMCIA-Unterstützung, so dass Notebook-Benutzer unter Umständen nicht in den Genuss einer Netzwerkverbindung kommen. Desktop-Rechnern hingegen finden ­ die passende Hardware vorausgesetzt ­ schnell Anschluss.

An Software steht als Browser Firefox bereit, als E-Mail-Client das Java-Programm Columba und zum Bearbeiten von Texten Abiword in der Version 2.0. Zur Bildbearbeitung greift man auf Gimp zurück. Bewegte Bilder zeigen die Multimedia-Player GXine und MPlayer an.

Das Home-Verzeichnis speichert ELearnix auf Wunsch auf einem USB-Speicherriegel, so dass die Einstellungen bei einem Neustart sofort wieder zur Verfügung stehen. Das System passt auf eine Single-CD und ist, falls die Tastaturbelegung kein Problem darstellt, ein praktischer Begleiter.

Abbildung 1: Elearnix verwendet Gnome 2.4 als Desktop.

Zur Freiheit, Brüder

Unter dem neuen Eigentümer Novell erfährt Suse eine Reihe von Änderungen: Noch in diesem Jahr stellt das Unternehmen das Installations- und Systemwartungswerkzeug von Suse Linux, den Yast, unter die GPL und ebnet damit allen Interessierten den Weg zur Weiterentwicklung des Verwaltungswerkzeugs.

Gleichzeitig kündigte Novell an, die Dokumentenverwaltung IFolder ebenfalls unter die GPL zu stellen. Die Software ermöglicht die Synchronisation von Daten aus verschiedenen Standorten. Sie enthält zudem ein Adressbuch zur gemeinsamen Nutzung.

IFolder wird mit Mono, einer freien Variante der Dot-Net-Entwicklungsumgebung von Microsoft, programmiert. Der IFolder-Client unterstützt neben Linux auch Windows, MacOS und Netware als Betriebssystem. Das neue Suse Linux 9.1 ist ab dem 22. April in Deutschland erhältlich.

Stille Wasser sind tief

Bei Deep Water Linux handelt es sich um eine minimalistische Live-Distribution, die sich vollständig in den Arbeitsspeicher lädt. Das Iso-Image auf der Homepage des Projekts ist 30 MByte groß, so dass nicht viele Programme auf der CD Platz finden.

Die wichtigsten Pakete sind jedoch dabei: So findet man mit Deep-View einen komfortablen Dateimanager, zum Browsen steht Links sowohl in einer grafischen als auch in einer textorientierten Variante zur Verfügung. Die Konfiguration einer Einwahlverbindung nimmt man mit WVDial vor. Als Windowmanager findet Hackedbox Verwendung. Programme startet man über das Deep-Panel, eine kleine, kompakte Startleiste.

Linux aus dem Baukasten

Ian Murdock, einer der Gründer der Debian-Distribution, stellt mit der Progeny Componentized Linux Platform eine neue, modulare Linux-Distribution vor. Diese stellt lediglich den Kern eines Systems, der, ähnlich wie bei Morphix, mit Modulen erweitert wird.

Das System lässt sich mit RPM- und Debian-basierten Programmpaketen ausbauen, was zahlreiche Optionen eröffnet. Trotzdem winkt ein schlankes Linux, das nur die Komponenten enthält, die wirklich benötigt werden.

Bei der Installation verwendet Progeny das Programm Anaconda von Red Hat und die eigene Hardware-Erkennung Discover 2.0. Über das Basissystem hinaus bietet Progeny zur Zeit Module für Gnome 2.4, Kernel 2.4 und 2.6 sowie für XFree86 4.2 an.

Componentized Linux liegt auf den Servern von Progeny in Form von Iso-Images zum Herunterladen bereit. Die Distribution ist vollständig konform zur Linux Standard Base (LSB). Als zusätzlichen Service bietet Progeny Sicherheits-Updates für ältere Red-Hat-Systeme an.

Vector Linux live und in Farbe

Für alle Benutzer, die Vector Linux ausprobieren wollen, ohne es aufwändig zu installieren, gibt es jetzt eine Live-CD der aktuellen Version 4.0. Wie bei der normalen Distribution bildet hier die neueste Slackware-Version eine solide Grundlage. Das 264 MByte große Iso-Image findet sich auf der Homepage des Projekts.

Während des Starts fragt das System die Tastaturbelegung und die Netzwerkparameter ab, die restliche Hardware erkennt es problemlos. Nach dem Einloggen startet man mit dem Kommando startx die grafische Oberfläche. Als Windowmanager stehen XFCE, Fluxbox und Icewm (Abbildung 2) zur Auswahl.

Die Software-Ausstattung reicht für den täglichen Gebrauch vollkommen aus. Da Vectorlinux aber nur die Version 1.2 der GTK-Bibliothek mitbringt, sind einige Anwendungen nicht mehr auf dem neuesten Stand: Die Textverarbeitung Abiword liegt beispielsweise in Version 1.0.5 bei.

Zur Zeit ist es nicht möglich, Benutzereinstellungen dauerhaft zu speichern, so dass sich diese Live-CD eher als Demosystem als für die tägliche Arbeit eignet. (Frank Wieduwilt/agr)

Abbildung 2: Das neueste Vector Linux in Aktion als Live-Distribution.

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