Leider unterstützt das Projekt lediglich die amerikanische Tastaturbelegung. Der Kernel verfügt zudem über keinerlei PCMCIA-Unterstützung, so dass Notebook-Benutzer unter Umständen nicht in den Genuss einer Netzwerkverbindung kommen. Desktop-Rechnern hingegen finden die passende Hardware vorausgesetzt schnell Anschluss.
An Software steht als Browser Firefox bereit, als E-Mail-Client das Java-Programm Columba und zum Bearbeiten von Texten Abiword in der Version 2.0. Zur Bildbearbeitung greift man auf Gimp zurück. Bewegte Bilder zeigen die Multimedia-Player GXine und MPlayer an.
Das Home-Verzeichnis speichert ELearnix auf Wunsch auf einem USB-Speicherriegel, so dass die Einstellungen bei einem Neustart sofort wieder zur Verfügung stehen. Das System passt auf eine Single-CD und ist, falls die Tastaturbelegung kein Problem darstellt, ein praktischer Begleiter.
Zur Freiheit, Brüder
Unter dem neuen Eigentümer Novell erfährt Suse eine Reihe von Änderungen: Noch in diesem Jahr stellt das Unternehmen das Installations- und Systemwartungswerkzeug von Suse Linux, den Yast, unter die GPL und ebnet damit allen Interessierten den Weg zur Weiterentwicklung des Verwaltungswerkzeugs.
Gleichzeitig kündigte Novell an, die Dokumentenverwaltung IFolder ebenfalls unter die GPL zu stellen. Die Software ermöglicht die Synchronisation von Daten aus verschiedenen Standorten. Sie enthält zudem ein Adressbuch zur gemeinsamen Nutzung.
IFolder wird mit Mono, einer freien Variante der Dot-Net-Entwicklungsumgebung von Microsoft, programmiert. Der IFolder-Client unterstützt neben Linux auch Windows, MacOS und Netware als Betriebssystem. Das neue Suse Linux 9.1 ist ab dem 22. April in Deutschland erhältlich.
Stille Wasser sind tief
Bei Deep Water Linux handelt es sich um eine minimalistische Live-Distribution, die sich vollständig in den Arbeitsspeicher lädt. Das Iso-Image auf der Homepage des Projekts ist 30 MByte groß, so dass nicht viele Programme auf der CD Platz finden.
Die wichtigsten Pakete sind jedoch dabei: So findet man mit Deep-View einen komfortablen Dateimanager, zum Browsen steht Links sowohl in einer grafischen als auch in einer textorientierten Variante zur Verfügung. Die Konfiguration einer Einwahlverbindung nimmt man mit WVDial vor. Als Windowmanager findet Hackedbox Verwendung. Programme startet man über das Deep-Panel, eine kleine, kompakte Startleiste.
Linux aus dem Baukasten
Ian Murdock, einer der Gründer der Debian-Distribution, stellt mit der Progeny Componentized Linux Platform eine neue, modulare Linux-Distribution vor. Diese stellt lediglich den Kern eines Systems, der, ähnlich wie bei Morphix, mit Modulen erweitert wird.
Das System lässt sich mit RPM- und Debian-basierten Programmpaketen ausbauen, was zahlreiche Optionen eröffnet. Trotzdem winkt ein schlankes Linux, das nur die Komponenten enthält, die wirklich benötigt werden.
Bei der Installation verwendet Progeny das Programm Anaconda von Red Hat und die eigene Hardware-Erkennung Discover 2.0. Über das Basissystem hinaus bietet Progeny zur Zeit Module für Gnome 2.4, Kernel 2.4 und 2.6 sowie für XFree86 4.2 an.
Componentized Linux liegt auf den Servern von Progeny in Form von Iso-Images zum Herunterladen bereit. Die Distribution ist vollständig konform zur Linux Standard Base (LSB). Als zusätzlichen Service bietet Progeny Sicherheits-Updates für ältere Red-Hat-Systeme an.
Vector Linux live und in Farbe
Für alle Benutzer, die Vector Linux ausprobieren wollen, ohne es aufwändig zu installieren, gibt es jetzt eine Live-CD der aktuellen Version 4.0. Wie bei der normalen Distribution bildet hier die neueste Slackware-Version eine solide Grundlage. Das 264 MByte große Iso-Image findet sich auf der Homepage des Projekts.
Während des Starts fragt das System die Tastaturbelegung und die Netzwerkparameter ab, die restliche Hardware erkennt es problemlos. Nach dem Einloggen startet man mit dem Kommando startx die grafische Oberfläche. Als Windowmanager stehen XFCE, Fluxbox und Icewm (Abbildung 2) zur Auswahl.
Die Software-Ausstattung reicht für den täglichen Gebrauch vollkommen aus. Da Vectorlinux aber nur die Version 1.2 der GTK-Bibliothek mitbringt, sind einige Anwendungen nicht mehr auf dem neuesten Stand: Die Textverarbeitung Abiword liegt beispielsweise in Version 1.0.5 bei.
Zur Zeit ist es nicht möglich, Benutzereinstellungen dauerhaft zu speichern, so dass sich diese Live-CD eher als Demosystem als für die tägliche Arbeit eignet. (Frank Wieduwilt/agr)