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Zettelwirtschaft

deskTOPia: xpad

01.04.2004 Die gelbe Invasion begann 1980. In diesem Jahr traten die als Post-It bekannt gewordenen Klebezettel ihren Siegeszug in den Büros und Arbeitszimmern an. Das Programm Xpad bringt sie auf den Desktop.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Termine, Wegbeschreibungen, Adressen, Telefonprotokolle: Es gibt vieles, was die praktischen selbstklebenden Notizzettel aufnehmen. In allen möglichen Farben und Formen pappen sie auf Monitoren, Lampenschirmen und Schreibtischen, bis sie, vom Alter vergilbt und eingerollt, im Papierkorb ihre letzte Ruhestätte finden.

Was im wirklichen Leben Erfolg hat, macht sich auf dem Desktop ebenfalls gut. Das dachte sich zumindest Michael Terry, als er mit Xpad (http://xpad.sourceforge.net) die virtuelle Alternative zu den beliebten Merkzetteln programmierte – und im Gegensatz zum papiernen Vorbild verdecken die Xpad-Notizen weder den Blick auf den Monitor, noch belasten sie bei der Entsorgung die Umwelt.

Schnell auf die Platte

Anwender von Mandrake Linux greifen einfach auf ein Xpad-RPM-Paket zurück. Wer eine andere Distribution verwendet, versucht ebenfalls sein Glück mit dem Mandrake-RPM-Paket, das sich unter Red Hat Linux 9.0 problemlos installieren lässt, oder übersetzt das Programm selbst aus dem Quellcode.

Damit dies gelingt, brauchen Sie neben den Bibliotheken selbst die Entwicklerpakete von gtk2, XFree86 und libgdk-pixbuf. Diese Development-Pakete tragen bei den Distributionen meistens den Namenszusatz -devel oder -dev. Ist die nötige Software installiert, entpackt der folgende Befehl den Quellcode:

tar -xjf xpad-1.13.tar.bz2

Wechseln Sie in das so entstandene Verzeichnis xpad-1.13. Dort rufen Sie ./configure und make auf, womit die Software konfiguriert und übersetzt wird. Die Installation in die Verzeichnisse unterhalb von /usr/local erledigt der Befehl make install-, den Sie als root aufrufen müssen.

Post-Its für den Desktop

Xpad gibt sich weltoffen und arbeitet mit jedem Window-Manager zusammen. Sobald Sie die Neuerwerbung mit xpad & zum ersten Mal starten, offeriert das Programm eine Kurzhilfe (Abbildung 1), die die Bedienungsgrundlagen erklärt. Schließen Sie diese über Close legt Xpad gleich eine 200 mal 200 Pixel große Haftnotiz auf der Arbeitsfläche ab.

Die virtuellen Klebezettel sind Fenster, die sich wie alle anderen verschieben lassen. Sobald Sie zu einem Xpad-Fenster wechseln, erscheint am unteren Rand die Werkzeugleiste (Abbildung 2). Mit gedrückt gehaltener linker Maustaste greifen Sie dort die Notizen und schieben sie auf der Arbeitsfläche hin und her. Der geriffelte Anfasser unten rechts dient zum Verkleinern oder Vergrößern.

Abbildung 1: Mit diesem Informationsfenster heißt Xpad den Anwender beim ersten Start willkommen.

Abbildung 2: Sobald ein Xpad-Fenster den Fokus hat, blendet das Programm eine Werkzeugleiste ein.

Haben Sie die Werkzeugleiste einmal nicht im Blick, etwa weil ein anderes Fenster sie überdeckt, verschieben sie die Notizen mit einem Klick auf eine beliebige Stelle bei gedrückt gehaltener [Strg]-Taste. Auch eine Größenänderung ist möglich: Dafür brauchen Sie ebenfalls [Strg], diesmal in Kombination mit der rechten Maustaste. Alternativ können sie statt [Strg] auch die Taste [Alt] verwenden.

Über die Tastatur geben Sie dann alle möglichen Textschnipsel ein wie in einem Editor. Im Gegensatz zur Variante aus Papier geht Ihnen bei Xpad der Platz nicht aus. Schreiben Sie mehr, als die Notiz in der Originalgröße fasst, blendet das Programm einen Scroll-Balken ein – die Übersichtlichkeit der Mininotizen geht dabei allerdings verloren.

Besser ist ein weiterer Klebezettel, den das Icon unten links in der Werkzeugleiste öffnet. Finden Sie bei mehreren Notizen nicht auf Anhieb die richtige, etwa weil Sie hinter einem Fenster liegt, klicken Sie mit der rechten Maustaste in ein Xpad-Fenster und holen über NotesShow All alle Klebezettel auf einmal in den Vordergrund.

Veraltete Haftnotizen entsorgt ein Klick auf das Mülleimer-Icon. Das rechte Minisymbol beendet Xpad.

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LinuxUser 03/2012

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