Wer trotz Desktop viel textorientiert arbeitet, verliert leicht den Überblick, denn alle Fenster sehen gleich aus: eine einfarbige Textfläche mit einer Titelleiste. In Gnome heißt ein solches Fenster Gnome-Terminal, bei KDE Konsole, doch der Urahn aller Terminalfenster ist das X-Terminal, kurz Xterm.
Die Mutter aller Terminals
Ein Xterm lässt sich auf vielfältige Weise einstellen, beispielsweise seine Farben, Schriften oder die Titelleiste. Damit heben sich Fenster optisch voneinander ab und vereinfachen die Orientierung auf dem Desktop.
Leider braucht man dafür komplizierte Befehle in Form von Escape-Sequenzen. So lautet das Kommando, um die Titelleiste in "Mailserver" zu ändern:
echo -e "\033]0;Mailserver\007"
Die Option -e sorgt dafür, dass der echo-Befehl neben einige anderen Spezialzeichen auch Oktalzahlen versteht und richtig auswertet. Die Oktalzahl "\033" steht im Beispiel für das [Esc]-Zeichen, das nicht mittels eines einfachen Buchstabens ausgedrückt werden kann.
Analog färbt der Befehl echo "\[\033[0;34m\]" die Schrift im Xterm blau ein. Sich solche Zeichenfolgen zu merken ist kein Spaß, zumal Xterms eine ganze Menge von diesen verstehen [1].
Gedächtnisstütze
Das Programm Xtermcontrol schafft Erleichterung. Es existiert nur zu dem Zweck, die wichtigsten Eigenschaften von X-Terminals bequemer zu kontrollieren. Statt kryptischer Zeichen nutzt Xtermcontrol für Menschen verständliche Optionen und übersetzt sie in die Sprache der Xterms. Xtermcontrol lässt sich recht einfach installieren. Eine genaue Anleitung dafür finden sie in Kasten 1.
Kasten 1: Installation
Das RPM installieren Sie (unter Suse oder Red Hat) als root mit
rpm -i xtermcontrol-2.3-1.i586.rpm
Es ist auch nicht sehr schwer, Xtermcontrol selbst zu kompilieren, da es nur von wenigen anderen Paketen abhängt. Dazu müssen auf ihrem System – neben einem Compiler – lediglich die X-Entwicklungspakete installiert sein.
Nach dem Download entpacken Sie die Datei:
tar xfz xtermcontrol-2.3.tar.gz
Dann kompilieren Sie das Programm mit:
cd xtermcontrol-2.3 ./configure make
und installieren es:
su make install
Die Ziele der obigen Beispiele erreicht Xtermcontrol einfacher:
xtermcontrol --title "Server-Login"
ändert die Titelleiste, während dieser Befehl die Farbe der Schrift einstellt (Abbildung 1):
xtermcontrol --fg red
Sollte das nicht ganz klappen, überprüfen Sie die verdächtige Umgebungsvariable mit echo $PROMPT_COMMAND (siehe Kasten 2).
So wie das Programm diese Werte setzt, liest es sie analog auch aus, beispielsweise mit den Parametern --get-title und --get-fg. Xtermcontrol bietet Optionen für die wichtigsten Einstellungen wie Farben, Titeltext und Schriftart. Darüber hinaus kann es Xterms auch verkleinern, vergrößern oder ikonifizieren. Die wichtigsten Parameter sind in Tabelle 1 aufgeführt. Eine vollständige Liste finden sie auf der Homepage des Programms [2].
Tabelle 1: Wichtige Xtermcontrol-Optionen
| --geometry | Stellt die Größe des Fensters ein, im einfachsten Fall stehen nach dem folgenden Gleichheitszeichen Breite und Höhe, getrennt durch ein x, z.B. --geometry=640x480.
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| --fg | Setzt die Schriftfarbe, über Farbnamen oder -codes, z.B. --fg=blue oder --fg=#0000ff |
| --bg | Stellt die Hintergrundfarbe ein, vergleiche --fg |
| --title | Ändert die Titelleiste des Fensters auf den angegebenen Text, z.B. --fg="Dies ist ein Xterm" |
| --font | Teilt dem Fenster eine Schriftart zu, die der Anwender als X Font Name angibt, also in seiner kompletten Form (z.B. -sony-fixed-medium-r-normal--0-0-100-100-c-0-iso8859-1) oder als Kurzname wie micro
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