Software-News

01.04.2004

Kurz notiert

  • Mit Mozilla Europehob die Mozilla Foundation Mitte Februar einen europäischen Ableger aus der Taufe. Ziel der Niederlassung mit Sitz in Paris ist die Förderung, Unterstützung und Verbreitung der unterschiedlichen Mozilla-Projekte auf dem europäischen Kontinent. Einen ersten Eindruck von der Arbeit der Organisation erhält man auf der zeitgleich gestarteten Web-Seite http://www.mozilla-europe.org, die in deutsch online ist. Dort kann man nachlesen, wer die Organisation leitet, und erfährt Details über deren Ziele.
  • Auf der Linux World Expo wurden die diesjährigen Gewinner der Product Excellence Awardsbekannt gegeben. In zehn verschiedenen Kategorien von Cluster-Lösung über Produktivität bis zur Systemintegration war unter anderem IBM zweimal mit Produkten der Tivoli-Reihe vertreten. Der Preis für die beste Office-Lösung ging an den Xandros Business Desktop. Als bestes Entwickler-Tool wurde KDevelop nominiert. Ein Sonderpreis für die beste Präsentation ging an IBMs Lotus Domino Web Access für Mozilla.
  • Der Februar stand ganz im Zeichen des Kernel. Nachdem wiederholt Fehler in der Speicherverwaltung verschiedener Linux-Versionen aufgefallen waren, gaben die Maintainer neben den entsprechenden Sicherheits-Updates mit Kernel 2.4.25 und 2.6.3 neue Versionen frei http://www.kernel.org. Sie enthalten außerdem Updates in den Bereichen USB, Filesystem, ACPI oder Bluetooth. Mit Version 2.0.40 erschien der vermutlich letzte Kernel der 2.0.x-Reihe. Er enthält nur Fehlerkorrekturen und Sicherheits-Updates.
  • In die Browser-Welt kam im Februar Bewegung: Operahttp://www.opera.com veröffentlichte die zweite Vorabversion 7.5 des gleichnamigen Browsers. Diese schließt unter anderem eine Sicherheitslücke, bietet eine bessere Chat-Funktion und implementiert einen neuen Ident-Server. Weitere Detailverbesserungen am Panel und in der Bookmark-Verwaltung runden das Release ab.

Mit Erscheinen der Version 0.8 benannte die Mozilla FoundationIhre Standalone-Browser-Komponente abermals um: Nach Phoenix und Firebird firmiert das Programm nun unter dem Namen http://Firefox. Die Namensquerelen mit der Open-Source-Datenbank Firebird sind damit beigelegt. An neuen Featuren bietet die Version des schlanken Browsers unter anderem eine überarbeitete Dateitypenverarbeitung, eine verbesserte Download-Verwaltung sowie einen Work-Offline-Modus. Letzterer erlaubt die Recherche in bereits besuchten Web-Seiten, ohne dass diese erneut geladen werden.

Alternativer Editor

Abbildung 1: Ne besitzt eine übersichtliche Menüleiste.

Für viele ist Joe der Editor der Wahl für kleine, schnelle Modifikationen am System. Wer noch einige Funktionen mehr braucht, sollte einen Blick auf http://Ne werfen. Er besitzt neben der Programmsteuerung durch Tastaturkürzel übersichtliche Menüs, die Einsteigern die Arbeit erleichtern. Mausunterstützung fehlt hingegen (Abbildung 1).

Besonders interessant sind die unbegrenzte Undo- und Redo-Funktion sowie der integrierte Makro-Editor, der über eine einfache Skriptsprache verfügt. Der Anwender hat zudem jederzeit die Möglichkeit, die aktuelle Konfiguration des Editors in eine Datei zu schreiben und bei Bedarf zu laden.

Das Programm verwaltet kinderleicht mehrere geöffnete Dokumente dank einer Dokumentenliste. Unpraktisch ist dagegen die Funktion zum Markieren von Textblöcken, da Ne im Gegensatz zu anderen Editoren den markierten Bereich nicht farblich absetzt.

Ebenfalls vergeblich sucht man nach Syntax-Highlighting. Sieht man davon ab, handelt es sich bei dem kleinen Schreiberling um eine echte Alternative zu anderen Editoren.

Prüfsummen

Beim Erstellen von Dateiprüfsummen denken viele Anwender sofort an das populäre MD5-Verfahren. Das Java-Programm http://Jacksum bietet neben diesem noch weitere Algorithmen, um die Integrität einer Datei zu prüfen. Von Adler32 oder BSD Sum über CRC-32 und MD5 bis hin zu Exoten wie Whirlpool oder Xor8 beherrscht das Programm 24 verschiedene Prüfverfahren.

Das Kommandozeilenprogramm gibt die Checksummen in einer Unix-konformen Ausgabe im Sum- oder MD5Sum-Format aus, zur besseren Übersicht alphabetisch sortiert und auf Wunsch mit frei konfigurierbaren Zeitmarken versehen.

Auf diese Weise erfasst man mit Jacksum die Integrität ganzer Verzeichnisstrukturen. Selbst extrem große Dateien stellen für das Tool kein Problem dar. Eine grafische Oberfläche besitzt das Programm nicht, dafür eine ausführliche Hilfe.

Ordnung für die MP3-Sammlung

Abbildung 2: MP3CD hilft bei der Orientierung im eigenen MP3-Wald.http://MP3CD hilft dem Anwender bei der Organisation seiner MP3-Sammlung. Im Gegensatz zu anderen Lösungen, die sich der Kombination Apache, PHP und MySQL bedienen, ist das Java-basierte MP3CD ein autonomes Programm, das über eine eigene Datenbank-Engine verfügt. Die Software kann jedoch auch MySQL als Backend für die Datenablage verwenden (Abbildung 2).

Selbstverständlich muss der Anwender seine Musikdateien nicht manuell einpflegen. Übergibt man MP3CD ein Verzeichnis, liest es automatisch alle darin enthaltenen MP3-Dateien ein und sortiert sie entsprechend der ID3-Kennung.

Ist diese lückenhaft, versucht die Software die Datei anhand des Dateinamens einzugruppieren. Schlägt das fehl, trägt MP3CD sie nur mit dem Namen ohne Interpret oder Album ein. Der Anwender kann später Informationen von Hand ergänzen und Titel richtig einordnen.

Im Hauptfenster sortiert das Programm alle Titel nach den Kriterien CD, Album und Interpret. Ein separates Fenster erlaubt die Suche nach bestimmten Eigenschaften wie beispielsweise Titeln oder Qualität. Mit Hilfe des Kontextmenüs der rechten Maustaste spielt der Anwender den Song -­ einen richtig konfigurierten MP3-Player vorausgesetzt -­ direkt ab.

SCSI-Komponenten

Wer oft mit wechselnden SCSI-Komponenten arbeitet, empfindet die grafische Oberfläche http://SCSIaddgui des Programms SCSIadd sicher als willkommene Arbeitserleichterung.

Das Backend der Software ist in Python programmiert. Für das grafische Interface verwendet der Entwickler die TK-Bibliotheken. Das Programm bietet alle wichtigen Funktionen wie Anmelden, Suchen oder Entfernen von SCSI-Komponenten sowie eine Übersicht über die im System vorhandenen Komponenten und die freien Plätze auf dem Bus.

Der Vorteil von SCSIadd besteht darin, dass beim Austausch oder dem nachträglichen Einbau von Geräten kein Neustart erforderlich ist. Nach wie vor braucht der Anwender allerdings root-Rechte, um die Funktionen von SCSIadd sowie SCSIaddgui zu nutzen.

In der aktuellen Version 1.2 speichert die Software die Einstellungen für das System, das mit dem Programm zuletzt verwaltet wurde.

Vektorgrafik mit Skencil

Abbildung 3: Neuer Name, neues Outfit: Die Entwickler benannten das Vektorzeichenprogramm Sketch in Skencil um und erweiterten dessen Funktionen.

Das Vektorzeichenprogramm http://Sketch bekam Ende letzten Jahres einen neuen Namen und heißt jetzt Skencil (Abbildung 3). Es hat sich jedoch mehr als nur der Name geändert: Das Programm erhielt eine andere Oberfläche, neue Icons und ein anderes Logo.

Aber auch unter der Haube tat sich seit dem letzten Release einiges: So programmierten die Entwickler neue Features, wie beispielsweise CGM-Filter oder die Einbettung von Zeichensätzen in Postscript-Ausgaben. Zudem behoben sie eine Vielzahl von Fehlern ­ unter anderem im SVG-Filter.

Bei dieser Gelegenheit passte das Team Skencil gleich mit an Python 2.3 an und überarbeitete die Lokalisierung der Software, die jetzt sechs Sprachen unterstützt ­ darunter neben deutsch auch französisch oder portugiesisch.

Das Programm kann Grafiken ins WMF-Format exportieren und akzeptiert bei der Farbauswahl für Objekte nun die Eingabe von RGB-Werten. Aktuell ist die Version 0.6.16.

Schmalspur-Browser Dillo

Abbildung 4: Dillos Oberfläche beschränkt sich auf die wesentlichen Funktionen.

Wer einen ressourcenschonenden Browser sucht, für den ist http://Dillo eine gelungene Alternative zu Schwergewichten wie Mozilla (Abbildung 4). Komplett in C entwickelt und mit 400 KByte Größe ist das

Programm ein Fliegengewicht und ein sehr schnelles dazu. Allerdings muss der Anwender gewisse Einschränkungen in Bezug auf die Funktionen in Kauf nehmen. So zählen Frames ebensowenig zum Funktions-Repertoire, wie die Unterstützung für Javascript oder die Möglichkeit, Plugins einzubinden. Darüberhinaus sind Änderungen der meisten Einstellungen nur mit einem Editor manuell in der Konfigurationsdatei möglich.

Die Oberfläche, die in GTK+ entwickelt wurde, beschränkt sich auf die wesentlichen Bedienelemente. Dabei dachten die Entwickler dennoch an einen Extraknopf zur komfortablen Abfrage einer externen Suchmaschine. Welche Engine dabei zum Einsatz kommt, lässt sich wiederum in der Konfiguration festlegen ­ die Standardeinstellung ist Google.

Last but not least verfügt der Webbrowser Dillo mit dem HTML-Fehlerfenster über ein besonderes Gimmick, das besonders für Web-Entwickler interessant ist. Auf Knopfdruck zeigt es dem Benutzer die in der HTML-Syntax gefundenen Fehler inklusive der jeweiligen Zeilennummer an. (Uwe Vollbracht/agr)

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