Qualitätssicherung
Mit zunehmender Popularität wuchs die Kritik an KDE: In einigen Bereichen war die Software umständlich und mitunter unbenutzbar. Grafische Oberflächen folgten keinen Standards und erschienen nicht gerade intuitiv.
Um für die Zukunft diese Fehler abzustellen und gleichzeitig das Projekt einer breiten Masse zu öffnen, bildeten die KDE-Entwickler ein neues Team, dass sich ausschließlich mit Qualitätssicherung beschäftigt.
Unter http://quality.kde.org findet man Informationen über das Projekt und die Wege, auf denen man als Nutzer der Community etwas zurückgeben kann.
Vier zentrale Punkte nennt ein Howto für die Partizipation: Erstens Dokumentation schreiben, zweitens die Verbesserung von grafischen Oberflächen, also die direkte Mitarbeit in einem Projekt.
Letzteres umfasst vor allem den Test, ob Shortcuts, Dialoge und das Verhalten beim Start und beim Beenden der Software immer den gleichen Prinzipien folgt. Drittens sind regelmäßige Berichte über kleinere Fehler in den Programmen immer willkommen. Und viertens sucht das Projekt Engagierte, die sich auf Veranstaltungen oder im Alltag für freie Software im Allgemeinen und die Desktop-Umgebung im Speziellen stark machen.
Neue Pinsel malen besser
So schön Funktionsvielfalt sein mag: Manchmal überfordern umfangreiche Programme weniger versierte Anwender ganz einfach. Gerade der Bereich der Bildbearbeitung ist oft eine heikle Sache mit einer Vielfalt an Filtern und Werkzeugen.
Für all diese ist die erste stabile Version von KolourPaint gedacht, die solchen Benutzern das Malen am Computer ermöglichen will, denen gängige Grafik-Software zu kompliziert erscheint (Abbildung 1).
Rund acht Monate schraubte Clarence Dang an dem Zeichenprogramm, bis er jetzt die 1.0er Version Seagull auf der Homepage des Projekts zum Download freigab.
Bei der Funktionalität lehnt er sich dabei an das minimalistische Windows-Malprogramm MS Paint an. Kolourpaint verfügt daher nur über elementare Funktionen, die aber für einfache Bilder vollkommen ausreichen. Viele Hobby-Bastler benötigen der Erfahrung nach weder die Komplexität von Gimp oder ImageMagick, noch können sie damit zufriedenstellend umgehen.
Kolourpaint bietet daher einfach zu bedienende Zeichen-Tools und -Formen. Einige Auswahlwerkzeuge, die Undo- und Redo-Funktion, ein Füllwerkzeug für Regionen, Transparenz, ein kleiner Vorrat an Effekten, Zoom und die Speicherung in mehreren bekannten Bildformaten runden den Umfang des Programms ab.
Vortrag erläutert KDE-Interna
In die Tiefen der KDE-Architektur entführen die beiden Autoren Datschge und Henrique Pinto in ihrem Artikel "Deep inside the K Desktop Environment 3.2" bei Ars Technica. Nach einer allgemeinen Einführung in KDE und seine Projektstruktur sowie in die neuen Anwendungen der 3.2er Version erläutern die beiden Autoren anschaulich Schlüsseltechnologien des KDE-Projekts wie etwa KParts, DCOP, KIO, Kiosk und KXMLGUI.
Doch damit nicht genug: Sie geben auch Beispiele zur Code-Wiederverwertung und umreißen, welche Bemühungen die Entwickler unternehmen, um KDE-Anwendungen in die Desktop-Umgebung harmonisch zu integrieren.
Interessierten Entwicklern stellen sie zudem die nützlichen Werkzeuge Umbrello, Cervisia (Abbildung 2), Valgrind mit KCachegrind und natürlich allem voran die Entwicklungsumgebung KDevelop in der aktuellen Version vor.
Cervisia erlaubt den grafischen Zugriff auf CVS-Entwicklerdepots, während Umbrello dabei hilft, Programmabläufe und -architekturen in der Unified Modeling Language (UML) mit Diagrammen zu beschreiben. Mit Valgrind schließlich lassen sich alle Speicheroperationen eines Programms kontrollieren. Der im Paket enthaltene Profiler KCachegrind analysiert dabei, wieviel CPU-Zeit einzelne Programmteile in Anspruch nehmen.
Wem das Online-Stöbern im Artikel zu teuer wird, der lädt sich nach einer kostenfreien Registrierung den ganzen Text einfach als PDF-Datei zum gemütlichen Offline-Lesen von der Web-Seite herunter.
Theme-Engine
Mit der GTK/Qt-Theme-Engine (Abbildung 3) verpassen Sie GTK-Programmen den typischen Qt-Look. Aktuell ist derzeit die gerade veröffentlichte Version 0.3, die zum Download bereit steht.
Einen kleinen Nachteil haben die passenden Themes jedoch - sie sind ein wenig langsamer als die nativen GTK-Themes. Auf schnellen Rechnern dürfte der Unterschied jedoch kaum auffallen.
Der Ansatz ist auch aus einem anderen Grund nicht unproblematisch: Äußerlich ähnliche Applikationen verhalten sich aufgrund der darunterliegenden Technik nach wie vor verschieden.
Digikam archiviert die Fotosammlung
Rund eineinhalb Jahre Entwicklungszeit stecken in dem Bildarchiv-Programm Digikam, das jetzt in der Version 0.6 mitsamt Plugin-Paket auf der Homepage des Projekts unter veröffentlicht wurde.
Die Software erleichtert die Katalogisierung von digitalen Fotos. Sie verwaltet diese in Alben und sortiert sie darin automatisch chronologisch ein. Zusätzlich bietet das Programm eine sehr einfach zu bedienende Schnittstelle zur Digitalkamera.
Mit der eingebauten Vorschau lädt der Anwender die Bilder direkt herunter oder löscht unerwünschte Schnappschüsse gleich auf dem Datenträger in der Kamera. Dabei greift Digikam im Hintergrund auf die GPhoto-Bibliothek zurück.
Diese ermöglicht selbst dann den Zugriff auf die Kamera, wenn das darin befindliche Speichermedium kein normales Dateisystem besitzt.
Empfänger bekannt
Die Umzugskisten gepackt hat das KDE-Wiki: Statt wie bisher unter der Extra-Seite ist diese besondere KDE-Online-Gemeinde ab sofort auf dem KDE-News-Server zu Hause. Mit diesem Umzug gewinnt das KDE-Wiki nicht nur mehr Computer-Ressourcen hinzu, sondern erhält zudem einen neuen Domainnamen.
Ansonsten bleibt jedoch alles beim Alten: Im Wiki können nach wie vor alle KDE-Nutzer und Entwickler gemeinsam an den Inhalten der Site arbeiten und als registrierte User neue Wiki-Seiten erstellen oder bestehende verändern. (Stefanie Teufel/agr)
Glossar
Wiki
Abkürzung für "WikiWikiWeb", ein offenes Autorensystem für Web-Seiten. In einem Wiki enthaltene Seitensammlungen können deren Benutzer ganz einfach und jederzeit online ändern, und zwar ohne HTML-Kenntnisse. Im Gegensatz zu HTML formatieren sie Wiki-Beiträge nämlich in einer speziellen, aber sehr einfachen Syntax, die sich von Software zu Software ein wenig unterscheidet.