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Noch nicht ganz fertig

Erfahrungsbericht KDE 3.2 unter Suse 9.0

Läuft alles ?

Ähnliche Probleme mit eingefrorenen X-Servern traten auch an anderen Stellen auf – allerdings derart unberechenbar und scheinbar wahllos, dass Versuche, den Fehler zu reproduzieren, scheiterten. Da sich so manches Programm hin und wieder auch ohne solch heftige Nebenwirkungen verabschiedete, wirft jedoch die Frage auf, warum das KDE-Projekt bis zum nächsten stabilen Release nicht noch ein wenig Zeit und Tests verstreichen ließ.

Lag es daran, dass der offizielle Termin ohnehin überschritten war und man nicht länger warten wollte? Oder kommt bei Beta-Versionen zuwenig Benutzer-Feedback, sodass sich das Projekt entschloss, die Software am "breiten" Markt reifen zu lassen?

So bleibt das Fazit: KDE 3.2 hat sicherlich einen großen Sprung nach vorne getan. Dennoch ist jedem, der ernsthaft mit seinem Linuxsystem arbeitet und es zuverlässig braucht, ein Umstieg auf KDE 3.2.0 vorerst nicht anzuraten. Hier lohnt es sich, besser die wirklich stabile KDE-Version 3.1.5 zu verwenden, bis sich die Kinderkrankheiten im Wesentlichen erledigt haben. Ein künftiges KDE 3.2.1 oder KDE 3.2.2 dürfte für diese Zielgruppe der richtige Zeitpunkt zum Upgrade sein.

Ebenfalls entäuschend: Zu Redaktionsschluss stellte Suse selbst noch keine an KDE 3.2 angepasste Version des RPM-Pakets kdebase3-SuSE zum Download bereit. Auf die Integration der Yast-Module ins KDE-Kontrollzentrum und verschiedene Verknüpfungen eines Dateityps mit einem Programm müssen Suse-Linux-Anwender daher unter KDE 3.2 zur Zeit leider verzichten.

Der Autor

Werner Harrichhausen nutzt Linux seit über sechs Jahren, hat eine eigene Linux-Firma namens Bin-OS-Projekte und bildet sich per Fernstudium zum C/C++-Programmierer speziell unter Linux weiter. Er genießt die Musik von "The Sweet" in Gesellschaft seiner Frau und den drei Katzen.

Glossar

PIM-Suite

Sammlung integrierter Programme und/oder Funktionalität zum Verwalten persönlicher Daten wie E-Mails, Adressen und Terminen ("Personal Information Management"). Ihr Vorteil gegenüber Einzelprogrammen besteht im (theoretisch) reibungslosen Datenaustausch und im Zusammenspiel untereinander.

Kernpakete

Auch Core-Pakete genannt. Die Software des KDE-Desktops verteilen sich, nach Anwendungszweck geordnet, auf mehrere Pakete, von denen nur "kdelibs" und "kdebase" installiert werden müssen. Der Rest (z. B. die Lernprogramme aus "kdeedu" oder die Grafiktools aus "kdegraphics") ist optional. Distributoren teilen diese Kernpakete gern in noch kleinere Häppchen auf.

Patch

Ein Software-"Flicken", der einen Fehler behebt oder Funktionalität nachrüstet. Bei Open-Source-Software muss er in der Regel in den Quellcode eingespielt werden, was Neuübersetzung nötig macht.

Infos

[1] Kontact: Oliver Much, "Durchorganisiert", LinuxUser 02/2004, S. 28 ff.

[2] Kopete: Nico Lumma, "Lass uns reden!", LinuxUser 01/2004, S. 62 ff.

[3] KDE-3.2-Pakete der Suse Linux AG: ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/supplementary/KDE/update_for_9.0

[4] Offizieller KDE-Download: ftp://ftp.kde.org/pub/kde/stable/3.2/

[5] KMail-Patch: ftp://ftp.de.kde.org/pub/kde/stable/3.2/src/kdepim-3.2.0-HOT_FIX_FOR_KMAIL.patch

[6] KBear: http://kbear.sourceforge.net/

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