Erfahrungsbericht KDE 3.2 unter Suse 9.0

Noch nicht ganz fertig

Hände weg von Software-Versionen mit einer Null am Ende! Auch bei großen Open-Source-Projekten gilt diese Regel oft – zumindest für alle, denen Fehlerfreiheit vor Aktualität geht. Mit welchen Problemen müssen Umsteiger auf KDE 3.2.0 noch rechnen?

KDE 3.2 – wie jedes neue KDE-Release – ist besser als sein Vorgänger: Mit dem Passwort- und Zugangskontenverwalter KWallet, der PIM-Suite Kontact [1], der Jukebox JuK (siehe Seite 54), dem Instant-Messenger Kopete [2] oder dem Geometrieprogramm Kig (um nur einige zu nennen) wurden neue Programme in den erlauchten Kreis der Kernpakete aufgenommen, und bisher Vorhandenes wartet mit neuen Funktionen (vgl. Seite 46) und besserer Benutzbarkeit (Seite 78) auf.

Doch auf diese Neuigkeiten kommt es gar nicht immer an: Dem Menschen als Gewohnheitstier ist es oft wichtiger, dass häufig genutzte Programme weiter wie bisher funktionieren. Dieser Artikel geht deshalb der Frage nach, mit welchen unliebsamen Überraschungen nach einem Update zu rechnen ist. Die erwähnten Probleme stellen nur eine Auswahl dar – detaillierte Recherchemöglichkeiten bietet die KDE-Fehlermeldestelle http://bugs.kde.org/. Ob die Verbesserungen in KDE 3.2 diese Unannehmlichkeiten wettmachen, muss jeder für sich selbst entscheiden – schließlich unterscheiden sich die individuellen Bedürfnisse, und mit so manchem Bug hat man auch in der Vergangenheit leben gelernt.

Getestet haben wir unter Suse Linux 9.0 – Nutzer anderer Distributionen können Glück haben und ein beschriebenes Problem u. U. gar nicht entdecken. Von KDE kamen die 3.2-Beta-Versionen 3.1.94 (auch auf der LinuxUser-Heft-CD der Ausgabe 02/2004 enthalten) und 3.1.95 (siehe CD zum LinuxUser 03/2004) sowie die Version 3.2 vom Suse-FTP-Server [3] zum Einsatz. Mit all diesen Versionen kam es ausnahmslos zu den im Folgenden beschriebenen Problemen.

Post, bitte!

Für viele User gilt: "Hauptsache, die E-Mail funktioniert!", und das tut sie mit der neuen KMail-Version zunächst einmal. Den guten Eindruck trübt allerdings ein Fehler, der gefilterte E-Mails nicht beabsichtigt ins Nirwana schickt. Dummerweise passiert das nicht mit jeder gefilterten Mail; nur hin und wieder landet eine Nachricht weder im Eingangsordner noch in einem für diesen Zweck angelegten Unterordner. Dasselbe Problem tritt auch bei der Verwendung des POP-Filters auf.

Zwar stellt das KDE-Projekt seit dem 5. Februar einen Patch [5] dafür zur Verfügung, der zu Redaktionsschluss aber sowohl in Suses eigenen KDE-Paketen für Suse 9.0 [3], als auch in den aktuellsten offiziellen Suse-9.0-Paketen des KDE-Projekts vom 3. Februar [4] fehlte.

Hallo, Infozentrale!

KMail lässt sich seit KDE 3.2 nicht mehr nur als Einzelprogramm benutzen, sondern auch als Teil der Informationszentrale Kontact, die zudem den Newsreader KNode, den Terminplaner KOrganizer, das KDE-Adressbuch, die Notizzettel von KNotes und ein paar weitere Kleinigkeiten unter einem Dach vereint.

Gerade der wichtige KOrganizer mag nicht so gern als ein Programm unter Vielen mitspielen und "verliert" ab und zu seine aktuelle Planer-Datei. Lädt man die entsprechende .ics-Datei neu, lässt sie sich wieder verwenden. Beim Wiederaufruf des Programms unter Kontact fehlt sie abermals. Darf KOrganizer separat starten, tritt dieses Problem nicht auf.

Auch farbliche Kennungen eines Termins bzw. einer Termingruppe vergisst KOrganizer – diesmal sowohl unter Kontact als auch als Soloanwendung. Dieses Problem ließ sich zu Redaktionsschluss nicht abstellen.

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