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DistribitsKurz notiert

01.04.2004
  • Gentoo ist in der Version 2004.0für x86, AMD64, PowerPC, Sun SPARC und SGI MIPS erschienen. Das Release enthält viele Bugfixes und Sicherheitsaktualisierungen, den Kernel in Version 2.6.3 sowie die Benutzerumgebungen KDE 3.2 und Gnome 2.4.2. Mit dem neuen Verwaltungsprogramm Catalyst lässt sich das System leichter als bisher anpassen. Es eignet sich aber auch zur Konfiguration von Installations- und Live-CDs. Die Distribution Gentoo erscheint ab jetzt quartalsweise auf den Spiegel-Servern des Projektes. * Das Unternehmen Lindowszieht Konsequenzen aus verlorenen Rechtsstreitigkeiten mit Microsoft: In den Ländern, in denen Lindows die Verwendung dieser Bezeichnung aus markenrechtlichen Gründen untersagt ist, firmiert die Distribution jetzt als Lin—s, gesprochen Lindash. Unterdessen bereitet Lindows die Freigabe der nächsten Version vor; ein genauer Release-Termin stand aber zu Redaktionsschluss noch nicht fest. * In der aktuellen Version 0.6.1 ist das Damnsmall-Linuxhttp://www.damnsmalllinux.org benutzerfreundlicher geworden. Zu den wichtigsten Änderungen gehören das Update des Firefox-Installationsskripts, ein neuer, textbasierter FTP-Client, ein neuer Gnutella-Client und Verbesserungen an der Installationsroutine. * Die Slackware-Live-CDSlax 4.0.1 enthält jetzt das aktuelle KDE 3.2 und KOffice 1.3. Slax eignet sich also gut dazu, das neueste KDE auszuprobieren, ohne die eigene Installation auf dem Rechner verändern zu müssen. * Die Firmen Red Hat und Windriver arbeiten zusammen, um mit Red Hat Embedded Linuxein neues System für PDAs und andere Kleingeräte zu entwickeln. * Die erste Testversion von Fedora Core 2 enthält unter anderem Kernel 2.6, Gnome 2.5 und KDE 3.2. Mittlerweile ist die Distribution, die von Red Hat als Community-Projekt gestartet wurde, auf vier CDs mit Binärpaketen angewachsen. Ebenfalls auf den Servern zu finden ist eine erste Testversion von Fedora Core 1 für AMD64-Prozessoren. * Freunde der PowerPC-Familie werden sich freuen, dass es ein neues Release der Distribution Crux Linuxhttp://www.cruxppc.sunsite.dk/ für den PowerPC gibt. Mit der aktuellen Version 1.3.1 brachten die Entwickler zahlreiche Pakete auf den neuesten Stand und beseitigten einige Fehler im System.Schritt für SchrittWer sich einen Überblick über das Projekt GNUStep verschaffen möchte, ist mit der GNUStep-Live-CD gut bedient: Das System basiert auf Morphix, lässt sich von der CD starten und benutzt OpenStep als grafische Oberfläche. Trotz der niedrigen Versionsnummer ­ aktuell ist die 0.2 ­ lässt sich die Distribution schon gut benutzen. Zum produktiven Arbeiten eignet sie sich allerdings nicht.

Der Systemstart von der CD gelingt problemlos, die via Morphix von Knoppix übernommene Hardware-Erkennung arbeitet zuverlässig. Nach dem Booten erscheint der Desktop von GNUStep (Abbildung 1).

Dieser hält sich genau an die Normen von OpenStep, einem Framework, das von Next entwickelt wurde und auf verschiedenen Computer-Plattformen läuft. GNUStep ist weder Oberfläche noch Fenstermanager, sondern stellt Programmierern Schnittstellen zur Entwicklung grafischer Oberflächen bereit.

Die auf der Live-CD mitgelieferten Programme sind daher mehr als Machbarkeitsstudien und nicht als fertige Anwendungen zu verstehen.

Man findet darunter einen Dateimanager, ein FTP-Programm, ein Packprogramm, das den Umgang mit Zip-Archiven beherrscht, eine Oberfläche für den MPlayer und ein E-Mail-Programm. Außerdem integrierte der Entwickler des Live-Systems, Gürkan Sengün, den bekannten 3D-Modeller Blender.

Abbildung 1: GNUStep sieht aus wie NextStep.

Neues Produktionsmodell

Mit Mandrake 10 ändert der französische Hersteller sein Release-Verfahren: Nach den Beta-Versionen und Release Candidates gibt es künftig immer eine Community-Version, die kostenlos sein wird. Auf Basis dieser Distribution entsteht innerhalb von zwei bis drei Monaten Mandrake Linux Official, die alle Fehlerbereinigungen enthält, die in der Zwischenzeit vorgenommen wurden.

Diese Official-Version steht zunächst nur Mitgliedern des Mandrake-Clubs und Mitarbeitern an der Entwicklerversion Cooker zur Verfügung. Mit der Freigabe der DVD- und CD-Version kann sie sich jeder kostenlos übers Internet besorgen.

Bisher war es so, dass es während der Entwicklung eine sich ständig ändernde öffentliche Distribution mit dem Namen Cooker gab. Zu einem bestimmten Zeitpunkt froren die Developer deren Stand ein, und die Distribution durchlief einige Beta-Versionen und Release Candidates, bis sie zum Download freigegeben und auf CDs oder DVDs verkauft wurde.

Der Nachteil des bisher praktizierten System besteht darin, dass die Zahl der Beta-Tester sehr begrenzt war und viele Fehler erst nach Freigabe der offiziellen Version gefunden wurden.

Sogar so schwerwiegende Probleme wie die Unverträglichkeit von Mandrake 9.2 mit vielen Laufwerken der Firma LG blieb unentdeckt. Damals löschte ein Bug die Firmware von CD-Laufwerken aus einer bestimmten Modellreihe.

XFree86 4.4 fliegt raus

Die kürzlich erfolgte Lizenzänderung von XFree86 zeigt erste Auswirkungen bei den Distributionen: Mit dem ersten Release Candidate von Mandrake 10, der bald auf den Download-Servern verfügbar sein sollte, entschlossen sich die Entwickler, XFree86 4.4 nicht aufzunehmen, sondern bei der alten Version 4.3 zu bleiben.

Die neue Fassung der Lizenz, die sich aus einer BSD-Lizenz ableitet, fordert, dass auf der Verpackung und in allen Programmen, die die XFree86-Bibliotheken benutzen, ein Copyright-Vermerk der XFree86-Gruppe anzubringen ist.

Der französische Distributor sah sich dazu nicht in der Lage und verzichtete daher in letzter Minute auf die neueste Version des X-Servers.

Immer auf dem neuesten Stand

Von der finnischen Firma Lineox stammt Always Current Lineox. Diese Distribution zeichnet sich dadurch aus, dass alle Pakete im Abstand von etwa zwei Wochen auf den neuesten Stand gebracht und das ISO-Image frisch gepackt wird. So ist der Benutzer nach der Installation nicht gezwungen, Unmengen von Sicherheits-Updates einzuspielen.

Die Distribution Lineox Enterprise Linux basiert auf den frei verfügbaren Quelltextpaketen von Red Hat Enterprise Linux und ist mit Red-Hat-Paketen erweiterbar. Neben Lineox Enterprise Linux gibt es auf dem Server noch eine umfangreiche Dokumentation zur Installation und zum Betrieb des Systems.

Der Download der Software kostet 15 Euro; die Bezahlung erfolgt über den Bezahlservice PayPal. Nach Zahlungseingang erhält der Anwender ein Passwort und einen Benutzernamen für den Download-Server und hat dann eine Woche Zeit, die CD-Images oder ein DVD-Image herunter zu laden.

Westentaschen-Linux

Abbildung 2: Austrumi entpuppt sich als ein kompaktes Desktop-Linux.

Bei der Distribution mit dem Namen Austrumi Austrum Latvijas Linukss handelt es sich um ein Westentaschen-Linux aus Lettland. Die Live-CD basiert auf Slackware und ist sorgfältig zusammengestellt.

Während des Systemstarts versucht die Distribution, die Hardware des Systems zu erkennen und einzurichten. Auf einigen Test-Rechnern gelang es der Erkennungsroutine jedoch nicht, eine gültige Konfigurationsdatei für XFree86 zu erstellen. Falls es klappt, lädt sich das System komplett in den Arbeitsspeicher, so dass das CD-Laufwerk wieder frei ist. Als Window-Manager setzt die Distribution auf Fvwm95 (Abbildung 1) .

Das rund 50 MByte große CD-Image enthält als Textverarbeitung Abiword, die Tabellenkalkulation Gnumeric sowie für die Bildbearbeitung das Grafikprogramm Gimp. Als Browser ist seltsamerweise nur das Konsolen-Programm links in einer verbesserten Version an Bord; als E-Mail-Client steht das Programm Sylpheed zur Verfügung.

Mit dem MingW Developer Studio findet der Anwender zwar eine Programmierumgebung vor; ein Compiler fehlt aber. (Frank Widuwilt/agr)

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