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Versteckte Gnome-Einstellungen nutzen

An der kurzen Leine

Die bislang nicht benutzten Aufrufparameter --config-source und --direct erleichtern die Arbeit von Systemadministratoren. Mit ihnen bearbeiten Sie die systemweite Konfigurationsdatenbank im Verzeichnis /etc/gconf/gconf.xml.defaults/. Das ist z. B. dann sinnvoll, wenn Sie KDE als Arbeitsumgebung verwenden und verhindern wollen, dass ein Nautilus-Start den Desktop Ihrer nichtsahnenden Benutzer zerstört.

Ändern Sie die Standarddatenbank, darf zur gleichen Zeit der gconfd nicht laufen, da Sie die XML-Dateien direkt unter Umgehung des Servers bearbeiten. Beenden Sie alle Gnome-Anwendungen, und kontrollieren Sie mit top oder ps -e | grep gconfd, dass der Server nicht läuft. Bis er sich wirklich beendet, kann es schon einmal eine Minute dauern.

Setzen Sie nun die neue systemweite Einstellung:

gconftool-2 --direct --config-source xml:readwrite:/etc/gconf/gconf.xml.defaults/ -t bool -s /apps/nautilus/preferences/show_desktop false

Die Angabe xml:readwrite: vor dem Konfigurationsverzeichnis sagt gconftool-2, dass es die XML-Datenbank im Schreib-Lese-Modus öffnen soll. Ginge es um die Abfrage des Werts, reichte

gconftool-2 --direct --config-source xml:readonly:/etc/gconf/gconf.xml.defaults/ -g /apps/nautilus/preferences/show_desktop

…, ein Befehl, den auch normale Nutzer aufrufen dürfen. Unter Suse Linux 9 heißt der Pfad zur Konfigurationsdatenbank /etc/opt/gnome/gconf/gconf.xml.defaults; alle, die Suse Linux 8.2 verwenden, ersetzen gnome durch gnome2.

Alles, was Sie in den Voreinstellungen konfigurieren, dürfen normale Benutzer in der Datenbank in ihrem home-Verzeichnis ändern. Wünschen Sie das bei einer bestimmten Option nicht, etwa weil das Verstellen der Defaults immer wieder zu Support-Anfragen führt, existiert dafür ebenfalls ein Weg. Die dritte Datenbank /etc/gconf/gconf.xml.mandatory/ nimmt verbindliche Werte auf, die ein Benutzer auch in seinen persönlichen Einstellungen nicht ändern kann.

Benutzen Sie Gnome als Standard-Desktop, und wollen Sie verhindern, dass Ihre Benutzer die Hintergrund-Funktion von Nautilus deaktivieren, geht das mit

gconftool-2 --direct --config-source xml:readwrite:/etc/gconf/gconf.xml.mandatory/ -t bool -s /apps/nautilus/preferences/show_desktop true

Im GConf-Editor steht zwar noch die passende Option, ändern können normale Benutzer sie nicht mehr. Mehrfaches Klicken auf die Checkbox führt unter Gnome 2.2 reproduzierbar zum Absturz des Konfigurationstools.

Bei Optionen, die in den Applikationsmenüs stehen, gelten die Beschränkungen nur dann, wenn der Benutzer den Wert noch nicht geändert hat – gegebenenfalls setzen Sie die Benutzereinstellung vorher mit dem Parameter -u zurück. Dann deaktivieren Sie z. B. die Möglichkeit, einen echten Löschbefehl ins Nautilus-Kontextmenü einzubinden, mit

gconftool-2 --direct --config-source xml:readwrite:/etc/gconf/gconf.xml.mandatory/ -t bool -s /apps/nautilus/preferences/enable_delete false

Anwender, die versuchen, das Feature zu aktivieren, erhalten eine Fehlermeldung (Abbildung 8).

Wer jetzt neugierig geworden ist, findet weitere Beispiele und eine vollständige Referenz zum Gnome-Konfigurationssystem in der Hilfe des Desktops im Abschnitt DesktopSystem Administration GuideUsing GConf.

Abbildung 8: Das Löschen ohne Mülleimer ist verboten.

Glossar

Metapaket

Ein RPM-Paket, das keine Dateien enthält, sondern nur Abhängigkeiten zu anderen Paketen. So landen durch Auswahl eines einzigen Pakets alle Programme auf der Festplatte, die z. B. einen funktionsfähigen Gnome-Desktop ausmachen. Das Prinzip lässt sich mit tasksel unter Debian vergleichen.

XML

Die "EXtended Markup Language" (erweiterte Auszeichnungssprache), von der Syntax her HTML ähnlich, bietet weit darüber hinausgehende Funktionen. Man kann nicht nur die Struktur und Formatierung eines Dokuments beschreiben, sondern auch semantische Tags verwenden, zum Beispiel <Wohnort>Butzbach</Wohnort>. Die Beschreibung, die das Tag zum eingeschlossenen Element liefert, werten Programme aus, die das Dokumentformat verstehen.

UTF-8

Zeichensatzkodierung, die die meisten auf der Welt verwendeten Alphabete umfasst. Anwendungen, die diese Unicode-Kodierung beherrschen, stellen kyrillische, asiatische und Texte mit deutschen Umlauten dar, ohne dass der Benutzer einen alphabetspezifischen Zeichensatz explizit angeben muss. Damit solche Applikationen UTF-8-kodierte Texte anzeigen, benötigt man lediglich eine passende Schrift.

Splash-Screen

Begrüßungsbildschirm, den eine Anwendung beim Start einblendet. Meistens enthält er ein Logo und Versionsinformationen. Abgesehen von Gnome bringen auch KDE, Quanta, OpenOffice und die Nvidia-Treiber einen Splash-Screen mit.

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