Kindersicherung entsperrt
Versteckte Gnome-Einstellungen nutzen
Konfiguration in der Shell
Wegen der Vielzahl an Optionen fällt die Bedienung von gconftool-2 nicht sehr intuitiv aus. Die Kurzreferenz aus Tabelle 2 und einige Beispiele demonstrieren die Fähigkeiten des Programms am besten.
Der Aufruf folgt immer dem Muster
gconftool-2 Optionen Schlüssel
wobei Sie als Schlüssel den Pfad, den Sie in GConf-Editor nutzen würden, ohne Schrägstrich / am Ende angeben müssen. Sofern Sie einen Schlüssel ändern und nicht nur anzeigen wollen, folgt optional noch ein Wert. Den Schlüssel geben Sie ebenso ein wie einen Pfad (eigentlich sind Schlüssel auch nur Pfade in der Konfigurationsdatenbank), also z. B. /apps/nautilus/preferences/show-desktop. Welche Pfade es gibt, zeigt gconftool-2 --all-dirs / an:
/desktop /apps /system /schemas
Alle Einstellungen unterhalb eines Schlüssels verrät der Parameter -a. Mit gconftool-2 -a /apps/file-roller/listing erfahren Sie die aktuellen Anzeige-Einstellungen des Archivprogramms file-roller. Wollen Sie alle Unterschlüssel und Einstellungen eines Anwendungszweiges zum Nachschlagen in eine Datei schreiben, erzeugen Sie diese mit
gconftool-2 -R /apps > apps-optionen.txt
Die im Beispiel erstellte Datei apps-optionen.txt drucken Sie wahlweise aus oder durchforsten sie am Bildschirm (Abbildung 7).
Einzelheiten zu einem Wert finden Sie mit --long-docs, --short-docs und -T heraus. Die ersten beiden geben, sofern vorhanden, Hilfetexte zu einem Schlüssel aus. -T verrät den Typ eines Wertes, den Sie spätestens dann brauchen, wenn Sie ihn ändern wollen.
Als kurze Faustregel gilt, dass Pfadangaben immer vom Typ string (Zeichenkette) sind, während alles, was entweder wahr (true) oder falsch (false) sein kann, zum Typ bool gehört. Ein Beispiel dafür kennen Sie bereits: die Option, die bestimmt, ob Nautilus den Desktop zeichnet oder nicht. Weiterhin gibt es int (ganze Zahl), float (Kommazahl) und list (Aufzählung). Vom Datentyp Liste ist z. B. /apps/panel/default_setup/general/toplevel_id_list. Darin steht, welche Panels Gnome startet.
Alles hört auf mein Kommando
Haben Sie Name, Typ und Wirkungsweise eines Schlüssels herausgefunden, ist es Zeit, etwas zu ändern. So entzieht der Aufruf
gconftool-2 -t bool -s /apps/nautilus/preferences/show_desktop false
Nautilus die Kontrolle über den Desktop. Der Schalter -t bool teilt gconftool-2 mit, um welchen Wertetyp es sich handelt. -s impliziert, dass Sie eine Option setzen wollen; der passende Wert ist in diesem Fall false. Ersetzen Sie das false durch true, schalten Sie das Feature bei sonst gleichem Befehlsaufruf wieder ein.
Mit dem Kommando
gconftool-2 -t int -s /apps/nautilus/preferences/directory_limit 10000
erhöhen Sie die Anzahl der von Nautilus maximal anzeigbaren Dateien auf 10000 (unter Gnome 2.4 ist per Default keine Beschränkung aktiv, unter Gnome 2.2 liegt sie bei 4000 Dateien), und der Aufruf
gconftool-2 -t string /apps/gnome-session/options/splash_image /home/andi/mysplash.png
sorgt dafür, dass Gnome Sie künftig mit einem anderen Startbild begrüßt.
Eine einzelne Option auf den Default zurückzusetzen geht noch einfacher, da Sie hier weder einen Wert noch den Typ brauchen. gconftool-2 -u, gefolgt vom gewünschten Schlüssel, übernimmt diese Aufgabe.
Haben Sie die Einstellungen eines Programms total verbastelt, brauchen Sie diesen Befehl nicht für jede Option einzeln aufzurufen: Der Parameter --recursive-unset setzt ganze Schlüsselhierarchien zurück auf die Standardeinstellung. So ändert
gconftool-2 --recursive-unset /apps/nautilus
alle Einstellungen für den Dateimanager zurück in die Default-Werte. Mit
gconftool-2 --recursive-unset /desktop
geht das auch für die Desktop-Eigenschaften. Danach sind Ihre Einstellungen allerdings wirklich weg – vor einer solchen Aktion sollten Sie sich das Verzeichnis /home/benutzername/.gconf sicherheitshalber irgendwohin kopieren, so dass Sie es zur Not wiederherstellen können.
Tabelle 2: Aufrufparameter für gconftool-2
| Option | Argument | Wirkung |
|---|---|---|
| -s | Schlüsselname Wert | Setzt einen Wert; muss zusammen mit -t aufgerufen werden. |
| -g | Schlüsselname | Fragt einen Wert ab. |
| -u | Schlüsselname | Setzt einen Eintrag zurück. |
| --recursive-unset | Schlüssel | Setzt alle Einträge unterhalb dieses Schlüssels zurück. |
| -a | Schlüssel | Gibt alle Schlüssel-Wert-Paare unterhalb dieses Schlüssels aus. |
| --all-dirs | Schlüssel | Listet alle Ordner unterhalb des Schlüssels auf. |
| -R | Schlüssel | Zeigt eine rekursive Liste aller Ordner und Einträge unterhalb des Schlüssels an. |
| -t | Typ | Legt den Datentyp des zu ändernden Werts – int, string, bool, float, list oder pair (Paar) – fest.
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| -T | Schlüsselname | Fragt den Datentyp eines Werts ab. |
| --short-docs, --long-docs | Schlüsselname | Gibt die kurze oder die ausführliche Dokumentation zu einer Option aus. |
| --config-source | Konfigurationsdatenbank | Legt die Konfigurationsdatenbank fest, auf die sich eine Abfrage oder Änderung bezieht. Normale Benutzer dürfen auf die systemweite Konfiguration nur lesend zugreifen. |
| --direct | Ändert die Datenbank unter Umgehung des Servers. Nötig, um eine andere als die private Konfiguration unter ~/.gconf anzupassen; während der Änderung darf gconfd nicht laufen.
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