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Versteckte Gnome-Einstellungen nutzen

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Als Ausgangspunkt für die Suche nach versteckten Einstellungen empfehlen sich die Hauptschlüssel apps und desktop. Unter apps konfigurieren Sie das Verhalten der Gnome-Anwendungen. Neben den Kernanwendungen der Desktop-Umgebung reihen sich dort auch optionale Gnome-Programme ein, wie etwa der HTML-Editor Screem. Im Bereich desktop sammeln sich die anwendungsübergreifenden Einstellungen des Desktop-Environments.

Das Problem liegt meistens darin, den zu einem Feature passenden Schlüssel zu finden. Bei einigen Optionen kommt man schon mit den beschreibenden Schlüsselnamen weiter: So legt zum Beispiel desktop/gnome/background/picture_filename fest, welche Grafik Gnome als Hintergrund verwendet.

Anders als bei der "show_desktop"-Option handelt es sich dabei nicht um eine Ja-Nein-Entscheidung, sondern Sie müssen als Wert den Verzeichnispfad zur gewünschten Grafik angeben. Klicken Sie dazu in die Spalte Value hinter picture_filename, und tippen Sie den Dateinamen in der Eingabezeile ein (Abbildung 4). Alternativ doppelklicken Sie einen Eintrag. Der GConf-Editor öffnet seinen Eigenschaften-Dialog, über den Sie den Wert ebenfalls ändern können (Abbildung 5).

Abbildung 4: Werte ändern Sie direkt über Checkboxen und Eingabefelder.

Abbildung 5: Per Mausklick wechseln Sie zwischen "Wahr" und "Falsch".

Erklärt sich der Name einer Option einmal nicht selbst, gibt es dazu eventuell einen so genannten Docstring, eine Art Kurzbeschreibung, die Sinn und Zweck erläutert. Sofern vorhanden, zeigt sie der GConf-Editor direkt in der unteren rechten Fensterhälfte an (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die Kurzhilfe listet alle Werte für die Integration des Hintergrundbilds auf.

Über die Applikationsmenüs nicht zugängliche Optionen finden Sie nur beim Stöbern in der Baumstruktur. Tabelle 1 präsentiert eine Auswahl. Werte, die Sie oft ändern, markieren Sie über LesezeichenLesezeichen hinzufügen mit einem Bookmark. Es erscheint sofort im Menü und lässt sich künftig mit LesezeichenSchlüsselname anspringen.

Tabelle 1: Geheime Gnome-Einstellungen

Schlüsselname im GConf-Editor

Auswirkung

/apps/file-roller/listing/show_mime_icons Darstellung der Dateityp-Icons im Archivierungsprogramm File-Roller an- und abschalten. Nach dem Deaktivieren erhält jede Datei in einem Archiv ein weißes Blatt als Symbol.
/apps/file-roller/ui/history_len Anzahl der Dateien im File-Roller-Menü Zuletzt geöffnet.
/apps/gedit-2/preferences/editor/save/save_encoding Legt fest, welche Zeichensatzkodierung der Texteditor Gedit benutzt, Default ist UTF-8. Der Wert GEDIT_SAVE_ORIGINAL_FILE_ENCODING_IF_POSSIBLE lässt Gedit nur neu angelegte Dateien in UTF-8 speichern, bei allen anderen versucht er, das Original-Encoding zu verwenden. Sinnvoll, wenn sich Benutzer, mit denen Sie Dateien austauschen, über unlesbare Umlaute beklagen.
/apps/gedit-2/preferences/ui/recents/max_recents Anzahl der zuletzt geöffneten Dateien im Menü des Editors.
/apps/gnome-search-tool/show_additional_options Erweiterte Optionenansicht der Such-Funktion beim Start aktivieren (ab Gnome 2.4).
/apps/nautilus/desktop/home_icon_visible Legt fest, ob das Icon für das Home-Verzeichnis auf dem Desktop sichtbar ist (ab Gnome 2.4).
/apps/nautilus/desktop/trash_icon_visible Anzeige des Mülleimers an- oder abschalten (ab Gnome 2.4).
/apps/panel/global/confirm_panel_remove Nachfrage beim Entfernen eines Panels abschalten.
/apps/gnome-session/options/show_splash_screen Legt fest, ob Gnome beim Start den Splash-Screen einblendet
/apps/gnome-session/options/splash_image Erwartet die Angabe des Pfades zu einer Grafikdatei als Wert. Diese blendet Gnome als Splash-Screen ein.
/desktop/gnome/file-views/show_backup_files Im Gegensatz zum Menü aktivieren Sie hier nur die Anzeige von Dateien, deren Name mit einer Tilde (~) endet. Solcherlei Dateien nutzen zahlreiche Programme für Sicherungskopien. Mit einem Punkt beginnende Dateien bleiben weiterhin ausgeblendet.
/desktop/gnome/file-views/show_hidden_files Dasselbe Feature für mit einem Punkt beginnende Konfigurationsdateien.

Ein starkes Trio

gconf-editor schreibt die Optionen nicht selbst in die Konfigurationsdatenbank. Im Hintergrund kümmern sich zwei Mitstreiter um die eigentliche Arbeit. Das ist zum einen das Kommandozeilenprogramm gconftool-2, zum anderen der Konfigurationsserver gconfd. Der Editor fungiert nur als grafisches Frontend für gconftool-2, das Ihre Änderungswünsche an gconfd weiterleitet. Dieser übernimmt sie sofort und informiert die laufenden Programme über die Änderungen. So verschwindet der von Nautilus gezeichnete Desktop automatisch, ohne dass Sie den Dateimanager neu starten müssen.

Mit gconftool-2 ändern Sie Optionen über die Kommandozeile, selbst auf Systemen, auf denen das grafische Frontend nicht installiert ist. Manchmal erweist sich das Tool als letzter Rettungsanker, etwa wenn die Konfigurationsdatenbank bei einem Stromausfall oder Systemabsturz so zerstört wurde, dass Gnome überhaupt nicht mehr startet.

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