Das KDE-Office-Paket KOffice geht in eine neue Runde: Die Version 1.3 bringt neben etlichen Detailverbesserungen und Fehlerberichtigungen einige neue Funktionen.
Nicht nur KDE macht einen großen Sprung zur Version 3.2, auch die KOffice-Entwickler waren fleißig und haben die Programme der Office-Suite weiter verbessert; Ende Januar erschien Version 1.3 [1].
Installation
Auf der Heft-CD finden Sie Pakete für Suse Linux, für andere Distributionen, müssen Sie KOffice aus den Quelltexten selbst übersetzen. Unter Suse wecheln Sie ins Ihrer Distributionsversion entsprechende Verzeichnis und installieren mit rpm -Uvh * alle KOffice-Pakete.
Zum Selbstkompilieren benötigen Sie KDE, die Bibliothek QT ab der Version 3.1 und die dazugehörigen Entwicklerpakete. Dann entpacken Sie das Archiv mit tar -xjf koffice-1.3.tar.bz2. Nun wechseln Sie ins neue Verzeichnis koffice-1.3 und geben nacheinander die Befehle ./configure und make ein; zum Kompilieren braucht KOffice dann eine längere Zeit. Abschließend installieren Sie das Paket als root mit dem Befehl make install.
Falls Sie deutschsprachige Beschriftungen für die Programmoberfläche wünschen, installieren Sie zusätzlich auf dieselbe Art und Weise das Paket koffice-i18n-de-1.3.tar.bz2 von der Heft-CD oder von [3]. Danach startet der Befehl koshell die Schaltzentrale von KOffice (Abbildung 1).
Möchten Sie nur einen Blick auf das neue KOffice werfen und verfügen über eine schnelle Internet-Anbindung, laden Sie Slax[4] aus dem Internet herunter. Diese Live-Distribution basiert auf Slackware und enthält neben dem aktuellen KOffice stets die frischeste Entwicklerversion von KDE 3.2. Mit Slax probieren Sie beides aus, ohne das eigene System zu verändern.
Der Arbeitsplatz ist der Rahmen, der die einzelnen Komponenten von KOffice vereint. Sie starten ein Programm durch einen Doppelklick auf das entsprechende Symbol in der Komponentenleiste am linken Bildschirmrand. Ein Klick auf die Schaltfläche Dateien bietet eine Liste der geöffneten Dokumente.
KWord
Beim Start von KWord stechen sofort die neuen Dokumentvorlagen ins Auge. Neben reinen Texten gibt es jetzt auch Vorlagen für Visitenkartenbögen, Adressaufkleber und Briefumschläge. Die Textverarbeitung erfuhr Verbesserungen vor allem im Detail: So gibt es jetzt eine Silbentrennung. Weiterhin haben die Entwickler das Arbeiten mit Textrahmen verbessert, was einfache DTP-Aufgaben erledigt. Tabellen lassen sich nun direkt in Fließtext verwandeln oder nach selbstgewählten Kriterien sortieren.
Beliebige Absätze speichern Sie neuerdings als Stilvorlage. Dazu setzen Sie den Cursor in den Absatz, dessen Formatierung Sie speichern möchten, wählen FormatNeuen Stil anhand der Auswahl erstellen aus dem Menü, vergeben einen Namen für die Formatvorlage und nutzen diese anschließend wie die mitgelieferten Vorlagen.
Die Dateifilter haben ebenfalls Zuwachs bekommen: Neu sind Import- und Exportfilter für das OpenOffice-Writer-Format sowie die wohl einzigartige Möglichkeit, PDF-Dateien direkt in der Textverarbeitung zu laden und zu editieren. Die Qualität dieser Filter lässt allerdings noch Wünsche offen. Einfache Dokumente lesen sie gut ein, bei komplizierten Layouts, besonders bei aufwändigen Tabellen, hat das Importergebnis jedoch nur noch wenig mit dem Originaldokument gemeinsam. Nicht zu vernachlässigen ist auch die verbesserte Perfomance vom neuen KWord. Die Arbeit ist deutlich flüssiger und damit gerade auf älteren Rechnern angenehmer.
KSpread
Auch die Tabellenkalkulation KSpread erfuhr Verbesserungen vor allem im Detail. Neu hinzugekommen sind passwortgeschützte Zellbereiche und Arbeitsblätter, neue Formatvorlagen sowie die Möglichkeit, einer ganzen Mappe ein einheitliches Seitenformat zu geben
Die neuen Import- und Exportfilter für die OpenOffice-Tabellenkalkulation haben ähnliche Schwächen wie die von KWord: Einfache Arbeitsblätter lassen sich problemlos übertragen, bei komplizierten Inhalten und eingebetteten Grafiken gibt es noch Probleme (Abbildung 3). Der Datenaustausch mit Gnumeric funktioniert hingegen ohne Schwierigkeiten in beide Richtungen.
KPresenter
Das Präsentationswerkzeug der KOffice-Suite glänzt mit einigen Veränderungen. Die Entwickler beseitigten Fehler unter Anderem in der Darstellung von Grafiken und ergänzten das Programm um einen verbesserten HTML-Export und eine Rechtschreibprüfung für Textfelder. Die Positionierung von Elementen auf der Folie vereinfacht die jetzt voreingestellte Ausrichtung am im Vergleich zu früher wesentlich feineren Raster deutlich.
Der Datenaustausch mit anderen Programmen bleibt jedoch schwierig. KPresenter unterstützt außer den KOffice-Formaten lediglich das Vektorgrafik-Format SVG, so dass eine Übernahme von Folien direkt aus anderen Präsentationsprogrammen nicht funktioniert. Wenigstens der Export ins OpenOffice-Impress-Format klappt problemlos.
Kugar
Kugar ist ein Programm zum Erstellen von Zusammenfassungen (Reports) aus verschiedenen Datenbanksystemen. Für Version 1.3 der Office-Suite haben es die Entwickler von Grund auf neu geschrieben und zur vollwertigen KOffice-Komponente abgerundet. Mit dem Kugar Designer stellen Sie Berichte selbst her: Sie gestalten das Aussehen des Berichts wie in einem Grafikprogramm mit Textfeldern, Datenbankfeldern und Linien. Ergebnisse geben Sie in Kalkulationsfeldern aus und erstellen mit Vorlagen druckreife Ergebnisse (Abbildung 4).
Karbon 14
Das neue Vektorzeichenprogramm von KOffice hat seinen Vorgänger Kontour schon vor geraumer Zeit abgelöst. Karbon 14 beherrscht die wichtigsten grafischen Grundlagen und hilft beim Erstellen einfacher Zeichnungen und Illustrationen. Für punktgenaue Konstruktionen eignet sich das Programm allerdings nicht, dazu fehlen so elementare Funktionen wie Raster, Rasterfang und Hilfslinien. (Abbildung 5).
Das eingebaute Textwerkzeug ist jedoch sehr mächtig: Texte lassen sich nahezu grenzenlos verformen und in andere Objekte eingliedern. Jedes Element trägt beliebige Füllungen aus Farben, Verläufen oder Mustern. Leider läuft Karbon sehr unstabil: Bei unserem Test stürzte es häufig unvermittelt ab, nicht gespeicherte Daten waren verloren. Für produktives Arbeiten eignet sich das Programm daher noch nicht.
Und der Rest?
Zu guter Letzt enthält KOffice mit KChart und Kivio gleich zwei Applikationen zum Erstellen von Diagrammen, letzteres spezialisiert sich auf Flussdiagramme; KChart bettet verschiedene grafische Darstellungen in andere KOffice-Dokumente ein. Das Datenbank-Frontend Kexi[2] hat es leider nicht mehr in die aktuelle Ausgabe geschafft. Die Entwickler wollen aber im Laufe des Jahres eine stabile Version für das nächste KOffice-Release vorstellen. Ebenso ist auch das Bildbearbeitungsprogramm Krita noch nicht fertig und deshalb kein Teil von KOffice 1.3.
Glossar
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DTP
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Als “Desktop Publishing” bezeichnet man das Gestalten und Produzieren von Druckerzeugnissen am PC.
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SVG
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Die “Scalable Vector Graphics”-Norm für Vektorgrafiken basiert auf XML. Mit Hilfe von Plugins stellen auch viele Webbrowser dieses Format dar.
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Vektorgrafik
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Im Gegensatz zur Pixelgrafik stellen hier mathematische Funktionen das gesamte Bild dar. Dadurch lassen sich einzelne Elemente auch nachträglich unabhängig von der Umgebung bearbeiten.







