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KDE 3.2 kurz vor der Fertigstellung

01.03.2004 Den ursprünglich angekündigten Termin für die Freigabe von KDE 3.2 im Dezember 2003 verpassten die Entwickler; neue und verbesserte Funktionen und Programme sollen über das Warten hinwegtrösten. Wir haben uns Release Candidate 1 angesehen.

Viel hatten sich die KDE-Programmierer bei ihrer Konferenz im August 2003 [1] vorgenommen. Die erste Beta von KDE 3.2 kam dann auch schon einen Monat später heraus, den erhofften Termin für die endgültige Version im Dezember konnten sie allerdings nicht einhalten. Release Candidate 1 leidet noch unter gelegentlichen Programmabstürzen, bietet aber schon einen tiefen Einblick ins neue KDE.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick nur wenig Unterschiede: KDE 3.2

Kleine Unterschiede

Auf der Heft-CD finden Sie die KDE-Pakete für Suse und Red Hat. Zwar veröffentlicht das KDE-Team selbst keine Binärpakete des Release Candidates, aber externe Paketbastler haben ausgeholfen.

Die Installation läuft in diesem Stadium allerdings noch nicht ganz glatt. Es empfiehlt sich, zunächst das vorhandene KDE komplett zu deinstallieren, um Konflikte mit vorhandenen Paketen zu vermeiden. Weiterhin sollten Sie das Verzeichnis ~/.kde, das die persönlichen KDE-Einstellungen enthält, vorher an einen anderen Ort verschieben, da Version 3.2 mit diesen Daten derzeit nichts anzufangen weiß.

Wer die Hürden der Installation einer unfertigen Version erfolgreich genommen hat, dem stechen nach dem ersten Start zunächst nur kleine Neuerungen ins Auge. Es gibt zahlreiche neue Icons, Farbschemata, Stilelemente, Hintergrundbilder und andere optische Leckereien. Die interessanteren Veränderungen stecken aber in den Anwendungen.

Allen voran der Datei- und Webbrowser Konqueror: Er enthält neue Features en masse. Bei vielen Web-Seiten hat sich das Aufbautempo geradezu beängstigend gesteigert, auch Probleme bei der Darstellung einiger Homepages sind größtenteils beseitigt.

Das alltägliche Surfen wird deutlich bequemer durch die verbesserte Browser-Funktion. So hat das sogenannte Tab Browsing jetzt auch in den KDE-eigenen Browser Einzug gehalten. Als Alternative zum Tabbing lassen sich weiterhin zwei voneinander unabhängige Anzeigefenster – egal, ob Web-Seite oder lokales Verzeichnis – horizontal oder vertikal gleichzeitig nebeneinander anzeigen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Web- und Datei-Browser Konqueror mit neuer Ordnung.

Frei umkonfigurierbare Tastenkürzel erleichtern den Weg zu fast jeder bekannten Suchmaschine. Die Eingabe von gg: beispielsweise, gefolgt von einem Schlagwort, sucht einen Begriff auf Google und gibt die Ergebnisse ohne den Umweg über die Hauptseite aus. Über fm: erreicht man freshmeat.net direkt, mehr als 60 weitere Kürzel sind voreingestellt.

Auch im Datei-Browser-Modus gibt es neue Optionen. In Zusammenarbeit mit dem GnuPG-Frontend KGpg verschlüsseln Sie über das Kontextmenü Dateien oder ganze Verzeichnisse per Mausklick. Wahlweise stecken Sie markierte Dateien und Verzeichnisse auf dieselbe Art direkt in ein Tar-Archiv, das Konqueror auf Wunsch zudem komprimiert.

Im lokalen Netzwerk hilft der Allzweck-Browser weiter bei der betriebssystemübergreifenden Integration: Verbesserungen am Samba-Plugin machen das Durchforsten von Windows-Freigaben zu einem einfachen Unterfangen.

Entwicklerfreuden

Dass ein HTML-Editor als Entwicklungswerkzeug gilt, bezweifeln vor allem Benutzer "echter" Programmiersprachen. Trotzdem siedelt sich Quanta Plus, das mittlerweile zur Grundausstattung gehört, im Untermenü Entwicklung an.

Dem versucht das Tool gerecht zu werden, indem es Programmierer besser unterstützt: Syntaxhervorhebungen funktionieren mit vielen Sprachen. Insbesondere die Skriptsprache PHP behandelt Quanta 3.2 fürsorglich: Die Baumansicht sortiert Schleifen, Objekte und Funktionen in übersichtliche Äste.

Die Entwicklungsumgebung KDevelop [2] steht ebenfalls schon länger vor dem Sprung zur komplett überarbeiteten Version 3.0 (Codename Gideon), bei KDE 3.2 soll auch sie fertiger Bestandteil sein. Für viele Programmierer wichtig: Version 3.0 unterstützt nicht mehr nur C++, sondern zudem die Sprachen Java und C. Zudem sind alte Probleme mit der Kompilierhilfe Autoconf ausgeräumt, an der Oberfläche haben die Entwickler ebenfalls gefeilt.

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