Büro-Ausstattung
Gnome-Programme fürs Office
Zum Rechnen
Auch das Prunkstück von Gnome Office, die Tabellenkalkulation Gnumeric [4], bietet umfangreiche Im- und Exportfunktionen (Tabelle 2). Dass speziell der Import von Dateien aus MS Excel sehr gut funktioniert (nur stark VisualBasic-lastige Dokumente machen Probleme) ist nur konsequent: Schließlich gleicht die von Gnome-Begründer Miguel de Icaza ins Leben gerufene Software bei Bedienung und Funktionsumfang dem selbst ernannten Vorbild MS Excel.
Die Programmoberfläche (Abbildung 3) des mittlerweile in Version 1.2.5 vorliegenden Programms sieht sehr übersichtlich aus; auch die Menüs sind gut strukturiert. Bei Problemen hilft die gute englischsprachige Online-Hilfe weiter.
Mit seiner üppigen Funktionalität, die für die meisten Anwendungszwecke ausreicht, braucht sich Gnumeric vor der Tabellenkalkulation von OpenOffice, Calc, nicht verstecken. Von einfachen mathematischen Funktionen bis zu komplexen statistischen Analyseverfahren findet die Anwenderin alles, was das Herz begehrt. So stehen eine große Anzahl an Diagrammtypen zur Verfügung, mit deren Hilfe sich Sachverhalte aller Art visualisieren lassen. Tabellen und Zellen lassen sich nahezu beliebig formatieren und drucken. Für die Anbindung an Datenbanken sorgt Gnome-DB. Dank dieser Bibliothek greift Gnumeric problemlos auf Daten aus dBase-Dateien zu.
Tabelle 2: Die wichtigsten von Gnumeric unterstützten Dateiformate
| Format | Import | Export |
| MS Excel | x | x |
| Applix | x | x |
| HTML | x | x |
| dBase | - | x |
| Quattro Pro | x | x |
| Lotus 123 | x | x |
OpenOffice/StarOffice Calc (.sxc)
|
x | x |
| CSV/TSV | x | x |
Für Datenbankzugriffe
Der Begriff "Bibliothek" lässt es bereits erahnen: Gnome-DB [5] ist keine Benutzerdatenbank, sondern eine Sammlung von Funktionen, die es anderen Programmen ermöglicht, auf Datensätze in Datenbanken, bevorzugt auf Datenbankservern zuzugreifen. Außer Gnumeric bedient sich auch Abiword dieser Funktionalität. Leider haben die Entwickler nicht daran gedacht, ein Programm ähnlich wie Portabase [6,20] zu integrieren, das auf einfache Weise den Zugriff auf eine kleine und mittlere Anzahl von Datensätzen ermöglicht, ohne erst einen Datenbankserver aufzusetzen.
Einzig das in einer früheren Gnome-DB-Version enthaltene Programm Mergeant erlaubt das grafische Erstellen von Beziehungen zwischen Tabellen und das Abfragen von Daten in einer grafischen Oberfläche. Leider hinkt Mergeant der Entwicklung von Gnome-DB um einige Schritte hinterher, so dass Gnome-DB zur Zeit eher für Entwickler und Entwicklerinnen interessant ist.



