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Voice-over-IP und Videokonferenzen mit GnomeMeeting

Visionen

In der aktuellen Entwicklerversion sind bereits einige Beschränkungen gegenüber der offiziellen Version gefallen. Beispielsweise verwendet sie bei Bedarf ALSA direkt auch ohne OSS-Emulation, um mit der Soundkarte zu kommunizieren. Des Weiteren sind die Systemklänge nicht mehr abhängig vom GNOME-Soundsystem ESound, so dass auch Benutzer anderer Desktops wie KDE bei eingehenden Anrufen ein Klingeln hören.

In Zukunft soll es zudem die Möglichkeit geben, Software-Plugins für freie oder kommerzielle Codecs von Drittanbietern nachzuladen. Damit wird es möglich, eine Videokonferenz über Modem abzuhalten, wenn Sie einen entsprechenden Codec kaufen. Des Weiteren ist schon seit längerem Unterstützung für das Session Initiation Protocol (SIP) geplant, damit wären Gespräche auch mit MSN-Messenger-Benutzern möglich. Dieses Projekt wollen die GnomeMeeting-Entwickler jedoch erst nach der Version 1.00 angehen.

Zudem wird es möglich, den Video-Stream während einer laufenden Verbindung zu stoppen, zu starten und in der Größe zu ändern.

Wer trotz der intuitiven Oberfläche auf Probleme mit GnomeMeeting stößt, finder in der FAQ auf der Web-Seite [2] und in der Mailing-Liste [8] weitere Informationen.

Die Autoren

Christian Strauf beschäftigt sich seit 1995 mit Linux und ist zufriedener Gentoo- und Debian-Nutzer, verwendet aber auch gerne MacOS X. Er ist Diplom-Mathematiker und arbeitet für das JOIN-Projekt an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. JOIN beschäftigt sich mit IPv6 und dessen Einführung im kommerziellen und im Forschungsbereich und ist an den europäischen Projekten 6NET und TF-NGN beteiligt. Im Rahmen seiner Arbeit hat er die Portierung von GnomeMeeting für IPv6 unterstützt. In seiner Freizeit ist er begeisterter Unterwasser-Rugby-Spieler.

Kilian Krause studiert an der Universität Stuttgart Verfahrenstechnik und frönt seit 12 Jahren seiner Leidenschaft für Bits und Bytes. 1996 entdeckte er Linux, das ihn seither nicht mehr losgelassen hat. Im GnomeMeeting-Projekt engagiert er sich als Paketierungsmanager und nimmt so den Usern den oft nicht einfachen Weg vom Quellcode zu den einfach installierbaren Binärpaketen ab (http://snapshots.seconix.com/).

Glossar

Client

Ein Computer oder eine Anwendung, die Dienste eines Servers in Anspruch nimmt oder mit einem anderen Client kommuniziert.

Codec

Abkürzung für "Coder/Decoder": Ein Filter, der Daten manipuliert, beispielsweise beim Absender komprimiert und beim Empfänger wieder dekomprimiert.

H.323

Protokoll zum Aufbau von VoIP- und Videokonferenzen. Die VoIP-Anwendungen verwenden es unter Anderem, um die Codecs für Audio und Video sowie die zu verwendenden Netzwerk-Ports auszuhandeln.

NAT

Die "Network Adress Translation" verteilt eingehende Pakete aus dem Internet an die passenden Rechner im Intranet. Beispielsweise arbeiten gewöhnliche DSL-Router mit dieser Technik, damit sich mehrere Rechner einen DSL-Anschluss teilen können.

Port-Forwarding für H.323

Durch eine Umleitung schickt ein NAT-Router alle Pakete, die er auf einem bestimmten Port erhält, an einen Rechner im internen Netz weiter. Da H.323 für die Paketübermittlung ein Protokoll verwendet, das auf UDP aufsetzt, kann der NAT-Router Pakete nicht direkt zurück zum anrufenden Rechner schicken.

UDP

Das "User Datagram Protokoll" basiert wie TCP auf dem Internet-Protokoll (IP), überprüft aber nicht, ob die Datenpakete beim Empfänger ankommen.

IPv6

Das "Internet Protokoll Version 6" der Internet Engineering Task Force (IETF) wird eines Tages das derzeit gebräuchliche IPv4 als Standard ablösen. Es verwendet längere IP-Adressen, was die drohende Adressenknappheit abwendet.

ILS

Der "Internet Locator Service" dient zum Eintragen und Abfragen von Kontaktinformationen. Für VoIP oder Video-Konferenzen fungiert er als Telefonbuch.

Latenz

Dieser Wert gibt die Zeit an, die ein Paket mit Sprache und Video für die Kodierung beim Sender, die Übertragung und die Dekodierung beim Empfänger braucht. Je kleiner diese Zeitspanne ist, desto verzögerungsfreier unterhalten sich die Gesprächspartner.

Jitter

Ein Indikator dafür, wie "flüssig" der Verkehr auf der Internet-Verbindung zwischen Sender und Empfänger ist. Er berechnet sich aus der Differenz der Zeitspannen, die einzelne Sprach- oder Video-Pakete vom Sender zum Empfänger brauchen. Bei zu hohem Jitter ist eine Unterhaltung nicht mehr möglich. Um das zu kompensieren, verfügt GnomeMeeting über einen Jitter-Puffer, der empfangene Daten zwischenspeichert und so Schwankungen abfängt. Dadurch entstehen auch bei fehlenden Paketen keine Zwangspausen.

Infos

[1] GNOME: http://www.gnome.org/

[2] GnomeMeeting: http://www.gnomemeeting.org/

[3] ALSA: http://www.alsa-project.org/

[4] H.323-Gatekeeper (International Engineering Consortium): http://www.iec.org/online/tutorials/h323/topic06.html

[5] OpenH323: http://www.openh323.org/

[6] nmproxy: http://www.cryogenic.net/nmproxy.html

[7] Video for Linux Resources: http://www.exploits.org/v4l/

[8] GnomeMeeting Mailing-Liste: http://mail.gnome.org/mailman/listinfo/gnomemeeting-list

[9] Microtelco-Seite: http://www.linuxjack.com/

[10] GNU-Gatekeeper: http://www.gnugk.org/

[11] Polycom MCU: http://www.trinityvideo.net/products/polycommcu.htm

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