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Voice-over-IP und Videokonferenzen mit GnomeMeeting

Konferenz-Anrufe

Wer mit GnomeMeeting Konferenzen mit mehreren Personen gleichzeitig abhalten will, muss auf Hilfs-Software zurückgreifen; dazu gibt es sowohl freie Projekte als auch kommerzielle Pakete.

Eine freie Variante ist OpenMCU aus dem OpenH323-Projekt [5]. Diese Software läuft unter fast allen Unix-artigen Plattformen sowie unter Windows. Die Konferenzteilnehmer rufen die Multipoint Control Unit (MCU) an, sie stellt dann eine Konferenzschaltung her. Bei OpenMCU nehmen auf diese Weise bis zu vier Personen gleichzeitig an einer Konferenz teil.

Die MCU sendet nun alle Videobilder in einem einzigen Video-Stream an die Teilnehmer (Abbildung 9). Den Ton mischt sie so, dass jeder Teilnehmer alle Stimmen bis auf die eigene hört. Zum Testen gibt es einen Echomodus, der an den Absender die eigene Stimme zurücksendet. Für den gelegentlichen Einsatz reicht OpenMCU, aber spontane Abstürze trüben die Freude bei regelmäßiger Verwendung.

Abbildung 9: Mit Hilfs-Software sind Konferenzen mit mehreren Teilnehmern möglich

Für höhere Stabilität bietet die Firma Trinity ihre Polycom MCU [11] an. Aus Benutzersicht ändert sich an der obigen Beschreibung nichts.

Da eine MCU für jeden Konferenzteilnehmer einen individuellen Datenstrom generiert, ist ihr Einsatz nur auf Servern mit entsprechend großer Bandbreite sinnvoll; der Einsatz über eine DSL- oder gar ISDN-Leitung ist nur theoretisch möglich.

In einer MCU lassen sich Räume definieren, damit verschiedene Gruppen nicht miteinander kollidieren. Einen Raum wählen Sie über die URL-Zeile: callto:raumname@mcu.server.remotehost.com. Da die MCU selbst keine Authentifizierung vornimmt, bietet sich die Kombination mit einem Gatekeeper an, der die Benutzeranmeldung abfragt und nur Verbindungen angemeldeter Benutzer in bestimmte Räume zulässt. Das verhindert, dass der Sachbearbeiter in das Geschäftsleitungs-Meeting hereinplatzt.

Umleitung

"Auch wenn ich für den Nachmittag weggehe, will ich erreichbar bleiben" dachten sich die GnomeMeeting-Entwickler und bauten die Möglichkeit ein, permanent Anrufe auf einen anderen H.323-Endpunkt umzuleiten: Dies kann ein Ton- oder Video-Anrufbeantworter (IVR) oder der H.323-Client eines Freundes oder Kollegen sein.

Zur Wahl stehen eine sofortige Weiterleitung bei jedem Anruf, nur wenn die Leitung schon durch ein laufendes Gespräch belegt ist, oder wenn nach längerem Klingeln niemand abnimmt. Diese Einstellungen legen Sie unter Bearbeiten / Einstellungen / Allgemein / Anrufweiterleitung fest.

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LinuxUser 06/2012

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