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Update auf Suse 9.0 über's Internet

01.02.2004 Suse stellt keine ISO-Images seiner Installations-CDs, sondern nur die einzelnen Pakete zum Download zur Verfügung. Wie Nutzer einer schnellen Internet-Anbindung ihr Suse-System trotzdem auf die neueste Version aktualisieren, zeigen wir hier.

Wer die Handbücher und den Support für eine neue Suse-Version nicht braucht, etwa weil er erst vor kurzem die Vorgängerbox erstanden hat, kommt über den Suse-Server auch gratis an ein Update. Zwar gibt es keine fertigen CD-Abbilder, aber die einzelnen Pakete stehen bereit; das Installationsprogramm auf der Boot-CD zum Herunterladen automatisiert das ganze.

Vorarbeiten

Die Update-Routine geht davon aus, dass Ihr Rechner über eine dauerhafte Internet-Verbindung verfügt. Haben Sie keine Standleitung, sondern beispielsweise einen DSL-Anschluss, funktioniert das Update nur, wenn Sie einen Router verwenden, der die Verbindung automatisch herstellt.

Bei der großen Datenmenge, die Sie im Laufe der Installation herunterladen werden – je nach Installationsumfang durchschnittlich zwischen 1 GB und 2 GB – ist es wichtig, einen FTP-Server zu finden, mit dem Sie die Bandbreite Ihres Anschlusses ausnutzen. Testen Sie daher mit einem Probe-Download, ob der Suse-Mirror Ihrer Wahl [1, 2] schnell genug ist. Da Sie ohnehin das Boot-CD-Image herunterladen müssen, bietet es sich als Test an.

Die Image-Datei boot.iso liegt auf dem Suse-Spiegel im Verzeichnis boot und misst ca. 22 MB. Erreicht dieser Download keine zufriedenstellende Übertragungsgeschwindigkeit, sollten Sie nach einem schnelleren Mirror Ausschau halten.

Dann brennen Sie die Boot-CD – mit K3b beispielsweise unter Extras / CD / Iso-Abbilddatei schreiben... – und sammeln einige Informationen, die Sie beim Update benötigen: * Den Namen Ihrer Netzwerkkarte; bei handelsüblichen PCI-Karten brauchen Sie keine weiteren Angaben. * Die IP-Adresse des FTP-Servers und das Verzeichnis, in dem die Suse-Dateien liegen (Tabelle 1). Die IP-Adresse erhalten Sie mit dem Befehl host Server-Name. * Stellt Ihr Router keinen DHCP-Server bereit, der die IP-Adressen im internen Netz automatisch vergibt, brauchen Sie zudem die feste Adresse Ihres Rechners sowie die des Routers.

Die Installation

Ausgerüstet mit allen notwendigen Informationen legen Sie nun die neue Boot-CD ein und starten Ihren Rechner neu. Wenn die Einstellungen im BIOS nicht anders gesetzt sind, bootet der Rechner nun von der CD. Sie haben dann acht Sekunden Zeit, um den Start des Installationsprogramms zu bestätigen, bevor doch das alte System auf der Festplatte startet: Wählen Sie Manual Installation.

Nach der Auswahl von Sprache und Tastatur-Layout finden Sie unter System-Information / Netzwerkkarten Ihre Netzwerkkarte, wenn Suse sie selbständig gefunden hat. Andernfalls laden Sie das zu Ihrer Karte passende Modul manuell: Unter Kernel-Module / Netzwerktreiber laden geben Sie den zu Ihrer Karte passenden Treiber und geben die eventuell nötigen Parameter an.

Mit Installation/System starten / Installation/Update starten beginnt die Installation. Wählen Sie als Quellmedium Netzwerk und als Protokoll FTP aus.

Haben Sie keinen DHCP-Server, verneinen Sie die anschließende Frage nach Automatischer Konfiguration via DHCP und geben die IP-Adressen Ihres Rechners und Routers selbst ein. Eine Nameserver-Adresse brauchen Sie nicht, da Sie die IP-Adresse des Suse-Servers selbst kennen (Tabelle 1); übergehen Sie diese Maske mit [Esc]. Schließlich geben Sie die IP-Adresse des FTP-Servers ein. Die Frage nach einem FTP-Username übergehen Sie ebenfalls, und üblicherweise auch die nach einem HTTP-Proxy.

Jetzt loggt sich die Update-Routine auf dem FTP-Server ein und fragt anschließend nach dem Suse-Startverzeichnis (Tabelle 1). Sind alle Angaben korrekt, beginnt es den Download des 45 MB großen Installationsprogramms. Dann startet nach der Hardware-Erkennung die FTP-Installation, wie Sie sie von CD oder DVD kennen.

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LinuxUser 06/2012

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