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Korner: Gwenview

01.02.2004 Gwenview ersetzt die grafische Allzweckwaffe Gimp sicher nicht. Wer aber nur mal schnell seine digitalen Bilder ordnen oder in einer Slide-Show abfeuern will, ist mit diesem Bildbetrachter bestens bedient.

Korner

In dieser Rubrik stellen wir Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte.

Wie heißt es so schön: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Vermutlich ein Grund dafür, dass sich auf vielen Rechnern Berge an digitalen Kunstwerken sammeln. Dumm ist nur, wenn sie auch in tausend Formaten existieren, aber die verwendete Software nur ein paar davon versteht. Hier kommt Gwenview ins Spiel, ein Programm, das alle von KDE unterstützten Bildformate lädt, anzeigt und speichert. Selbst Grafikkünstler, die viel mit dem Bildbearbeitungsprogramm Gimp arbeiten, lässt die Applikation nicht im Regen stehen: Dank der von Lignum Computing entwickelten QXCFI-Komponente (dem "GIMP XCF Image File Reader Plug-in für Qt 3") browst Gwenview auch durch GIMP-Dateien (.xcf).

Vorgepackt

Die aktuelle Version des Programms finden Sie auf der Homepage des Projekts [1]. Da die Entwickler dort für alle wichtigen Distributionen fertige Pakete anbieten, dürfte die Installation keine großen Schwierigkeiten bereiten. Haben Sie diese erfolgreich absolviert, starten Sie die Anwendung durch die Eingabe des Befehls gwenview & und sehen dann ein Fenster wie in Abbildung 1.

Abbildung 1: Von Haus aus präsentiert sich Gwenview viergeteilt

Erscheint Ihnen die vierfache Unterteilung des Fensters auf Dauer zu unübersichtlich, können Sie diese jederzeit über den Menüpunkt Fenster verändern. Haben Sie Ihre Bilder beispielsweise nicht mit Kommentaren versehen, benötigen Sie auch die entsprechende Anzeigefläche nicht. Zum Ausschalten klicken Sie auf den Menüpunkt Fenster / Datei-Info ausblenden.

Freie Fenster

Weiteren Einfluss auf das Look & Feel Ihres Bildbetrachters nehmen Sie über den Punkt Ansicht. Sie haben die Wahl, die Verzeichnisinhalte in der rechten oberen Hälfte entweder als Dateinamen (Details) oder als verkleinerte Vorschaubildchen (Thumbnails) in verschiedenen Größen darzustellen. Abbildung 2 zeigt in der rechten oberen Hälfte Dateien mit der Option Große Vorschaubilder an. Wer über einen etwas schwachbrüstigen Rechner verfügt, sollte keine zu großen Thumbnails einstellen, denn diese Option verbraucht einiges an Rechenleistung.

Abbildung 2: Große Vorschaubilder geben einen guten Eindruck davon, was sich hinter der Datei verbirgt

Abbildung 2 demonstriert rechts unten noch eine weitere Fähigkeit von Gwenview: die korrekte Darstellung von Bildern, die einen Alpha Channel zur Angabe der Transparenz besitzen. Um transparente Bildteile anzuzeigen verwendet Gwenview als Hintergrund das traditionelle Schachbrettmuster, das also nicht zum Bild gehört.

Wie jede ordentliche KDE-Anwendung bietet Gwenview die wichtigsten Funktionen zum Datei-Management: kopieren, verschieben, löschen und umbenennen. Die erreichen Sie entweder über ein Kontextmenü, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine Datei klicken, oder über den Menüpunkt Datei. Außerdem haben die Entwickler in Gwenview einen KIO-Slave implementiert, so dass Sie über KDE auch in Windows-Shares, Tar-Archiven, Zip-Dateien und ähnlichen Datenquellen browsen können.

Abbildung 3: Das Kontextmenü hat einiges zu bieten

Neben den rudimentären Dateioperationen bietet das Kontextmenü (Abbildung 3) noch andere nützliche Funktionen: So können Sie über Sort die Bilder nach Namen, Datum oder Größe sortieren.

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