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01.02.2004

Der Februar bietet einige Überraschungen und Neuerungen: KDEler und Debianer gehen künftig gemeinsame Wege, neue Tutorials sorgen für Lesestoff, und die eigenen Bilder ordnet man am besten mit KimDaBa.

Gemeinsam stark sein

Kommt jetzt zusammen, was zusammen gehört? Nachdem in der Vergangenheit das Verhältnis zwischen den KDE-Entwicklern und den Debian-Machern nicht immer einfach war, klingen nun ganz andere Töne aus den beiden Lagern. Kurz vor Jahresende kündigte eine Gruppe von KDE- und Debian-Entwicklern eine strategische Partnerschaft an, mit der endgültig der Desktop der Unternehmen erobert werden soll.

Geplant ist, KDE um einen Kiosk-Modus zu erweitern, der Zugriffe und Freigaben unter KDE besser regeln soll. Darüber hinaus wollen die KDE-Developer ein neues und einfacheres Tool zur Systemkonfiguration beisteuern, das es Administratoren ermöglicht, Benutzerrechte und Einstellungen auch in großen Umgebungen und für Nicht-KDE-Anwendungen zu setzen und zu überwachen. Abgerundet wird das Paket durch einen integrierten Terminal-Server und -Client für neue und effizientere Kompression unter X, ein verbessertes KDE-Print sowie neue Applikationen wie Kontact und den Kolab-Server [1].

Als weitere wichtige Neuerung kündigen die Entwickler das sogenannte UserLinux-Installer-Frontend an, das sich derzeit jedoch erst in der Planungsphase befindet. Als Basis soll nach Informationen des KDE-Teams der bereits bestehende ArkLinux-Installer [2] dienen. GUI-Tools zur Konfiguration des Systems, die direkt in die Desktop-Umgebung eingebunden werden, sollen zudem eine intuitivere Arbeit und die Nutzung von Debian-Technologie wie dem Konfigurationssystem Debconf ermöglichen.

Das vielleicht wichtigste Ziel der gemeinsamen Arbeit ist jedoch die bessere Einbindung von GTK- und GNOME-Anwendungen in KDE. Dabei wollen sich die Entwickler auf bereits bestehende Lösungen wie Geramik (Abbildung 1) stützen und zusätzlich weitere Lösungen für eine verbesserte Integration von OpenOffice und Mozilla erarbeiten.

Abbildung 1: Auf einem Look & Feel wie Geramik lässt sich GNOME-KDE-Integration aufbauen

Insbesondere die des Office-Pakets kommt bereits gut voran. Was einmal mit Cuckooo begann, einem KPart, der es OpenOffice erlaubt, sich als Betrachter in ein Konqueror-Fenster einzubetten, hat sich mittlerweile zum OpenOffice.org-Qt-Port (Abbildung 2) weiterentwickelt. Seit kurzem ist das OpenOffice.org-KDE-Integrationsprojekt (http://kde.openoffice.org/) ein von der OpenOffice-Gemeinde akzeptiertes, offizielles "Brutkasten"-Projekt von OpenOffice.org.

Abbildung 2: Dank des neuen Qt-Ports schreitet die OpenOffice-Anbindung an KDE weiter voran

Shell-Skripting-Anleitung jetzt auch auf Deutsch

In der vergangenen Ausgabe der Splitter berichteten wir über das neue Tutorial "Shell-Skripting mit KDE-Dialogen". Diese Anleitung von Brad Hards fand Mark Volkert so gut, dass er sich die Mühe gemacht und sie ins Deutsche übersetzt hat.

Wer bei der Lektüre des KDialog-Artikels ab Seite 68 Blut leckt und ein Online-Nachschlagewerk sucht, kann unter http://developer.kde.org/documentation/tutorials/kdialog-german/t1.html nun auch in deutscher Sprache nachlesen, wie einfach und gut KDE in Verbindung mit der Shell funktioniert.

Nach Hause telefonieren

Hätte es damals bereits Mobil-Telefone gegeben, wäre ET sicher früher nach Hause gekommen – vor allem, wenn sie auf Linux basieren. Von dieser Sorte werden es beinahe täglich mehr: Nach Motorolas A760 [3] kündigte jüngst auch Samsung ein neues, Linux-basiertes Smartphone an. Auf dem Model SCH-i519 läuft eine Linux-Distribution von Mizi Research Inc. Die Benutzerschnittstelle ist mit Qt Embedded programmiert, und das angebotene SDK basiert laut Hersteller auf KDevelop.

Hersteller-unabhängige Qt-Dokumentation

Der Erfolg der Qt-Bibliothek, auf der KDE basiert, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Hersteller Trolltech viel und vergleichsweise gute Dokumentation mitliefert. Doch kann man von einem kommerziell vertriebenen Produkt kaum erwarten, dass dabei auch Unzulänglichkeiten und Probleme zur Sprache kommen. Umso wichtiger ist unabhängige Dokumentation, die unter anderem solche Aspekte berücksichtigt.

Seit kurzem gibt es ein Qt-Tutorial, das zumindest vom Titel her diesen Anspruch erhebt: Johan E. Thelins "Die unabhängige Qt-Anleitung" unter http://www.digitalfanatics.org/projects/qt_tutorial. Ziel des englischsprachigen Tutoriums ist es, alle Punkte abzudecken, die man zur Entwicklung hochwertiger Anwendungen braucht. Derzeit besteht es aus neun Kapiteln und handelt von der Einrichtung von Qt, der Nutzung des Qt-Designers sowie davon, wie man eine Anwendung von Hand schreibt.

Abbildung 3: Auch den korrekten Gebrauch des Qt-Designers erklärt Johan Thelins Tutorial

Der Autor selbst hat sich vorgenommen, Qts Signal-und-Slot-Konzept in einem eigenen GUI-Toolkit namens Gt (http://www.digitalfanatics.org/projects/gt/) mit GTK zu verheiraten; der erste Schritt dazu, der "Gt Meta Information Compiler" gmic, steht seit Weihnachten für Interessierte zum Download bereit.

Neue Mailinglisten

Nach dem Riesenerfolg der KDE-Konferenz im böhmischen Nové Hardy im vergangenen Jahr will sich die KDE-Gemeinde auch im Spätsommer 2004 auf einer Entwicklerkonferenz versammeln. Geplanter Tagungsort ist – wie im letzten Heft gemeldet – die Filmakademie in Ludwigsburg. Nähere Informationen für potentielle Helfer und Teilnehmer bietet http://www.linuxwiki.org/KDEkonferenz oder die eigens eingerichtete Mailingliste, die Sie unter https://mail.kde.org/mailman/listinfo/kde-conference abonnieren können.

Dies ist jedoch nicht die einzige neue Mailingliste im KDE-Kosmos. So kündigte die KDE-PIM-Webseite kürzlich eine weitere Liste für Benutzer der KDE-PIM-Programme, kdepim-users, an. Künftig soll hier fleißig über Fragen und Probleme mit Kontact, KAddressbook, KMail, KOrganizer und allen weiteren PIM-Komponenten, die im kdepim-CVS-Modul zu finden sind, diskutiert werden. Die Anmeldung erfolgt über https://mail.kde.org/mailman/listinfo/kdepim-users.

news ++++ ticker ++++ news ++++ ticker ++++ news

+ + + KDE-Basics + + + KDE-Basics + + +

Die Adressbuch-Bibliothek kabc verfügt jetzt über eGroupWare- und phpGroupWare-Ressourcen, und einen neuen Iconsatz speziell für Kinder (Abbildung 4) gibt es seit kurzem auch. Darüber hinaus ist der KImageMapEditor, ein Erstellungshelfer für Image Maps, nun fester Bestandteil des HTML-Editors Quanta.

Abbildung 4: Ein Icon-Satz für Kids

+ + + KolourPaint + + + KolourPaint + + +

Das Malprogramm KolourPaint (http://sourceforge.net/projects/kolourpaint/) enthält nunmehr ein neues Kurvenwerkzeug und ein Tool zum Vergrößern und Verkleinern.

+ + + Konfigurationstools + + + Konfigurationstools + + +

KConfEdit unterstützt das Bearbeiten von KDE-Einstellungen via Netzwerk, und endlich haben auch Kapture, eine KDE-Bedienoberfläche für das Debian-Paketmanagement-System APT, sowie die Debian-Konfigurationsoberfläche KDebConf den Weg ins Entwickler-Repository gefunden.

+ + + Kimdaba + + + Kimdaba + + + Kimdaba + + +

Nach gut einem Jahr Entwicklungszeit veröffentlichte Jesper Pedersen die erste offizielle Version 1.0 der KDE-Bilddatenbank KimDaBa (Abbildung 5) unter http://ktown.kde.org/kimdaba/.

Abbildung 5: Verwalten Sie Ihre Bilder künftig einfach mit KimDaBa!

Glossar

SDK

Bei einem "Software Development Kit" handelt es sich um eine Sammlung von Programmen, die es Entwicklern erleichtern soll, Software für ein bestimmtes Produkt zu erstellen.

Signal-und-Slot

Konzept in der Objekt-orientierten Programmierung. Dabei senden Objekte Signale aus, wenn etwas mit ihnen passiert. Andere Objekte haben Funktionen, Slots genannt, mit denen sie auf solche Signale so reagieren, dass im Programm etwas geschieht. Zum Beispiel sendet ein Menüpunkt in einer Textverarbeitung, sobald er angewählt wird, ein entsprechendes Signal aus. Damit kommt der Slot, der auf dieses Signal lauschen soll, zur Ausführung. Er öffnet beispielsweise einen Dialog oder färbt markierten Text ein oder macht sonst irgendetwas, was der Menüpunkt zu tun vorgibt.

Image Maps

Grafiken, die aus mehreren anklickbaren Teilflächen besteht, welche bei Anwahl zu verschiedenen Seiten eines Online-Angebots führen.

Repository

Zentrale Ablage für sämtliche Ergebnisse eines Software-Entwicklungsprozesses.

Infos

[1] Stefanie Teufel: "K-Splitter", LinuxUser 09/2003, S. 16 f., https://www.linux-user.de/ausgabe/2003/09/016-ksplitter/

[2] Stefan Kurze: "Ark vereinfacht?", LinuxUser 11/2003, S. 56 f.

[3] Carsten Schnober: "Hardware", LinuxUser 12/2003, S. 9

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