Software News

01.01.2004

++++ News Ticker ++++

+++ Open Source Forum eröffnet +++

An Diskussionsforen zu den Themen Open Source und Linux herrscht im Netz kein Mangel, und nahezu jede Interessengruppierung ist mit einem eigenen Forum vertreten. Zu dieser illustren Runde gesellt sich nun das neue deutschsprachige Open-Source-Forum (http://www.opensourceforum.de), dessen Angebot sich speziell an Administratoren und Entwickler aber auch Entscheidungsträger in Unternehmen und Verwaltung richtet, deren Arbeitsschwerpunkt auf dem Einsatz von Open-Source-Produkten liegt. Von der Planung über die Realisierung und den Betrieb soll hier ein Erfahrungsaustausch erfolgen. Praxisberichte aus erster Hand runden das Angebot ab. Support-Anfragen sind hingegen nicht erwünscht; hierfür scheinen den Betreibern andere Quellen geeigneter. Wer nun neugierig wurde, ist eingeladen, in den Foren mitzudiskutieren

+++ Linux Documentation Project wird 10 Jahre alt +++

Das Linux Documentation Project (kurz LDP) ( http://www.tldp.org/) feiert seinen zehnten Geburtstag. Was aus Mangel an guter Dokumentation mit einem einzelnen How-To begann, entwickelte sich über die Jahre zu der Quelle für Linux-Dokumentation schlechthin. Besonders die How-Tos – kurze, präzise Anleitungen – sind heutigen Linux-Benutzern eine große Hilfe. Selbst ganze Bücher zählen inzwischen zum Repertoire und können von jedermann kostenlos heruntergeladen oder verbreitet werden. Alles in allem umfasst das LDP mehr als 470 Dokumente von über 450 Autoren, die teilweise in 14 Sprachen verfügbar sind – eine beachtliche Sammlung, die stetig wächst und ihresgleichen sucht.

+++ DriverLoader doch nicht kostenlos +++

Schon in der letzten Ausgabe berichteten wir über den DriverLoader von Linuxant ( http://www.linuxant.com/driverloader/), der den Einsatz von Windows-Netzwerktreibern für WLAN-Karten unter Linux ermöglichen soll. Damals stellte Linuxant in Aussicht, das Produkt für Endanwender kostenlos bereitzustellen, sollten sich genügend Kooperationspartner unter den WLAN-Herstellern finden. Offensichtlich waren Linuxants Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt. Mit 19,95 Euro für die Lizenz sowie einem einjährigen Update-Service fällt der Preis für die Endkundenlizenz aber sehr moderat aus. Darüber hinaus erlaubt eine 30-tägige Demoversion jederzeit einen ausgiebigen Test.

GNU wget

Download-Manager gibt es unter Linux wie Sand am Meer. Zu den bekanntesten zählt sicherlich wget (http://wget.sunsite.dk/), das als Kommandozeilenprogramm schon Grundlage zahlreicher grafischer Download-Oberflächen war. Im Gegensatz zu den meisten grafischen Derivaten agiert wget nicht interaktiv mit dem Anwender. Der Benutzer kann eine Übertragung starten oder beenden, jedoch nicht pausieren oder die Transferrate ändern. Somit eignet sich das Programm hervorragend für Skripte oder zeitgesteuerte Downloads. Dabei lässt der Funktionsumfang kaum Wünsche offen: Neben Quotas, die die Anzahl der gleichzeitigen Übertragungen beschränken, lässt sich auch das maximale Transfervolumen festlegen. Außerdem unterstützt wget mit SSL verschlüsselte Verbindungen, das rekursive Übertragen sowie das Spiegeln kompletter Verzeichnisse. Auch Proxy-Server oder Verbindungsunterbrechungen stellen kein Problem dar. Selbst die Spiegelung kompletter Web-Server inklusive angepasster Verlinkung ist möglich, um nur einige Funktionen zu nennen. Folglich ist wget ein Programm, das auf keinem System fehlen sollte.

Abbildung 1: Die Parameterliste verdeutlicht den Funktionsumfang von wget

OTS – Text zusammenfassen

Wer viel lesen muss, wünscht sich manchmal, dass jemand den Text zusammenfassen und die relevanten Passagen markiert würde. DerOpen Text Summarizer (OTS, http://libots.sourceforge.net/) versucht, diesen Wunsch zu realisieren, indem er Textdateien durchforstet und die seiner Ansicht nach relevanten Sätze markiert. Wie stark der Inhalt dabei zusammengefasst wird, bestimmt der Benutzer durch eine Prozentangabe. Bei 100 Prozent markiert OTS den gesamten Beitrag, während die Standardeinstellung mit 20 Prozent ca. ein bis zwei Sätze je Kapitel herauspickt. Das Ergebnis schreibt OTS entweder in die Standardausgabe oder in eine HTML-Datei. Verwendet der Benutzer Abiword oder KWord, kann OTS auch direkt aus diesen Programmen aufrufen werden. Allerdings darf man von den Ergebnissen nicht zu viel erwarten: OTS liefert allenfalls einen Überblick, kommt aber nicht an einen handbearbeiteten Text heran.

Abbildung 2: Mit deutschen Umlauten hat OTS noch Probleme

MFEditor: Dateien einfach umbenennen

Den Namen einer einzelnen Datei zu ändern, ist kein Problem. Will man hingegen mehrere Dateien umbenennen, artet das schnell in Arbeit aus. Ein Linux-Guru würde diese Aufgabe mit einem Skript bewältigen, einfacher geht es jedoch mit MFEditor (http://www.beingthompson.com/dev/mfe/). Mit Hilfe dieses Java-Programms lassen sich beliebig viele Dateien oder Verzeichnisse in kürzester Zeit umbenennen. Neben Standardfunktionen wie Kapitalisierung oder Konvertierung in Groß- bzw. Kleinschrift kann MFEditor auch im Handumdrehen Dateierweiterungen ändern und Unterstriche aus Dateinamen entfernen. Darüberhinaus lassen sich beliebige Zeichenfolgen an den Dateinamen hängen oder an einer beliebigen Position im Namen einfügen. Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit, bestimmte Muster im Datei- oder Verzeichnisnamen automatisiert zu ersetzen.

Abbildung 3: MFEditor bietet viele Optionen, um Dateinamen zu verändern

Qalculate rechnet schneller

Warum einen Taschenrechner benutzen, wenn eine leistungsfähigere Maschine zur Verfügung steht? Das dachte sich wohl der Programmierer von Qalculate (http://qalculate.sourceforge.net) und entwickelte ein Tool, das weit über den Funktionsumfang von xcalc und Konsorten hinausgeht. Neben Grundrechenarten und Standardfunktionen wie RPN beherrscht das Programm eine Vielzahl von Funktionen sowie verschiedene Maßeinheiten. Auch extrem große Zahlwerte, die xcalc oder einen Taschenrechner in die Knie zwingen, bewältigt Qalculate problemlos. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Qalculate keine deutsche Sprachunterstützung besitzt und auch kein Handbuch existiert – man muss sich mit den englischen Begriffen für mathematische Sachverhalte schon auskennen. Erfreulicherweise sind viele Begriffe eindeutig.

Für Fragen verweist der Entwickler auf ein (ebenfalls englischsprachiges) Diskussionsforum. Wen das nicht stört und wem die herkömmlichen Rechner nicht reichen, der ist bei Qalcualte genau richtig.

Abbildung 4: Binomische Formeln auszumultiplizieren, ist für Qalculate eine leichte Aufgabe

picfolio erstellt Bildergalerien

Bildergalerien im Internet stehen hoch im Kurs, und viele Anwender wollen die Netzgemeinde an Urlaubsschnappschüssen teilhaben lassen. Soll die Erstellung und Aktualisierung möglichst einfach sein, helfen Programme wie picfolio (http://pmade.org/software/picfolio/), die Bilder schnell und einfach in Szene zu setzen. Das Programm erzeugt statische Gallery-Seiten, die mit Hilfe von XML-Konfigurationsdateien erstellt werden. Startet man picfolio in einem Ordner mit Bildern, legt es neben einem Konfigurationsverzeichnis für jedes Bild eine separate HTML-Navigationsseite sowie eine Hauptindexseite an. Das Standardlayout wirkt etwas trist, allerdings lässt sich dies im besagten Konfigurationsverzeichnis jederzeit ändern. Wer ein eigenes Layout erzeugen möchte, findet Informationen und Anleitungen dazu in der Dokumentation. Man sollte aber nicht außer Acht lasssen, dass ein eigenes Layout etwas aufwändiger und eher eine Aufgabe für verregnete Wochenenden ist. Steht das neue Layout, reicht ein erneuter Aufruf mit der neuen Konfiguration, um die Bilder-Gallery zu aktualisieren.

Abbildung 5: Picfolios Standard-Design wirkt eher trist

Tux Commander: Norton Reloaded

In die Reihe der Norton-Commander-Clones gesellt sich mit Tux Commander (http://tuxcmd.sourceforge.net/) ein weiteres Derivat. Dabei beeindruckt Tux Commander durch einige nützliche Funktionen: Beispielsweise ist er in der Lage, MD5-Prüfsummen von Dateien und Verzeichnissen zu erstellen bzw. diese anhand solcher Prüfsummen zu kontrollieren. Bei der Erstellung einer Prüfsumme für ein Verzeichnis hat der Anwender die Wahl, eine separate Prüfsumme für jede Datei oder eine Gesamtprüfsumme für das ganze Verzeichnis zu berechnen. Wer oft mit Prüfsummen arbeitet, wird diese Funktion zu schätzen wissen.

Als weitere Arbeitserleichtung entfernt Tux Commander auch auf Wunsch das Nur-Lesen-Dateiattribut während eines Kopiervorgangs – allerdings nur, wenn es sich beim Quelllaufwerk um ein CD- oder DVD-Laufwerk handelt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Norton-Clones unterstützt Tux Commander nicht die gängigen Dateiassoziationen wie beispielsweise MIME, Benutzer müssen eigene Zuordnungen anlegen. Beim ersten Klick auf einen unbekannten Dateityp startet automatisch ein Zuordnungsdialog, so dass Tux Commander künftig sofort die richtige Anwendung startet. Während unseres Tests klappte dies jedoch nicht immer.

Der verbleibende Funktionsumfang von Tux Commander deckt sich mit dem anderer Norton-Derivate. Trotzdem ist dieses Programm vor allem für Anwender, die mit Prüfsummen arbeiten, eine interessante Alternative.

Abbildung 6: MD5-Prüfsummen zu kontrollieren ist für Tux Commander kein Problem

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