Drucken vom Desktop

In der Task-Leiste verbirgt sich hinter dem Drucker-Symbol die XFCE-Druckerverwaltung. Bevor Sie Dokumente zu Papier bringen können, gilt es, einen Drucker hinzuzufügen. Dafür ist das Printer Management im Ausklappmenü des Druckers die richtige Anlaufstelle. Über Drucker | Drucker hinzufügen tragen Sie Ihr Gerät ein. Den Systemnamen des Druckers haben Sie bei der Linux-Installation festgelegt, meist ist lp die richtige Wahl. Den Weg dorthin finden Ihre Dateien, indem Sie sie via Drag & Drop vom XFCE-Dateimanager auf das Drucker-Symbol ziehen. Alternativ geben Sie xfprint4 /pfad/zu/datei in ein Schnellstartfenster ein. Im umfangreichen Druckdialog stellen Sie die Papiergröße und die gewünschte Anzahl an Ausdrucken ein.

Sogenannte Applets bringen dem Panel zusätzliche Funktionalität. Über Neues Objekt hinzufügen integrieren Sie einen Überwachungsmonitor für Ihre Mailbox, das unvermeidliche Eyes-Applet, das unablässig dem Mauszeiger nachstarrt oder einen Lautstärkeregler. Letzterer benötigt nur einen Klick der rechten Maustaste, um das System zum Schweigen zu bringen. Hinter dem Boxensymbol links neben der grafischen Anzeige verbirgt sich der Mixer.

Kommandozentrale Dateimanager

Das Herzstück von XFCE ist der Dateimanager xffm, mit dem der Desktop Drag & Drop unterstützt, und der die klassischen Aufgaben eines Dateimanagers wahrnimmt, also Dateien und Verzeichnisse anlegt, verschiebt oder löscht. Sie starten ihn entweder über das Ordner-Icon im Panel oder über Dateimanager (xffm) im Kontextmenü. Im Gegensatz zu anderen Vertretern seiner Art stellt er in einem einzigen Fenster nur den Dateibaum dar. Sobald Sie einen Ordner aufklappen, haben Sie dort Zugriff auf die darin enthaltenen Dateien. Aufgrund dieser Darstellungsweise brauchen Sie für Kopieraktionen mit der Maus ein zweites xffm-Fenster, oder Sie nutzen das Bearbeiten-Menü, das ebenfalls Aktionen wie Verschieben, Kopieren und Einfügen anbietet. Über das Kontextmenü starten Sie zu jeder Datei direkt in xffm das passende Programm. Wählen Sie Öffnen mit, zeigt xffm eine Eingabezeile an, in die Sie das passende Programm eintragen (Abbildung 7). Mit einem Häkchen hinter Auswahl speichern integriert xffm die Anwendung dauerhaft ins Kontextmenü.

Abbildung 7: Der Dateimanager merkt sich einmal benutzte Anwendungen

Viel Zeit sparen Sie mit der Lesezeichenverwaltung. Ziehen Sie eine oft gebrauchte Datei auf den Bookmark-Ordner, können Sie diese in Zukunft schneller öffnen. Netzwerkfähig wird xffm mit dem Samba-Netzwerk. Damit greifen Sie auf freigegebene Windows-Ordner zu, die Sie, ebenso wie lokale Dateien, der Lesezeichen-Liste hinzufügen können. Dabei nutzt xffm im Hintergrund nmblookup und smbclient - es funktioniert also nur, wenn das Paket samba-client installiert ist. Unter Anwendungen zeigt der Datei-Manager die von Ihnen eingerichteten Starter an, im Mülleimer finden Sie die Überreste Ihrer letzten Aufräumaktion. Der "Datei löschen"-Dialog fragt jedesmal nach, ob Sie die Auswahl wirklich ins Datennirvana schicken oder doch lieber erst mal im Mülleimer zwischenlagern wollen.

Wer sich schon die ganze Zeit fragt, wie ein Desktop ohne Icons Partitionen und externe Datenträger darstellt, findet die Antwort ebenfalls im Dateimanager. Der Ordner Dateisysteme stellt alle in der Datei /etc/fstab eingetragenen Mount-Punkte dar. Die neue XFCE-Version weiß damit auch etwas anzufangen: Mit der Auswahl Mounten aus dem Kontextmenü hängen Sie CDs und Disketten ins lokale Dateisystem ein. Allerdings finden sich dort auch Pseudodateisysteme wie /proc, die der Dateimanager beispielsweise nicht aushängen kann.

Wollen Sie einige der "Pseudo-Ordner" nicht anzeigen, blenden Sie sie über den Kontextmenüpunkt Bereich nicht anzeigen aus. Mittels Optionen | Angezeigte Bereiche stellen Sie den Originalzustand wieder her. Nützlich ist die Funktion Werkzeuge | Belegter Speicherplatz, die die Zahl der Dateien eines Ordners und den von ihnen benötigten Plattenplatz ausrechnet. Eine leistungsstarke Suchfunktion, die auch erweiterte reguläre Ausdrücke akzeptiert und ein grafisches Frontend für den Datei-Vergleicher diff, das Sie über Werkzeuge | Unterschiede aufrufen, komplettieren das Rundum-Sorglos-Paket zur Dateiverwaltung.

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