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KDE Update

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Bei Problemen gibt es gleich eine ganze Batterie von Anlaufstellen, die Unterstützung anbieten. Zum einen wäre da die KDE-Homepage, die in der Dokumentationssektion viele Hinweise zur Installation bereithält. Weiterhin gibt es eine Mailing-Liste und ein Forum [8], das sogar ein deutsches Pendant hat [9]. Darüber hinaus bieten auch die einzelnen Distributoren auf ihren Internet-Seiten Hinweise, Lösungen und die Möglichkeit eines Gedankenaustauschs in Foren.

Kasten 1: Bestandteile

Zwingend erforderlich sind folgende Pakete:
arts Sound-Server, der buchstäblich für den guten Ton sorgt
kde-i18n Sprachdateien, dank derer KDE in der entsprechenden Landessprache spricht
kdebase Das lebenswichtige Basispaket mit den Kernanwendungen
kdelibs Basisbibliotheken, die von den KDE-Anwendungen benutzt werden
Optional:
kdeaddons Verschiedene Plugins für einige KDE-Programme
kdeadmin Programme zur Systemadministration
kdeartwork Zusätzliche Desktop-Symbole, Klänge und Grafiken
kdebindings Anschluss an verschiedene Programmiersprachen, wie Java oder Python
kdeedu Verschiedene Lernprogramme
kdevelop Die Programmier- und Entwicklungsumgebung KDevelop
kdegames Verschiedene kleine Spiele
kdegraphics Grafikprogramme
kdemultimedia Alles rund um Multimedia, wie z. B. der CD-Spieler oder der Mixer
kdenetwork Netzwerkprogramme, z. B. KMail
kdepim Alles für das Personal Information Management (PIM)
kdesdk Dieses Paket wird benötigt, wenn man eigene Programme für KDE entwickeln möchte
kdetoys Relativ nutzloses, aber lustiges Spielzeug
kdeutils Weitere Werkzeuge, wie der Taschenrechner und zusätzliche Texteditoren
quanta HTML-Editor

Kasten 2: Aus den Quellen

Das Erstellen eines KDE-Systems aus den Quelltexten ist etwas komplizierter und benötigt wesentlich mehr Zeit (bis zu über 30 Stunden). Möchten Sie dennoch diesen Weg einschlagen, sollten Sie in jedem Fall zunächst die Anleitung unter [6] lesen. Sie enthält die jeweils aktuellen Schritte, die zum Kompilieren notwendig sind.

Zu Beginn müssen Sie sicherstellen, dass alle Abhängigkeiten aufgelöst sind. Unter [7] findet sich eine Liste mit allen zur Kompilierung benötigten Paketen. Beachten Sie, dass einige Distributionen diese Pakete noch einmal aufteilen: So müssen z. B. unter SuSE Linux das Paket zlib und das nicht standardmäßig eingespielte zlib-devel installiert sein.

Weiterhin sollten Sie ausschließlich Quellcode-Pakete ein- und derselben KDE-Version verwenden. Ein Durcheinander könnte ebensolche Konsequenzen in Ihrem System hervorrufen.

Entpacken Sie die heruntergeladenen Archive per

tar jxvf <paketname>.tar.bz2

Wechseln Sie mit cd <paketname> in das Unterverzeichnis des Pakets. Die im Artikel angegebene Paketreihenfolge muss auch hier eingehalten werden.

./configure

konfiguriert das Paket und bereitet es für den Compiler-Lauf vor. Gleichzeitig werden fehlende Dateien oder Pakete ausgemacht. Standardmäßig wird KDE im Verzeichnis /usr/local/kde/ abgelegt. Wenn Sie einen anderen Ordner nutzen möchten, rufen Sie configure mit der --prefix-Option auf. Einige Pakete bieten spezielle Konfigurationsoptionen, die Sie per ./configure --help anzeigen lassen.

Wurden keine Fehler ausgegeben, kann der Compile-Vorgang m

make

angestoßen werden.

make install

spielt das Paket danach in das System ein.

Etwas einfacher geht es mit dem kleinen Werkzeug Konstruct, dass alle Kompilierschritte zusammenfasst [5].

Kasten 3: Umgebungsvariablen

KDE benötigt zum Auffinden seiner Komponenten einige gesetzte Umgebungsvariablen. Beim Einspielen der Pakete braucht man sich normalerweise nicht darum zu kümmern – trotzdem kann es in einigen Situationen recht nützlich sein, diese Informationen zu kennen.

Am wichtigsten ist die Aufnahme des KDE-Programmverzeichnisses bin (wie z. B. /opt/kde3/bin) in die schon vorhandende Variable PATH. Weiterhin muss KDEDIR auf das KDE-Installationsverzeichnis zeigen (im Beispiel /opt/kde3). In einigen seltenen Fällen findet KDE seine Bibliotheken nicht. Dann muss noch der Variablen LD_LIBRARY_PATH das KDE-Bibliotheksverzeichnis lib (im Beispiel /opt/kde3/lib) hinzugefügt werden. Wo und wie diese Variablen definiert werden, variiert unter der Distributionen.

Der Fenstermanager wird über das Skript startkde gestartet – Voraussetzung ist ein bereits laufendes X Window System. Um KDE automatisch nach dem Hochfahren des Systems zu starten, sollten Sie immer dem Konfigurationsprogramm Ihrer Distribution den Vorzug geben. Nur wenn dort die Umstellung auf einen anderen Fenstermanager bzw. einen anderen Desktop nicht möglich ist, öffnen Sie die Datei .xinitrc in Ihrem Home-Verzeichnis und tauschen die dort vorhandenen Anweisungen gegen startkde aus. Kandidaten sind alle Zeilen, die auf den Start eines Fenstermanagers ("Window manager") hinweisen. Gleiches wiederholen Sie für die Datei .xsession. Falls eine der Dateien nicht existiert, legen Sie sie mit einem Text-Editor an und tragen als erste Zeile startkde ein. Einige Systeme, darunter Red Hat Linux, verwenden die Datei .Xclients.

Infos

[1] KDE-Projekt: http://www.kde.org

[2] KDE auf Deutsch: http://www.kde.de

[3] Updates für SuSE Linux: http://www.suse.de/de/private/download/linuks/index.html

[4] Download der aktuellen KDE-Versionen: ftp://ftp.kde.org/pub/kde/stable/

[5] Konstruct: http://developer.kde.org/build/konstruct//index.html

[6] Informationen zum Kompilieren: http://developer.kde.org/build/compile_kde3_1.html

[7] Voraussetzungen für ein Kompilieren: http://www.kde.org/info/requirements/3.1.php

[8] Englischsprachiges KDE-Forum: http://kde-forum.org/

[9] Deutschsprachiges KDE-Forum: http://www.kde-forum.de/

[10] Zwei KDE-Versionen auf einem Rechner: http://developer.kde.org/build/build2ver.html

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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