Maus-Phobie
KDE, Mozilla und Opera mit der Tastatur bedienen
Das Phantom der Opera
Wem die Geschwindigkeit beim Websurfen bereits ein paar Euro für Opera wert war, wird sich erst recht nicht gern von der Maus ausbremsen lassen. Selbstverständlich funktionieren die im Folgenden vorgestellten Tastenkürzel auch in der Werbebanner-finanzierten, kostenlosen Version. [F2] ruft den Dialog zur Eingabe einer URL auf (Abbildung 8); auch hier sorgt die [Enter]-Taste dafür, dass die angegebene Seite alsbald im Browser erscheint.
Einen neuen Reiter öffnet [Strg-N]. [Strg-W] schließt die derzeit aktive Karteikarte, und [Strg-Q] beendet den Browser komplett. Die Suchfunktion, auch hier durch / zu aktivieren, beschränkt sich leider auf die in einer Seite enthaltenen Links. [Enter] öffnet den Link im aktuellen Reiter; [Umschalt-Enter] spendiert ihm einen neuen Reiter, der sich in den Vordergrund schiebt. Soll die neue Karteikarte einstweilen im Hintergrund bleiben, kommt [Umschalt-Strg-Enter] zum Einsatz.
Will man nicht nur in Links, sondern im gesamten Text suchen, geht das über den Suchdialog, den [Strg-F] aktiviert. Dasselbe Kürzel öffnet übrigens auch bei Mozilla einen analogen Dialog.
Anders als Mozilla erlaubt Opera das Festlegen eigener Tastenkürzel. Wie nicht anders zu erwarten geschieht dies im Einstellungsfenster, welches [Alt-P] öffnet. Innerhalb der Auswahlliste auf der linken Seite navigiert man mittels der Pfeiltasten; ausgewählte Unterpunkte aktiviert Opera automatisch. Hinter Maus und Tastatur verstecken sich die ersehnten Tastaturdefinitionen im Feld Tastaturkonfiguration (Abbildung 9).
Auch hier springt die Tabulator-Taste die einzelnen Eingabefelder und Knöpfe nacheinander an. Wer aus Versehen am Bearbeiten...-Knopf für die Tastenkonfiguration vorbeimarschiert, gelangt durch [Umschalt-Tab] je ein Eingabefeld zurück. Ein kurzer Druck auf die Eingabetaste aktiviert das in Abbildung 10 dargestellte Fenster.
Unterpunkte in der Baumansicht blendet auch hier [Pfeil_rechts] ein; [Pfeil_links] klappt solche Unteräste wieder ein. Die Zeile mit dem zu ändernden Kürzel gedrückt und auf Bearbeiten... geklickt, stellt man fest, dass Opera Tastenkürzel leider nicht automatisch aufzeichnet; sie müssen textuell eingegeben werden.
Der Aufwand lohnt sich meist nur, um eine Funktion an deren bereits gelerntes Kürzel in einer anderen Anwendung zu binden. Will man alle Funktionen mit Shortcuts ansteuern, bedeutet das einen gewaltigen Lernaufwand. Denn die Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten füllt gut und gern ein ganzes Heft.
Der Autor
Hagen Höpfner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technische und Betriebliche Informationssysteme der Fakultät für Informatik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Was er dort so alles treibt, beschreibt seine Homepage unter http://wwwiti.cs.uni-magdeburg.de/~hoepfner/. In seiner Freizeit ist er begeisterter Vater und spielt Gitarre in der Rockband "Gute Frage" (http://www.gutefrage.de/).
Glossar
Qt
Dieses "Toolkit" stellt Programmierern die notwendigen Funktionen zum Darstellen von Knöpfen, Scrollbars, Menüs und anderen Elementen der grafischen Benutzeroberfläche zur Verfügung. Neben KDE nutzt unter anderem Opera seine Dienste.
Pfad
Die Umgebungsvariable PATH legt fest, in welchen Unterverzeichnissen die Shell nach ausführbaren Dateien sucht. Ihren Inhalt zeigt der Befehl "echo $PATH" auf der Kommandozeile an; die einzelnen Verzeichnisse trennt dabei ein Doppelpunkt.
Affengriff
Wer die weit auseinanderliegenden Tasten [Strg],[Alt] und [Entf] gleichzeitig drücken will, braucht geradezu affenartig lange Arme. Ursprünglich stammt dieses Tastenkürzel vom IBM System/23, allgemein bekannt wurde es in den guten alten DOS-Zeiten. Dort sorgte es, gerade weil es sich nicht so einfach aus Versehen drücken lässt, für einen Warmstart. Dieser Tradition folgend, rebootet es das System auch in der Textkonsole unter Linux.
Modifier
Eine Taste, die die Wirkung einer anderen Taste modifiziert.



