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Maus-Phobie

KDE, Mozilla und Opera mit der Tastatur bedienen

Eine Taste, ein Programm

Wenn KDE sich per Tastenkombination beenden lässt, sollte es auch möglich sein, Applikationen direkt an Tastenkürzel zu binden, zum Beispiel, um mit [Win-T] das KDE-Programm konsole zu starten, das eine Kommandozeile zur Verfügung stellt. Dafür ist der Menü-Editor kmenuedit, aufgerufen über den Kommandoeingabedialog [Alt-F2], zuständig. Mit [Tab] und [Pfeil-runter] gelangt man an die Stelle, an der sich der Menüpunkt System aus dem K-Menü bearbeiten lässt. [Pfeil_rechts] macht dessen Unterpunkte sichtbar, darunter einen Eintrag namens Konsole (Abbildung 4).

Abbildung 4: Tastenkürzel zum Aufruf einzelner Programme definiert der KDE-Menü-Editor

Mit [Tab] wechselt man auf die stilisierte Taste mit der Beschriftung Keine auf der rechten Fensterseite und drückt die Leertaste, um dem Menüeintrag ein Tastenkürzel zuzuweisen. Daraufhin erscheint das in Abbildung 5 gezeigte Fenster. Jetzt genügt es, die linke Windows-Taste und [T] gemeinsam zu drücken und die Änderung im Menü-Editor mit [Enter] zu bestätigen. Ein einfaches [Win-T] startet von nun an eine "Konsole".

Schon KDE-3.1.3-Anwender unter SuSE 8.1 machen an dieser Stelle allerdings die Erfahrung, dass durchgängige Tastaturbedienung oft ein Traum bleibt: Im Test ließ sich der Anwenden-Knopf aus Abbildung 4 weder mit [Enter] noch mit dem vorgesehenen Akzelerator [Alt-W] aktivieren.

Abbildung 5: Festlegen eines Tastenkürzels im Menü-Editor

Um Tastenkürzel für Anwendungen festzulegen, die das K-Menü bislang nicht führt, markiert man in der linken Fensterhälfte die passende Stelle und fügt über das Datei-Menü ([Alt-D]) einen neuen Eintrag hinzu. Fälschlich geöffnete Menüs (aber auch viele "Abnick-Dialoge") verschwinden übrigens auf Geheiß der [Esc]-Taste.

Zehn Finger für den Drachen

Wer auf diese Weise Mozilla zum Start per Tastenkürzel verhilft, will natürlich auch Funktionen rund ums Internet per Tastatur nutzen. Im Folgenden kommt Mozilla in der Version 1.4 zum Einsatz, verbunden mit der Hoffnung, dass die Entwickler die angesprochenen Funktionen auch in die Nachfolge-Versionen, speziell den neuen Browser Firebird, übernehmen.

Wie bei KDE signalisieren unterstrichene Buchstaben auch in Mozilla-Menüs, welche Tastenkürzel welche Aktionen auslösen. Dementsprechend öffnet [Alt-F] in der englischen Mozilla-Version das File-Menü (Abbildung 6). Einen darin enthaltenen Menüpunkt wählt man entweder mit den Pfeiltasten und anschließendem [Enter] oder durch Eingabe des unterstrichenen Buchstabens (diesmal allein, ohne [Alt]) an.

Viele Aktionen lassen sich ohne den Umweg über das Menü durch explizite Tastenkombinationen, sogenannte Shortcuts, aufrufen. So öffnet [Ctrl-Shift-L] ein Eingabefeld für eine Internet-Adresse. Der [Ctrl]-Taste (Control) auf englischen Tastaturen entspricht auf deutschen Keyboards [Strg] (Steuerung), mit [Shift] ist die Umschalt-Taste gemeint.

Abbildung 6: Menüs informieren oft über Shortcuts

In diesen Dialog tippt man die gewünschte URL (z. B. http://www.linuxuser.de) ein und bestätigt die Eingabe mit der [Enter]-Taste. Innerhalb der so geladenen Web-Seite lässt es sich – und das ist eine Spezialität neuerer Mozilla-Versionen – so suchen, wie man es von Kommandozeilenprogrammen wie less oder vi gewohnt ist: Der Schrägstrich / (auf der deutschen Tastatur mit [Umschalt-7] zu erreichen) schaltet in den Suchmodus, und man tippt einfach den zu suchenden Text ein.

Landet man dabei auf einem Link auf eine andere Web-Seite, ruft man diese mit [Enter] auf. Will man sowieso nur nach Links suchen, muss der Suchmodus nicht extra aktiviert werden; man tippt einfach nur den gewünschten Text ein.

Für das Aktivieren eines Links gelten dieselben Regeln wie beim Anklicken mit der linken Maustaste: [Enter] öffnet die Zieladresse so, wie es die Autoren der Seite wünschen: im aktuellen Frame, im aktuellen Fenster bzw. Karteireiter oder in einem neuen Fenster. [Umschalt-Enter] ruft den Dateiauswahldialog zum Speichern des verlinkten Dokuments auf. [Strg-Enter] bringt die referenzierte Seite in einem neuen Fenster unter.

Alternativ öffnen [Einfg] und [Umschalt-Einfg] eine verlinkte Seite in einem neuen Karteireiter. Ersteres holt diesen gleichzeitig in den Vordergrund; bei der zweiten Variante bleibt die Ursprungsseite aktuell. Will man zwischen den einzelnen Karteireitern wechseln, geht das mit [Strg-Bild_runter] und [Strg-Bild_hoch].

Zurück zur vorherigen Seite kommt man mit [Alt-Pfeil_links], wieder nach vorn in der Liste der angesurften Dokumente geht es mit [Alt-Pfeil_rechts]. Einen einzelnen Reiter bzw. ein einzelnes Fensters schließt [Strg-W], während [Strg-Q] Mozilla komplett beendet und dabei alle offenen Mozilla-Fenster ins Nirvana schickt.

Zum Wechseln zwischen verschiedenen Browser-Fenstern kommt übrigens wieder KDE ins Spiel: Bei gedrückter [Alt]-Taste erlaubt es [Tab], sich zwischen den Fenstern auf dem aktuellen virtuellen Desktop zu entscheiden, während die Tabulatortaste bei gedrücktem [Strg]-Key zwischen den verschiedenen Desktops wechselt.

Eine vollständige Beschreibung von Mozillas Tastatursteuerung ist übrigens im integrierten Hilfesystem ([Alt-H][Enter]) unter Mozilla Keyboard Shortcuts zu finden (Abbildung 7).

Abbildung 7: Mozilla listet die eigenen Tastenkürzel fein säuberlich in Tabellen auf

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