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Maus-Phobie

KDE, Mozilla und Opera mit der Tastatur bedienen

01.01.2004 Wieviel schneller könnte man am Rechner arbeiten, wäre da nicht der ständige Griff zur Maus. Tatsächlich muss niemand zurück in die Kommandozeilenwelt, um diesem Ideal zu frönen: Dialoge und Menüs – richtig programmiert – lassen sich auch vom Keyboard aus bedienen.

Auch wenn es den einen oder die andere unerwartet trifft: Grafische Oberflächen und Tastaturbedienung schließen sich nicht aus, ganz im Gegenteil. Solange die Programmierer nicht geschludert haben, kann man die Maus sogar komplett rechts liegen lassen. Der Beweis: wer einmal professionelle Grafiker und andere Kreative am Mac beobachtet hat, wundert sich oft nur, wofür die Maus alles nicht gebraucht wird.

Das Zauberwort heißt Tastenkürzel. Doch die muss man erst einmal lernen – und wer sagt, dass die Tastenkombinationen vom heimischen Rechner auch auf dem Computer auf Arbeit richtig funktionieren? Ein Problem, das letztlich nur die Programmierer durch konsequente Beachtung projektübergreifender Styleguides über mehrere Software-Generationen hinweg beheben können.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich auch für Linuxer, die Maus beiseite zu legen, um KDE, Mozilla, Opera und andere grafische Programme zu bedienen: Denn mit einem bisschen Übung gehen typische Arbeitschritte anschließend tatsächlich schneller von der Hand.

KDE mauslos

Dass sich KDE besonders gut für Maus-Abstinenzler eignet, hat zwei Gründe: Zum einen unterstützt die zugrunde liegende Qt-Bibliothek Tastatur-freundliche Programmierung schon lange. Zum anderen gibt es bei den Kern-Applikationen einen gewissen Gruppenzwang zur Integration, was sich auch bei den Tastenkürzeln bemerkbar macht. Einmal gelernt, können sie in allen KDE-Anwendungen benutzt werden.

Für den Wermutstropfen sorgen oftmals die Distributoren: Indem sie tiefgreifende Änderungen an den grafischen Oberflächen vornehmen, sorgen sie unter anderem für Inkompatibilitäten bei der Tastaturbelegung. Dieser Artikel basiert auf SuSE 8.2 mit der KDE-Version 3.1.3 und beschreibt die ursprüngliche KDE-Standardbelegung.

Welche Belegung Ihr System kennt, erfahren Sie im KDE-Kontrollzentrum. Um dieses zu starten, holt man sich mit [Alt-F2] das KDE-Befehlseingabefenster auf den Bildschirm (Abbildung 1), tippt den Befehl kcontrol ein und bestätigt die Eingabe mit der [Enter]-Taste. Auf diesem Weg lassen sich übrigens auch grafische Nicht-KDE-Anwendungen aufrufen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Im KDE-Befehlseingabe-Fenster kann man Befehle absetzen, die nichts auf der Kommandozeile ausgeben sollen

Sobald man den Befehl komplett eingetippt hat, ändert sich das ursprünglich angezeigte Icon in das zur jeweiligen Applikation gehörige. Passiert dies nicht, stehen die Chancen gut, dass der Programmname falsch geschrieben wurde, die Software nicht installiert ist oder nicht im Such-Pfad liegt.

Im Kontrollzentrum selbst interessiert nun der Punkt Regional-Einstellungen & Zugangshilfe, und auch der lässt sich mit der Tastatur erreichen: Innerhalb eines Dialogs wechselt die Tabulatortaste jeweils zum nächsten Eingabeelement: So springt man auf der Karteikarte Index zwischen dem Reiter und der Baumansicht umher. Dass letztere aktiviert ist, erkennt man daran, dass den ersten Punkt der Modulliste wie in Abbildung 2 ein Rahmen umgibt. Zu den anderen Reitern Suchen und Hilfe gelangt man – wie auch zu den Menüs – mit [Alt] und dem unterstrichenen Buchstaben.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Tabulatortaste navigiert durch Eingabeelemente

Innerhalb der Modulliste navigiert man jetzt mit den Pfeiltasten. Auf dem Eintrag Regional-Einstellungen & Zugangshilfe angekommen, gibt [Enter] den Blick auf die Unterpunkte frei. Wählt man den Punkt Tastenkürzel und drückt erneut [Enter], öffnet sich das Kontrollzentrumsmodul zum Einstellen der Tastaturkürzel.

Die Tabulatortaste bezieht jetzt auch die Eingabebereiche in der rechten Fensterhälfte ein; die dort untergebrachten Karteikarten Allgemeine Tastenkürzel, Tastenkürzel-Serien und Tastenkürzeln für Einzelprogramme (Abbildung 3) lassen sich dem jeweils unterstrichenen Buchstaben entsprechend mit [Alt-A],[Alt-S] bzw. [Alt-E] erreichen.

Doppelt gemoppelt

Leider passiert es bei der Übersetzung von Menüs und anderen Fensterelementen häufig, dass derartige Tastenkürzel doppelt vergeben werden: So wählt [Alt-A] sowohl das Ansicht-Menü des Kontrollzentrums als auch den Reiter Allgemeine Tastenkürzel an; [Alt-S] aktiviert die Karte Suchen in der linken Reiterleiste als auch Tastenkürzel-Serien in der rechten Fensterhälfte. In derartigen Fällen spricht das Kürzel nacheinander die jeweilig auszuwählenden Eingabeelemente an.

Abbildung 3

Abbildung 3: Vordefinierte Tastenkürzelschemata lassen sich über diese Box auswählen

Sobald die [Tab]-Taste auf die Auswahlbox Aktuelles Schema aus Abbildung 3 trifft, verfärbt sie sich, und die Pfeiltasten wechseln zwischen vordefinierten Tastenkürzelschemata durch. Das hat Auswirkungen auf den Inhalt aller drei Tastenkürzel-Karteikarten! Die verschiedenen Schemata ahmen das Tasten-Verhalten von Windows oder MacOS nach und bieten auch eine klassische Unix-Variante an, bei der der Affengriff KDE beendet.

Wer sich bei der täglichen Arbeit auf KDE-Applikationen beschränkt, kann mit einem der vordefinierten Tastenkürzelsätze nichts falsch machen. Nicht-KDE-Applikationen wie XEmacs, Mozilla, Opera oder der Vi nehmen bei der Definition eigener Tastenkombinationen darauf jedoch nicht unbedingt Rücksicht, weshalb es leicht zu applikationsübergreifenden Konflikten kommt. So beauftragt das Schema KDE-Standard für drei Sondertasten die Tastenkombination [Alt-F5] mit dem Anzeigen der Fensterliste. Opera benutzt dieselbe Kombination aber zum Neuladen des aktuellen Frames.

Wer solche Doppeltbelegungen auf KDE-Seite eliminieren will, greift am besten auf die Faustregel zurück, dass die wenigsten Applikationen die Windows-Taste bei Tastenkombinationen verwenden. Folglich eignet sich diese optimal als Modifier, um Doppeltbelegungen zwischen KDE und Anwendungsprogrammen zu eliminieren.

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