K-splitter

Eine Business-Suite für Linux und reichlich Spamfilter für KMail bereichern zur Jahreswende die KDE-Software-Landschaft. Wer seine Weihnachts- und Neujahrswünsche auf Papier verschickt, freut sich zudem über eine neue Version des LaTeX-Editors Kile.

KDE für Erbsenzähler

Wenn der Prophet nicht zum Berg geht, kommt der Berg zum Propheten – nur wenige Tage, nachdem sich die DATEV, eine Genossenschaft, die Software, Service und Consulting zu Steuern, Wirtschaft und Recht anbietet, öffentlich gegen Linux als Betriebssystem ausgesprochen hat, schlägt nun die Linux-Community mit der Ankündigung der Business-Suite Kumula zurück.

Wie das K im Namen bereits andeutet, zielt diese auf die Integration in die KDE-Oberfläche ab. Die Entwickler verwenden dabei allerdings keine KDE-eigenen Funktionen, sondern beschränken sich auf die Qt-Bibliothek, was eine einfache Portierung der Programme auf Windows und Mac OS erlaubt. Entwickelt wird das Ganze unter Linux mit KDevelop.

Die einzelnen Programme greifen auf eine Datenbank zu. Dabei gilt, dass Kumula-Komponenten alle SQL-Datenbanken, die Qt unterstützt (beispielsweise MySQL, PostgreSQL, Sybase oder Oracle), verwenden dürfen. Als Datenschnittstellen stehen auf Seiten der Business-Software XBRL, die "eXtensible Business Reporting Language", für den Datenaustausch mit anderen Programmen, der "International Accounting Standard" IAT für Finanzbuchhaltungssoftware sowie IFRS, der "International Financial Reporting Standard", für Bilanzierungssoftware zur Verfügung.

Derzeit arbeiten die Kumula-Entwickler an Programmen zur Zeiterfassung, Kunden- und Mitarbeiterverwaltung, Rechnungsschreibung und an einem Währungsrechner. Bald sollen weitere Komponenten zur Finanzbuchhaltung, Bilanzierung/Bilanzanalyse, Depotverwaltung und zum Dokumentenmanagement folgen. Wer mithelfen will – sei es als potentieller Anwender, sei es als Programmierer und Tester: Weitere Informationen zu dem engagierten Projekt finden Sie unter http://kumula.piranho.de/.

Abbildung 1: Bald kann man seine Mandanten auch unter Linux und KDE verwalten

Spamfilter für KMail

Wenn auch Ihre Mailbox von obskuren Offerten oder obzönen Angeboten aus dem In- und Ausland überquillt, dürften Sie zwei Anleitungen zum Einbau von Spamfiltern in KMail interessieren. Unter http://www.pl-berichte.de/t_programme/bogofilter-kmail.html stellt Daniel Kratzert ein Mini-Howto bereit, das Schritt für Schritt erklärt, wie man KMail zur Zusammenarbeit mit dem Spamfilter Bogofilter (http://bogofilter.sourceforge.net/) überredet.

Eine ähnliche Anleitung finden Sie unter http://forums.gentoo.org/viewtopic.php?t=89533 – diesmal für den Gebrauch des Spamfilters Spamassassin und des E-Mail-Virusfilters Clam AntiVirus. Weitere Details zu den beiden Programmen verraten deren Projektseiten unter http://useast.spamassassin.org/ und http://clamav.elektrapro.com/.

Akute Sicherheitslücken in SuSE 8.2

Zu Druckunterlagenschluss immer noch nicht gefixt war ein Sicherheitsleck in den globalen KDE-Konfigurationsdateien, das erstmals auf der Bugtraq-Mailingliste angesprochen wurde. Aufgrund falscher Zugriffsrechte ist bei SuSE 8.2 die Datei kdeglobals für jeden lokalen Benutzer beschreibbar. In der Folge kann ein Angreifer anderen Nutzern des Systems KDE-Konfigurationseinstellungen unterschieben und sogar durch Autostart-Mechanismen Programme mit deren Rechten ausführen lassen.

Nach einem Bericht auf heise.de erklärten die SuSE-Entwickler in einem Security-Advisory, dass sich der Fehler durch eine fehlende Synchronisierung während der Beta-Testphase eingeschlichen habe. Als Workaround empfiehlt der Distributor allen betroffenen Nutzern, die Dateirechte in der Datei /etc/permissions.local manuell wie in Listing 1 zu setzen und diese Einstellungen danach mit dem Befehl

chkstat -set /etc/permissions.local

zu aktivieren.

Listing 1

Änderungen in SuSEs

/etc/permissions.local
/etc/opt/kde3/share/config/kmailrc     root.root 0644
/etc/opt/kde3/share/config/kioslaverc  root.root 0644
/etc/opt/kde3/share/config/kdeglobals  root.root 0644

Mit Python zu perfekten Panel-Applets

C++ völlig überflüssig macht die neue PyKDE-Version 3.8 – zumindest für KDE-Panel-Applets. Denn sie ermöglicht es Entwicklern, ihre Applets für die Werkzeugleiste komplett in Python zu schreiben. Die Developer haben damit die ersten einer ganzen Reihe von Erweiterungen in PyKDE integriert, die künftig dafür sorgen sollen, auch Plugins und ähnliche Anwendungen komplett in dieser Sprache zu erstellen.

Für die Zukunft planen die Macher auch Python-Scripting und -Plugins für KDE-Applikationen wie KOffice oder Kontact. Eine ausführliche Anleitung zu den Applets finden Sie unter http://www.riverbankcomputing.co.uk/pykde/docs/panapp1.html; die Software selbst steht unter http://www.riverbankcomputing.co.uk/pykde/download.php zum Download bereit.

Besser schreiben mit Kile

Den LaTeX-Quelltext-Editor Kile gibt es ab sofort in der Version 1.6. Verbesserungen zeigen sich vor allem am Projekt-Management. So spürt Kile nun zum Beispiel selbständig das Master-Dokument auf.

Ebenfalls aufpoliert haben die Entwickler das Highlighting; und beim Auszeichnen von Text-Bereichen als speziell zu formatierende Umgebungen muss man dank automatischer Vervollständigung der Syntax weniger tippen.

Unter http://prdownloads.sourceforge.net/kile/kile-1.6.tar.gz erhalten Sie den Tarball der neuen Version.

Abbildung 2: Schöner teXen mit Kile

Kconfig XT

KDE 3.2 wird neben vielen anderen Features auch über ein stark verbessertes Konfigurations-Framework namens KConfig XT verfügen. Das Tutorial von Zack Rusin gibt unter http://developer.kde.org/documentation/tutorials/kconfigxt/kconfigxt.html allen interessierten Nutzern eine Einführung in das neue Konzept.

Boson

Unter http://boson.sourceforge.net/movies.php stellten die Entwickler des Echtzeitstrategie-Spiels Boson jüngst zwei Filme zum Download bereit, die die Entwicklung des Spiels aufzeigen. Außerdem findet sich unter http://boson.sourceforge.net/ die neue Version 0.9.1 des Programms, die einige ernste Bugs des Vorgängers, zum Beispiel den Crash bei Verwendung von NVidia-Treibern, bereinigt.

Abbildung 3: Starten Sie ein neues Spiel in Boson!

Rekall

Rekall, ein MS-Access-ähnliches Tool zum Erstellen von Datenbankapplikationen von theKompany.com, unterliegt jetzt der GPL. Unter http://www.rekallrevealed.org/ hat die Firma zudem ein passendes Community-Portal eingerichtet.

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