Objekte bearbeiten

Jedes Objekt kann nach Auswahl und Klick auf eine der Farben in der Werkzeugleiste individuell eingefärbt werden. Den "Glanzgrad" und die Transparenz der Oberfläche legen Sie bequem über einen Dialog fest, den Sie über den Punkt Edit Material im Kontextmenü der Farbauswahl in der Werkzeugleiste erreichen (Abbildung 5); das Menü öffnet sich wie gewohnt auf einen Klick mit der rechten Maustaste.

Abbildung 5: Oberflächen bearbeiten

Farbwerte und Effekte wie Glanz und Spiegelung oder Transparenz stellen Sie hier über Schieberegler ein. Alle Veränderungen erscheinen sofort in den Zeichnungsansichten und in der 3D-Ansicht. Natürlich lassen sich die Objekte auch mit Texturen in einer Riesenauswahl von Formaten versehen.

Hintergrundbilder – pro Zeichenansicht eines – erleichtern die Konstruktion. Um ein Objekt nachzuzeichnen, legen Sie sich einfach einen Scan als Hintergrundbild in ein Konstruktionsfenster und zeichnen das Bild mit den Zeichenwerkzeugen nach.

Objekte bearbeiten Sie in einem von vier Modi, die die Werkzeugleiste bereitstellt: Group bewegt eine Gruppe von Objekten, Object ein einzelnes Element der Zeichnung, mit Surface nehmen Sie Manipulationen an der Oberfläche vor, und Vertex schließlich erlaubt das Bearbeiten einzelner Punkte des Objekts, wodurch Sie die Elemente beliebig verformen. Ein Raster hilft bei der exakten Positionierung der einzelnen Teile.

Im Menü Object finden Sie eine Funktion, mit deren Hilfe Sie bogenförmige Objekte in beliebigem Radius und Querschnitt produzieren: Revolve. Sie zeichnen dazu ein zweidimensionales Objekt, beispielsweise einen Kreis, wählen Object / Revolve und geben im erscheinenden Dialog den Winkel und die Anzahl der Segmente ein.

Auch die Spiegel-Funktion, die Sie unter Object / Mirror finden, eignet sich zum Manipulieren und gleichzeitigen Duplizieren von Objekten. Egal, um welche der drei Achsen Sie spiegeln, erzeugt AC3D gleichzeitig eine Kopie des gespiegelten Objekts. Wer die nicht braucht, muss sie allerdings händisch löschen.

Mehrere Zeichungen fügen Sie zusammen, indem Sie über File / Merge ein bereits gespeichertes AC3D-Modell ins aktuelle Modell laden. So wird das Arbeiten mit immer wieder benötigten Teilen zum Kinderspiel.

Hinter dem Menüpunkt Tools / Create Text verbirgt sich ein mächtiges Textwerkzeug. Sie wählen eine Schriftart, geben Ihren Text ein und bestimmen, ob die Schrift gefüllt (Solid) oder umrahmt (Outline), als 3D-Objekt (Extruded) oder an der Oberseite abgeschrägt (Bevelled) dargestellt werden soll. Text lässt sich wie jedes andere Objekt verschieben, einfärben und verformen, so dass die interessantesten Schrifteffekte machbar sind.

Der Replicator, zu erreichen über Tools / Replicator, erlaubt das Vervielfältigen und Drehen von Objekten in einem Schritt. Sie geben im Dialog die Anzahl der gewünschten Kopien, die Schrittweite, den Rotationswinkel und -ursprung ein, und das Programm erzeugt die neuen Objekte an der eingegebenen Position.

Genügt das programmeigene 3D-Vorschaubild nicht mehr zur Qualitätskontrolle, lässt sich in den Programmeinstellungen ein Renderer, zum Beispiel Povray, festlegen, der dann hochaufgelöste Vorschaubilder auf Knopfdruck erzeugt. Hinter dem entsprechenden Menüpunkt, Edit / Settings, finden sich zahlreiche weitere Einstellmöglichkeiten. Neben dem bevorzugten Renderer stellen Sie dort unter anderem die Rasterweite, die Farben für Raster und Hintergrund und den Browser ein, der die Hilfeseiten anzeigt.

Hilfe bei Problemen

Wer es lieber auf Papier hat, findet unter [4] ein 71-seitiges, englischsprachiges Handbuch im PDF-Format, das die Arbeit mit dem Programm erläutert und Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen gibt. Über den Menüpunkt Help / Online Manual gelangen Sie auf die Homepage von AC3D, wo Sie weitere Informationen finden.

AC3D lädt in jedem Fall zum Spielen ein und besticht vor allem durch die Vielzahl der unterstützten Im- und Exportformate. Trotz der kurzen Einarbeitungszeit ist es sehr mächtig, läuft stabil und auch auf Rechnern unterhalb der GHz-Marke noch sehr flüssig.

Glossar

Renderer

Berechnet das fotorealistische Bild aus der Szenenbeschreibung, die der Modellierer erstellt.

Plugins

Ein "extern angedocktes" Programmstück, das eine Software um eine oder mehrere Funktionen erweitert.

Primitiven

Geometrische Grundformen zum Zeichnen von zwei- oder dreidimensionalen Objekten. Dazu zählen zum Beispiel Linien und Kreise, bei 3D-Programmen Quadern und Kugeln.

Infos

[1] http://www.ac3d.org/

[2] http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/1998/02/Ac3d/ac3d.html

[3] http://www.ac3d.org/pages/gallery/

[4] http://inivis.swmirror.com/ac3dman4.pdf

[5] AC3D-Sonderangebot für LinuxUser-Leser/innen (gültig bis 31. 01. 2004): http://ac3d.org/linuxuserde/

[6] Christian Perle: "Strahlenförmig", Linux-Magazin 04/1998, S. 19 ff., http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/1998/04/Povray/povray.html

[7] Frank Wieduwilt: "Gut gerendert", LinuxUser 09/2002, S. 24 ff.

[8] Sibylle Nägle: "Ein Kleid für die Kommandozeile", Linux-Magazin 04/2000, S. 120 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/06/TclTk1/tcl1.html

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