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deskTOPia: twin
Twin auf Reisen
Immer dann, wenn man doch einmal die grafische Oberfläche gestartet hat oder kurz etwas auf einer anderen Konsole oder an einem anderen Rechner macht, braucht man sicher eine gerade unter Twin laufende Anwendung, beispielsweise das Mail-Programm. Auch dafür ist vorgesorgt: Twin stellt Ihnen Ihre Arbeitsumgebung überall zur Verfügung, sogar, wenn Sie sich zwischenzeitlich ausloggen.
Das Zauberwort heißt detach: Twin koppelt sich von der Konsole ab, auf der Sie ihn gestartet haben und läuft im Hintergrund weiter. Starten Sie zunächst den Socket-Server und wählen Sie dann File / Detach. Ohne Socket-Server verschwindet Twin in den Hintergrund, ohne dass Sie ihn kontaktieren können.
Nun loggen Sie sich aus, starten die grafische Oberfläche oder ein anderes Programm und sobald Sie die Twin-Sitzung brauchen, holen Sie sie mit twattach oder twdisplay wieder auf den Bildschirm. twattach verbraucht weniger Ressourcen, hat aber den Nachteil, dass nur der Ausgabemodus zur Verfügung steht, in dem sich Ihr laufender Twin befindet. Der Versuch, eine auf der Konsole gestartete Twin-Sitzung mit twattach auf die grafische Obefläche zu holen, beschert Ihnen nur Zeichensalat (Abbildung 4).
Da twattach bei unseren Tests auch im selben Ausgabemodus gelegentlich zu Fehlern führte, ist twdisplay die bessere Wahl, wenn Ihr Rechner nicht allzu leistungsschwach ist. Der Befehl, um Ihre Twin-Sitzung unter X anzudocken, lautet:
twdisplay --twin@:0 --hw=X
Mit --twin@:0 geben Sie das Twin-Display an; die erste gestartete Twin-Sitzung heißt immer :0twfindtwin die richtige Nummer aus.
Ohne Angabe eines Rechnernamens geht twdisplay davon aus, dass die Sitzung auf dem lokalen Rechner läuft. Wollen Sie eine Sitzung übernehmen, die auf einem anderen Rechner im Netzwerk gestartet wurde, sieht der Befehl mit der Beispiel-IP-Adresse 192.168.0.1 so aus:
twdisplay --twin@192.168.0.1:0 --hw=X
Hinter --hw= legen Sie fest, welchen Ausgabemodus Twin benutzen soll. Arbeiten Sie auf der Konsole, ist tty der richtige Wert, unter X wählen Sie X oder gfx; letzteres beschert Ihnen eine hübsche Dekoration für die Twin-Fenster (Abbildung 5).
Haben Sie mit einer langsamen Netzwerkverbindung zu kämpfen, etwa wenn Sie eine Twin-Verbindung über das Internet aufbauen, hilft die zlib-Kompression. Hinter dem Parameter --hw=X übergeben Sie durch ein Komma getrennt weitere Verbindungsoptionen. Mit
twdisplay --twin@192.168.0.1:0 --hw=X,gz
komprimiert der Window-Manager die zu übertragenden Daten und nutzt dadurch langsame Netzwerkverbindungen optimal aus. Die zusätzliche Leistung, die Sie für die Komprimierung brauchen, ist selbst Rechnern älterer Bauart zuzumuten.
Werkzeugkasten
Zusätzliche Features soll künftig das twutils-Paket von der Heft-CD oder der Twin-Homepage bieten. Momentan enthält es jedoch nur einen wissenschaftlichen Taschenrechner. Nach dem Entpacken wechseln Sie in das Verzeichnis twutils-0.2 und übersetzen die Software mit den Befehlen ./configure und make. make install als root stellt Ihnen twkalc unter Twin zur Verfügung (Abbildung 7).



