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01.12.2003

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+++ DOSBox +++ DOSBox +++

Wer alte DOS-Spiele mag, hat mit dem DOS-Emulator DOSBox (http://dosbox.sourceforge.net/) jetzt die Chance, sie wieder zu spielen. Das auf den SDL-Bibliotheken basierende Programm emuliert einen i386 im Protected sowie im Real Mode samt zugehöriger Hardware wie CD-ROM oder Netzwerkkarte, wodurch auch Spielen im Netz möglich ist. Die Grafik ist VESA-VBE 2.0-konform und bietet nostalgische 256 Farben. Sogar eine Soundblaster-2.0-Karte simuliert das System, so dass die Spiele nicht zum Stummfilm verkommen. Im Augenblick unterstützt DOSBox über 846 Spiele. Ein Blick in die Support-Datenbank auf der Website verrät, ob der eigene Favorit bereits dabei ist.

+++ Linuxant-Treiber +++ Linuxant-Treiber +++

Für exotische Netzwerkkarten und die neueste WLAN-Generation fehlen oft Linux-Treiber. Die Firma Linuxant (http://www.linuxant.com) machte sich deshalb die NDIS-Konformität der vorhandenen Windows-Treiber zunutze und entwickelte eine Anpassungsschicht namens DriverLoader, mit der ein nativer Windows-Treiber unter Linux eingesetzt werden kann. Im Augenblick steht nur eine kostenlose 30-tägige Testversion zur Verfügung. Ob DriverLoader für Endbenutzer auch zukünftig kostenlos erhältlich sein wird, ist unklar.

+++ Kaspersky Antivirus +++ Kaspersky Antivirus +++

Der Antiviren-Hersteller Kaspersky Labs (http://www.kaspersky.com) hat einen Teil der Linux-Entwickler des ehemaligen Konkurrenten RAV übernommen. Letzterer wurde im Sommer von Microsoft aufgekauft, die Linux-Produktpalette wurde eingestellt. Kaspersky bietet allen RAV-Anwendern eine Migration an. So erhalten RAV-Benutzer bei Umstieg auf eine gleichwertige Kaspersky-Antiviren-Lizenz 50 % Preisnachlass. Ist die RAV-Lizenz noch nicht abgelaufen, kann der Kunde die Kaspersky-Lizenz für den verbleibenden Zeitraum kostenlos nutzen. Näheres erfahren Sie auf der Kaspersky-Website.

+++ Microsofts Virtual PC +++ Microsofts Virtual PC +++

Nach der Übernahme durch Microsoft ist nun die erste Beta des PC-Emulators Virtual PC 2004 erschienen. Im Gegensatz zu früheren Versionen gibt es keine explizite Unterstützung für Unix-Gastbetriebssysteme mehr, was besonderes Macintosh-Anwender treffen dürfte. Auch der Support für Netware und Solaris entfällt in der neuen Version. PC-Besitzern bleibt immer noch VMware als Alternative. Linux und BSD lassen sich vermutlich weiterhin als Gastsystem installieren, mit Support darf der Nutzer jedoch nicht rechnen.

+++ Opera 7.2.1 +++ Opera 7.2.1 +++

Opera (http://www.opera.com) wartet mit der neuen Browser-Version 7.2.1 auf. Dank der einheitlichen Code-Basis erscheint die neue Version gleichzeitig für sechs verschiedene Plattformen. Eine bemerkenswerte Neuerung ist die Undo-Funktion, die das Schließen eines Fensters rückgängig macht. Geblieben ist auch die Banner-Werbung, durch die sich die freien Versionen finanzieren: Hier können zukünftig auch reine Text-Banner eingeblendet werden. Wer werbefrei surfen will, muss den Browser kaufen – der aktuelle Preis beträgt 29 Euro.

Mit multitail alle Log-Dateien im Blick

Läuft eine Applikation nicht wie gewünscht, hilft oft ein Blick in die Log-Dateien des Systems. Wenn die benötigten Informationen in verschiedenen Logs stehen, wird deren Überwachung besonders beim Remote-Zugriff auf den Rechner schwierig. Multitail (http://www.vanheusden.com/multitail/) schafft hier Abhilfe: In Anlehnung an den bekannten Befehl tail zeigt multitail die letzten zehn Zeilen einer Datei an. Anders als das Original teilt es dabei den Sichtbereich der Konsole geschickt auf, so dass mehrere Dateien in einem Terminal angezeigt werden. Damit Sie dabei nicht die Übersicht verlieren, können Sie bestimmte Log-Einträge über reguläre Textmuster farblich hervorheben. Bei Bedarf lassen sich einzelne Dateien aus- und später wieder einblenden. Multitail beschränkt sich aber keineswegs auf die Anzeigen von Dateien: Auch die Ausgaben von Befehlen kann das Programm darstellen. Bei Bedarf wiederholt multitail diesen Befehl in einem vorher festgelegten Zeitintervall.

Abbildung 1: Multitail zeigt mehrere Log-Dateien in einem Konsolenfenster

httping testet die Übertragungsgeschwindigkeit von Web-Seiten

Die Übertragungsgeschwindigkeit von Web-Servern ist eine wichtige Größe. Httping (http://www.vanheusden.com/Linux) ermittelt die Reaktionszeit des Web-Servers, indem es eine Anfrage schickt und die Zeit bis zum Empfang der Antwort misst. Im Gegensatz zum Befehl ping erfolgt die Anfrage nicht via ICMP, sondern über das TCP-Protokoll direkt an die entsprechende Server-Software. Genau wie ping kann http://httping entweder fortlaufend Anfragen senden oder nach einer bestimmten Anzahl von Anfragen seinen Dienst beenden. Auch ein so genannter Flood-connect, ein Überfluten des Web-Servers mit Anfragen, ohne auf die Antwort zu warten, ist möglich: Das ist eine rudimentäre Art, einen Stresstest durchzuführen. Zu guter Letzt kann der Benutzer http://httping auch einfach zur Prüfung der generellen Verfügbarkeit einsetzen. In Zeiten zunehmender Hacker-Aktivitäten und Port-Scans sperren viele Administratoren ICMP-Ping-Anfragen in der Firewall. Auf den ersten Blick scheint es dann, als wäre der Rechner nicht online – mit http://httping lässt sich diese Hürde umgehen.

Abbildung 2: Die Reaktionszeit der Redaktionsseite ist normal

MP3-Prüfung mit mpck

Defekte Musikstücke in der heimischen Sammlung sind ein Ärgernis. Allerdings ist die manuelle Qualitätskontrolle ab einer bestimmten Anzahl von Musikdateien nicht mehr zu bewältigen. Für mpck (http://mpck.linuxonly.nl) ist dies jedoch kein Problem: Dieses kleine Programm prüft MP3-Dateien in kürzester Zeit auf Beschädigungen. Laut Authr benötigt mpck auf aktueller Hardware weniger als eine Sekunde pro Datei. Zusätzliche Kommandoparameter ermöglichen rekursives Prüfen in Verzeichnisstrukturen sowie die Beschränkung des Suchbereiches auf bestimmte Dateiendungen oder vorgegebene Bereiche einer MP3-Datei. Das Ergebnis der Prüfung schreibt mpck in die Standardausgabe. So lässt sich schnell die Spreu vom Weizen trennen.

Abbildung 3: mpck prüft alle MP3-Dateien auf Schäden

Neue Browser-Version: Mozilla 1.5

Mit zweiwöchiger Verspätung erschien Mozilla 1.5 (http://www.mozilla.org). Verbessert wurden in dieser Version unter anderem der Composer, der nun sowohl absolut positionierte Objekte als auch Z-Index-Management unterstützt. Bei letzterem Feature geht es um die Positionierung von Elementen in verschiedenen Ebenen (Vordergrund, Hintergrund, …). Außerdem wurde die Skalierung von Bildern, Tabellen und Objekten verbessert. Ein weiteres Highlight ist die integrierte Rechtschreibprüfung für den Composer und die Mail-/News-Komponente. Auch das Tab-Browsing wurde entscheidend verbessert. Anders als sonst üblich, steht auch sofort eine deutsche Lokalisierung zur Verfügung (siehe Heft-CD). Laut Mozilla-Projekt soll dies die letzte große Version sein, bevor das Projekt in mehrere Kernkomponenten aufgebrochen wird: Schließlich gibt es vom Browser-Nachfolger Firebird (http://www.mozilla.org/products/firebird/) zeitgleich ebenfalls eine neue Version. Im Gegensatz zur letzten Firebird-Version wurden verschiedene Menüpunkte überarbeitet, ein neuer Passwort-Manager eingefügt und eine Whitelist für Cookies integriert. Außerdem wurden zahlreiche Fehler behoben. Ein Test des neuen Firebird lohnt sich, ist er doch durch seinen modularen Aufbau wesentlich schlanker und performanter als Mozilla.

Abbildung 4: Mozilla 1.5 prüft die Rechtschreibung Ihrer E-Mails

Revolution OS

Bücher, die sich mit dem Phänomen Linux und Open Source Software beschäftigen, gibt es schon länger. Von den meisten unbemerkt, wurde jetzt die erste Dokumentation zu diesem Thema verfilmt. Revolution OS (http://www.revolution-os.com/) zeichnet die Entwicklungsgeschichte von Open Source Software im Allgemeinen und Linux im Besonderen durch Interviews mit den Größen der Szene nach. Neben Eric Raymond, Richard Stallmann oder Linus Torvalds kommt aber auch die Gegenseite in Form zitierter Dokumente von Microsoft zu Wort. Die kommerziellen Aspekte im Open-Source-Bereich zeigt der Regisseur am Beispiel des einstmals boomenden Silicon Valley und der dort ansässigen Firmen wie Netscape, Apache und Red Hat. In Deutschland ist die DVD bei ixsoft für ca. 30 Euro, allerdings nur in der englischen Originalfassung, erhältlich. Eine Übersetzung oder deutsche Untertitel sind nicht geplant.

Abbildung 5: Auch Linus Torvalds taucht in der Linux-Dokumentation "Revolution OS" auf

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