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Allesbrenner

Sechs DVD-Brenner im Vergleich

Allesbrenner und Kostverächter

Ob sich das von den Herstellern propagierte Plus-Format oder eben das vom DVD-Forum abgesegnete Minus-Format durchsetzt, ist noch nicht entschieden. Der Test beschränkte sich daher auf Multi-Brenner, die sowohl die Plus- als auch die Minus-Formate beherrschen – so ist man als Anwender stets auf der sicheren Seite. Getestet wurden insgesamt sechs ATAPI-Laufwerke, SCSI-Brenner finden heute faktisch nur noch in professionellen Studios Verwendung.

Die DVD-Rohlinge wurden bewusst aus dem No-Name- und Billig-Segment gewählt, der Medienpreis blieb bei unter 2 Euro. Markenware geht sehr schnell ins Geld, sie kostet meist das Drei- bis Fünffache der Billigware – entsprechend verbreitet sind die No-Name-Scheiben von Prodisk, Princo und Xcitek.

Das Ergebnis ist sehr zwiespältig: Nicht jeder Brenner vertrug alle ihm vorgesetzten Medien, im Falle des BTC DRW-1004 funktionierten selbst DVD-R-Rohlinge von TDK und Teac nicht. Nur der LG GSA-4040B und das Iomega Super DVD Drive schluckten alles ohne Murren.

Doch nicht nur die Medien und Laufwerke führten zu Unverträglichkeiten, teilweise kam das Brennprogramm dvdrecord schlicht und einfach nicht mit den Rohlingen klar – die Prodisk DVD-R brannte dvdrecord nicht in einem einzigen Laufwerk. In der Übersichtstabelle ist vermerkt, welches Laufwerk mit welchen Rohlingen und Brennprogrammen zusammen arbeitete.

Die Platzierungen

Der Testsieger kommt von von LG, das Laufwerk GSA-4040B ist mit 150 Euro (Retail-Version) respektive 140 Euro (Bulk) ein Viertel billiger als Iomegas Super DVD Drive. Beide Laufwerke bereiteten im Test nicht die geringsten Probleme und arbeiteten mit allen Brennprogrammen und allen Medien einwandfrei zusammen.

Als Besonderheit können nur die beiden Laufwerke von LG und Iomega auch DVD-RAMs beschreiben. Die Datenträger (Abbildung 2, unten) sind mit acht bis zwölf Euro sehr teuer, lassen sich aber bis zu 100.000 mal wiederbeschreiben – hundert mal so oft wie DVD-RW oder DVD+RW theoretisch verkraften. Damit sind sie eine interessante Alternative für Streamer-Bänder oder Magneto-Optical Disks (MODs), wenn es um den häufigen Transport von großen Datenmengen geht. Mit den Zugriffsgeschwindigkeiten einer Firewire- oder USB-2.0-Festplatte können die DVD-RAM allerdings nicht mithalten.

Platz 3 belegt der relativ verbreitete NEC-Brenner DV-1300A; er ist ebenso teuer wie der Testsieger, brennt jedoch keine DVD-RAM. Probleme gab es auch mit der Prodisk DVD-R unter dvdrecord und growisofs, mit cdrecord-ProDVD brannte das Laufwerk den Prodisk-Rohling genau wie alle anderen Medien problem- und anstandslos.

Der Teac-Brenner DV-W50DK schaffte es nur auf Platz 4: Einmal ist das Laufwerk nur geringfügig billiger als Iomegas Super DVD Drive, beherrscht jedoch keine DVD-RAM-Medien.

Dicht dahinter auf dem vorletzten Platz folgt das Plextor PX-708A für stattliche 280 Euro – es ist das einzige Laufwerk im Testfeld, das DVD+R bereits mit achtfacher Geschwindigkeit brennen kann, das macht den Preisunterschied aus. DVD-RAM ließen sich auch im Plextor-Laufwerk nicht schreiben.

Eine Auffälligkeit gab es im Zusammenhang mit einem defekten DVD+RW-Rohling: Nachdem growisofs den Brennprozess wegen Medienfehler abgebrochen hatte, musste die Schublade des Laufwerks von Hand geöffnet und wieder geschlossen werden – erst dann akzeptierte der Brenner das Medium erneut. Wenn versucht wurde, das Medium ohne vorheriges Öffnen der Lade zu mounten, kam es in einem Fall zu einem Komplettabsturz des Rechners, in anderen Fällen blieben das System und der Mount-Befehl fast eine halbe Stunde hängen.

Das Schlusslicht ist der BTC DRW-1004. Er kostet wie der Testsieger 150 Euro, hat jedoch mit den DVD-R-Medien von Prodisk, Princo, TDK und Teac bei allen Brennprogrammen erhebliche Probleme. Entweder ließen sich die Medien erst gar nicht beschreiben, oder sie funktionierten später nicht im DVD-Player. Auch die DVD+RW-Medien von Xcitek stellten das Laufwerk vor unlösbare Aufgaben, insgesamt scheint der BTC-Brenner sehr wählerisch bei den Medien zu sein. Hier raten wir unumwunden, besser das LG GSA-4040B zu kaufen.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


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LinuxUser 06/2012

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