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Karamba auf dem Desktop

KDE-Hintergrund mit SuperKaramba aufwerten

01.12.2003 Der Desktop-Hintergrund – lediglich eine Fläche zum Anzeigen hübscher Bildchen? Von wegen! Mit SuperKaramba gestalten Sie das KDE-Root-Fenster zum Multifunktionswerkzeug um.

Handelte es sich beim Desktop-Hintergrund nicht um die größte Fläche des Bildschirms, müsste man kein Wort verlieren über die unnötige Platzverschwendung, die da vor sich geht: eine Riesenfläche ohne Funktionalität! Doch zum Glück gibt es Tools wie superkaramba [12], die diesen Missstand beenden helfen.

Dieses kleine Programm für den K-Desktop basiert auf einer Applikation namens karamba [11], mit deren Hilfe zum Beispiel Systeminformationen auf dem Desktop-Hintergrund erscheinen und sich Media-Player wie XMMS [8] oder noatun [6] fernsteuern lassen. Analog zu Applikationen wie konsole verwendet Karamba den bekannten Pseudotransparenzeffekt. Anders als der Vorgänger lässt sich SuperKaramba durch Skripte in der Programmiersprache Python [13] steuern.

Direkt auf dem Desktop agierend, verdecken SuperKaramba-Gimmicks keine Fenster – wer seinen Bildschirm mit Applikationen vollstopft, muss diese erst zur Seite räumen, um an die Nettigkeiten auf dem Hintergrund zu kommen.

Neugierig?

Die aktuelle Version des Tools samt Binärpaketen für SuSE, Mandrake, Red Hat, Debian und Slackware finden Sie unter [1]; Gentoo-User kommen mit dem emerge-Befehl zum Ziel.

Wer die aktuellste Version 0.33 einspielen will, musste den Quellcode zu Redaktionsschluss allerdings mit dem Dreiklang ./configure && make && make install selbst kompilieren. Doch da dies installierte Qt- und KDE-Header-Dateien sowie ein mit Thread-Unterstützung kompiliertes Qt-3.x-Binary voraussetzt, greift man besser zu den vorgefertigten Binärpaketen. Auch aus diesem Grund basiert der Artikel auf Version 0.32b.

Der Befehl superkaramba & im KDE-Kommandozeilenfenster konsole ruft ein funktionell eher unscheinbares Hauptmenü (Abbildung 1) auf. Dessen Punkt Download... suggeriert, Gimmicks für den K-Desktop-Hintergrund ließen sich per Mausklick beziehen. Leider enthielt die dabei von Konqueror geöffnete Web-Seite zu Redaktionsschluss noch keine Themes.

Die findet man dafür unter [2]. Wir empfehlen, von dort heruntergeladene Theme-Archive im versteckten (ggf. mit mkdir ~/.superkaramba zu erzeugenden) Verzeichnis ~/.superkaramba mit dem passenden der beiden folgenden Befehle auszupacken:

tar -C ~/.superkaramba/ -xvjf archivname.tar.bz2
tar -C ~/.superkaramba/ -xvzf archivnamegz

Über den Open...-Link des Hauptmenüs lädt man anschließend die Definitionsdatei aus dem entpackten Theme-Ordner. Sie trägt die Dateinamensendung .theme.

Abbildung 1: Fällt durch Schwärze auf – das SuperKaramba-Hauptmenü

Abbildung 2 zeigt das Theme "glassmachine" von [2], das neben einer Uhr, dem KDE-Menü, diversen Applikations- und Systemicons auch eine Kontrollleiste für XMMS enthält.

Abbildung 2: Die Glas-Maschine ist nichts anderes als eine zusätzliche Werkzeugleiste auf dem Desktop-Hintergrund

Nüchternere Naturen blenden mit dem "Liquid Weather Plus"-Theme (Abbildung 3) aktuelle Wetterinformationen in den Hintergrund ein. Im Kontextmenü, erreichbar über einen Rechtsklick auf die Anzeige, gelangt man zum Menüpunkt Configure Theme / Find location on weather.comMagdeburg, Germany) einträgt. Ein Klick auf Reload Theme, und ein Blick auf den Desktop verrät, welche Witterungsverhältnisse draußen herrschen.

Abbildung 3: Wetterbericht direkt vom Desktop

Der Weg zum eigenen Theme

Wer eigene Themes bauen möchte, erhält wertvolle Hinweise aus den Quellen bereits fertiger Themes. Jedes kommt mit einem eigenen Oberverzeichnis, in dem unter anderem die Steuerungsdatei mit der Endung .theme liegt. Was darin stehen darf, schlüsseln [3,4,5] detailliert auf.

"Glassmachine" besteht denn auch nur aus dieser Datei und einigen Icons. "Liquid Weather Plus" hingegen benutzt noch eine weitere Programmdatei: Da dieses Theme die Wetterdaten aus dem Internet besorgen muss, reicht die .theme-Datei nicht alleine aus. Ein Python-Skript sorgt für entsprechende Funktionalität. Doch Programmierkenntnisse müssen für den Anfang gar nicht sein: SuperKaramba bietet auch so eine Vielzahl an Möglichkeiten, Systeminformationen und ähnliches darzustellen.

Der Inhalt der .theme-Datei selbst lässt sich in zwei Kategorien unterteilen: Zum einen wären da die Kommandos, die das generelle Aussehen festlegen. Zum anderen liest SuperKaramba Parameter zum Darstellen von Sensorinformationen aus.

Abbildung 4: Uhrzeit, Datum und CPU-Last

Ein erstes eigenes Theme (Listing 1; unter dem Namen meintheme.theme auch auf der Heft-CD zu finden) soll eine einfache Digitaluhr, das aktuelle Datum und die CPU-Last anzeigen (Abbildung 4). Die Vorlage für die Uhr liefert das Glassmachine-Theme (Abbildung 2).

Zuerst brauchen wir ein Hauptfenster – und bekommen es mit dem Stichwort KARAMBA. Dabei legen X und Y fest, wieviele Punkte vom linken oberen Bildschirmrand entfernt sich dessen linke obere Ecke befinden soll. W gibt die Breite und H die Fensterhöhe an. Nur wenn LOCKED=FALSE als Parameter dasteht, kann der User das Hauptfenster auf dem Desktop verschieben oder skalieren. Die letzte Option INTERVAL legt fest, alle wieviel Millisekunden das Fenster aktualisiert werden soll. Da unsere Uhr über eine Sekundenangabe verfügt, sind 1000 Millisekunden ein gutes Update-Intervall. Im Übrigen spielt Groß- und Kleinschreibung in .theme-Dateien keine Rolle.

Die zweite Zeile des Beispiels legt mit dem Stichwort DEFAULTFONT die Schrift fest, die das Theme normalerweise benutzt. Welche der möglichen Parameter man hier vorgibt, liegt im eigenen Ermessen. Wir haben uns in Listing 1 für eine serifenlose Schrift (FONT="Sans") in weißer Farbe (COLOR) mit einem zwei Pixel breiten Schattenwurf (SHADOW=2) entschieden. Diese vordefinierten Schriftparameter lassen sich später überschreiben.

Beim Festlegen der Schriftfarbe greift SuperKaramba auf die RGB-Skala zurück: Der erste Wert steht für den Rot-, der zweite für den Grün- und der dritte für den Blauanteil der gewünschten Farbe. Setzt man alle drei auf den maximalen Wert 255, kommt weiß heraus, COLOR=0,0,0 definiert am anderen Ende der Skala schwarz.

Anschließend unterteilen wir unsere Anzeigen in Gruppen (englisch: "groups"): Eine erste zeigt die Uhrzeit und das Datum, die zweite die CPU-Last an. Der Parameter format legt hierbei das Schema fest, nach dem das Datum bzw. die Uhrzeit angezeigt wird. Im Beispiel bedeutet "ddd dd.MM.yyyy", dass der Wochentag als Abkürzung (z. B. Don für Donnerstag) und das Datum im deutschen Format Tag.Monat.Jahr erscheint. Wird der Wochentag mit dddd übergeben, erscheint dessen voller Name. Die Sprache für die Darstellung des Wochentags ermittelt SuperKaramba automatisch aus der Umgebungsvariablen LANG.

Listing 1

Der Code zu

KARAMBA  x=0 y=0 w=140 h=65 locked=false interval=1000
DEFAULTFONT font="Sans" shadow=2 color=255,255,255
<GROUP> x=10 y=10
        TEXT x=12 y=0 sensor=time fontsize=22 format="hh:mm:ss" interval=500
        TEXT x=12 y=25 sensor=time fontsize=10 format="ddd dd.MM.yyyy"
        CLICKAREA x=0 y=0 w=120 h=35 onclick="kdesu kcmshell clock"
</GROUP>
<GROUP> x=10 y=50
        TEXT x=12 y=0 value="CPU"
        TEXT x=42 y=0 sensor=cpu
</GROUP>

In der letzten Zeile der Uhren-Gruppe definiert CLICKAREA einen interaktiven Bereich, dessen linken oberen Punkt die Parameter X und Y relativ zum Hauptfenster bzw. zur übergeordneten Gruppe festlegen. W und H bestimmen auch hier Breite und Höhe, während der Parameter ONCLICK="..." in Hochkommata die Kommandozeile angibt, welche auf Mausklick in diesen Bereich startet. Im Modus LOCKED=FALSE genügt dazu ein einfacher Linksklick; da wir hier aber LOCKED=TRUE benutzen (siehe Zeile 1), ist ein Doppelklick notwendig, um in unserem Fall das KDE-Modul zum Konfigurieren von Datum, Zeit und Zeitzone aufzurufen.

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