Der Maler

Unsere bisherigen Experimente verliefen in braven, schwarz-weißen Bahnen. Der ASCII-Art-Editor cadubi [3] bringt Farbe ins Spiel.

Wer sich jemals damit abgequält hat, mit Escape-Sequenzen [4] einen farbigen Prompt zu erzeugen, wird überrascht sein, wie einfach es ihm cadubi macht. Im Gegensatz zu seinen Editor-Brüdern stellt er seine Ausgabe nämlich WYSIWYG dar. Sie wählen die Farben aus – cadubi bastelt im Hintergrund die Escape-Sequenzen dazu, die der Shell signalisieren, Text farbig anzuzeigen.

Das Helferlein verfügt über zwei Betriebsarten: einen Texteingabe-Modus, den Sie mit der Taste [t] erreichen, und einen Grundmodus, in den Sie die Taste [Esc] führt.

In der unteren Bildschirmleiste sehen Sie den aktuellen Modus und die Farbauswahl in der Sektion Pen: (Abbildung 2).

Im Texteingabe-Modus verhält sich des Programm wie jeder andere Text-Editor: Der Druck auf eine Taste schreibt ein Zeichen. Im Grundmodus hingegen setzen Sie über die Tastatur Vorder- und Hintergrundfarben, öffnen und speichern Dateien oder lesen die Online-Hilfe.

Nachdem Sie mit [Esc] in den Grundmodus gewechselt sind, bewegen Sie über die Pfeiltasten den Cursor. Sollten die Pfeiltasten bei Ihnen nicht greifen, nehmen Sie statt dessen die Tasten [i],[j],[k] oder [l] für oben, rechts, unten und links.

Wichtige Befehle sind an die Steuerungstaste gekoppelt. Mit der Tastenkombination [Strg-h] erreichen Sie die Hilfe-Seite, und [Strg-w] zeichnet den Bildschrirm neu. Zum Laden einer Datei drücken Sie [Strg-r]. Möchten Sie sie speichern, nehmen Sie [Strg-o]. [Strg-x] beendet und schließt das Programm.

Die Farbauswahl treffen Sie mit den Tasten [f] (Foreground) und [b] (Background) für den Vorder- und Hintergrund. In der Statuszeile fragt Sie cadubi nun nach der gewünschten Farbe, die Sie mit den Kürzeln aus Tabelle 1 eingeben.

Tabelle 1: Cadubis Farbpalette

0 bzw. N Default
1 bzw. W Weiss
2 bzw. R Rot
3 bzw. G Grün
4 bzw. Y Gelb
5 bzw. B Blau
6 bzw. M Magenta
7 bzw. C Cyan
8 bzw. K Schwarz

Neben den Farben existieren zusätzliche Punkte wie Fettschrift [g], inverse Ausgabe [v] oder Blinktext [W]. Mit [p] ändern Sie den Pen Character, der im Grundmodus so etwas wie ein Pinsel ist. Die Leertaste fügt diesen in der ausgewählten Farbkombination ein – ideal zum Ausmalen größerer Flächen.

Das fertige Werk prüfen Sie anschließend mit dem Kommando cat, bevor Sie es beispielsweise als handgemalte Begrüßungsnachricht /etc/motd den anderen Benutzern präsentieren.

Glossar

ASCII

Der "American Standard Code for Information Interchange" stellt die Zeichen des englischen Alphabets für Computer-Programme bereit. Mehr dazu verrät die Handbuchseite man ascii.

/etc/motd

Die "Message of the Day" (Mitteilung des Tages) wird allen Benutzern beim Login angezeigt.

/etc/issue

Diese Datei erscheint vor dem Login-Prompt auf der Konsole und enthält üblicherweise Angaben zur Distribution und Kernel-Version.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Zeichen setzen
    Mit dem freien ASCII-Editor JavE erstellen Sie Diagramme, verschönern Mails, schreiben Schaltpläne, erstellen Trickfilme oder zeichnen ganz einfach zum Vergnügen ASCII-Art.
  • Shell-Tipps
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Know-how für die Kommandozeile
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Präsentationen auf der Kommandozeile
    Wenn's für fast jede Anwendung eine Möglichkeit gibt, alternativ auf grafische oder textbasierter Software zurück zu greifen – warum sollte das bei Vorträgen und Präsentationen anders sein?
  • Perlentaucher
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2014: ANONYM & SICHER

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...