Eine Flatrate zum günstigen Festpreis, ohne Einschränkungen, was Online-Zeit und Übertragungsvolumen betrifft – das hört sich für Sie nach einem schönen Traum an? In diesem Fall behält das Programm pppstatus von Gabriel Montenegro all die Daten im Auge, auf die achten sollte, wer sich per Modem- und DSL-Verbindung zu zeit- oder volumenabhängigen Tarifen im Internet herum treibt. In der Version 0.4.2 durchaus ausgereift, zeigt die Software nicht einfach nur die aktuelle Statistik an, sondern berechnet auch bereits angefallene Internet-Kosten.
Die gerade übertragenen Bytes visualisiert eine Blöckchengrafik wie in Abbildung 1. Mehr Grafikkomfort ist in einem Konsolenfenster kaum zu machen, wenn man auf den Ressourcenverbrauch achtet.
Erst installieren, …
Wer Debian einsetzt, ist fein raus, denn dafür gibt es ein Binärpaket im deb-Format. Führt root den Befehl apt-get install pppstatus aus, holt dieser das Paket aus dem Netz und installiert es. Nutzer anderer Distributionen besorgen sich die Programmquellen von http://pppstatus.sourceforge.net/ und kompilieren mit den üblichen Handgriffen selbst:
tar xzf PPPStatus-v0.4.2.tar.gz cd PPPStatus-v0.4.2 make
Das gelingt natürlich nur, wenn ein C-Compiler, das make-Tool – und die Ncurses-Library samt Entwickler-Paket (bei SuSE ncurses-devel) vorinstalliert sind. Auf das Fehlen des letzteren weist eine Meldung wie
pppstatus.c:34:20: curses.h: Datei oder Verzeichnis nicht gefunden
direkt nach dem make-Aufruf hin. Meldet make sich am Ende mit der Zeile Compiled.., waren alle Voraussetzungen erfüllt, so dass man sich mit su root-Rechte verleiht und die Software mit make install im System verankert.
… dann konfigurieren
Anschließend finden Debianer im Verzeichnis /etc/pppstatus die nötigen Konfigurationsdateien vor. Die zentrale Stellung nimmt dabei pppstatus.cfg ein. Darin kommt niemand um Anpassungen bei den Angaben zum verwendeten Netzwerk-Interface und zum maximal möglichen Netzwerkdurchsatz, sprich zur Geschwindigkeit der Internet-Verbindung, herum. Für Selbstkompilierer legt pppstatus diese Datei übrigens beim ersten Start unter /var/log/pppstatus.cfg an.
Tabelle 1: Einstellungen in pppstatus.cfg
| Variable | mögliche Werte | Bedeutung |
|---|---|---|
interface
|
ppp0, ppp1, ppp2, …
|
Netzwerkschnittstelle des Modems |
speed
|
14.4, 28.8, 33.6, 56, 64, 115.2, 128, 256, 768, 1540
|
Datendurchsatz auf dem Weg zum Internet-Provider in kBits/s |
video
|
vga, mono
|
Darstellungsqualität |
bytes_info
|
bytes, kbytes, mbytes
|
Einheit des angezeigten Transfervolumens |
user_email
|
Loginname | Schaut in /var/spool/mail/Loginname nach Mails, zählt sie und zeigt das Ergebnis an
|
costs_file
|
Pfad und Dateiname, z. B. /etc/pppstatus/costs
|
Dateiname der Kostentabelle |
Des Weiteren gibt es hier die Möglichkeit, die Schriftfarben der Benutzerschnittstelle persönlichen Vorlieben anzupassen (Listing 1 zeigt ein Beispiel). Erlaubt sind schwarz (black), weiß (white), rot (red), grün (green), gelb (yellow), blau (blue) und das besonders im Stammland der Telekom wichtige magenta. Das vorangestellte Stichwort light hellt eine Farbe etwas auf.
Listing 1
Farbdefinitionen in
/etc/pppstatus/pppstatus.cfgingoing = light green # eingehende Daten outgoing = yellow # ausgehende Daten intersection = green # Überschneidung, eingehend und ausgehend background = black # Hintergrund data = cyan # Schriftfarbe fuer die Angaben zu den Daten border = white # Randfarbe labels = white # Farbe der Beschriftung version = light white # Farbe der Programmversionsanzeige power_led_on = light green # Zustandsanzeige bei Internet-Verbindung power_led_off = red # Zustandsanzeige ohne Internet-Verbindung
Trägt die Konfiguration den Gegebenheiten des jeweiligen Computers Rechnung, startet der Befehl pppstatus auf einer Konsole oder in einem xterm eine zunächst noch leere Übersichtsanzeige. Besteht zu diesem Zeitpunkt eine Internet-Verbindung, füllt sich diese Leere nach wenigen Sekunden mit der Blöckchengrafik des Netzwerkdurchsatzes.



