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Kostenfalle – nein danke!

out of the box: pppstatus

01.11.2003 Auch in Zeiten des "Internet by Call" und "gedeckelter" Flatrates mit begrenzter Online-Zeit oder festem Download-Volumen behält man besser die Verbindungsdaten im Blick und vermeidet so Überraschungen beim Öffnen der Rechnung.

Eine Flatrate zum günstigen Festpreis, ohne Einschränkungen, was Online-Zeit und Übertragungsvolumen betrifft – das hört sich für Sie nach einem schönen Traum an? In diesem Fall behält das Programm pppstatus von Gabriel Montenegro all die Daten im Auge, auf die achten sollte, wer sich per Modem- und DSL-Verbindung zu zeit- oder volumenabhängigen Tarifen im Internet herum treibt. In der Version 0.4.2 durchaus ausgereift, zeigt die Software nicht einfach nur die aktuelle Statistik an, sondern berechnet auch bereits angefallene Internet-Kosten.

Die gerade übertragenen Bytes visualisiert eine Blöckchengrafik wie in Abbildung 1. Mehr Grafikkomfort ist in einem Konsolenfenster kaum zu machen, wenn man auf den Ressourcenverbrauch achtet.

Erst installieren, …

Wer Debian einsetzt, ist fein raus, denn dafür gibt es ein Binärpaket im deb-Format. Führt root den Befehl apt-get install pppstatus aus, holt dieser das Paket aus dem Netz und installiert es. Nutzer anderer Distributionen besorgen sich die Programmquellen von http://pppstatus.sourceforge.net/ und kompilieren mit den üblichen Handgriffen selbst:

tar xzf PPPStatus-v0.4.2.tar.gz
cd PPPStatus-v0.4.2
make

Das gelingt natürlich nur, wenn ein C-Compiler, das make-Tool – und die Ncurses-Library samt Entwickler-Paket (bei SuSE ncurses-devel) vorinstalliert sind. Auf das Fehlen des letzteren weist eine Meldung wie

pppstatus.c:34:20: curses.h: Datei oder Verzeichnis nicht gefunden

direkt nach dem make-Aufruf hin. Meldet make sich am Ende mit der Zeile Compiled.., waren alle Voraussetzungen erfüllt, so dass man sich mit su root-Rechte verleiht und die Software mit make install im System verankert.

Abbildung 1: Daten im Gänsemarsch

… dann konfigurieren

Anschließend finden Debianer im Verzeichnis /etc/pppstatus die nötigen Konfigurationsdateien vor. Die zentrale Stellung nimmt dabei pppstatus.cfg ein. Darin kommt niemand um Anpassungen bei den Angaben zum verwendeten Netzwerk-Interface und zum maximal möglichen Netzwerkdurchsatz, sprich zur Geschwindigkeit der Internet-Verbindung, herum. Für Selbstkompilierer legt pppstatus diese Datei übrigens beim ersten Start unter /var/log/pppstatus.cfg an.

Tabelle 1: Einstellungen in pppstatus.cfg

Variable

mögliche Werte

Bedeutung

interface ppp0, ppp1, ppp2, … Netzwerkschnittstelle des Modems
speed 14.4, 28.8, 33.6, 56, 64, 115.2, 128, 256, 768, 1540 Datendurchsatz auf dem Weg zum Internet-Provider in kBits/s
video vga, mono Darstellungsqualität
bytes_info bytes, kbytes, mbytes Einheit des angezeigten Transfervolumens
user_email Loginname Schaut in /var/spool/mail/Loginname nach Mails, zählt sie und zeigt das Ergebnis an
costs_file Pfad und Dateiname, z. B. /etc/pppstatus/costs Dateiname der Kostentabelle

Des Weiteren gibt es hier die Möglichkeit, die Schriftfarben der Benutzerschnittstelle persönlichen Vorlieben anzupassen (Listing 1 zeigt ein Beispiel). Erlaubt sind schwarz (black), weiß (white), rot (red), grün (green), gelb (yellow), blau (blue) und das besonders im Stammland der Telekom wichtige magenta. Das vorangestellte Stichwort light hellt eine Farbe etwas auf.

Listing 1

Farbdefinitionen in

/etc/pppstatus/pppstatus.cfg
ingoing = light green       # eingehende Daten
outgoing = yellow           # ausgehende Daten
intersection = green        # Überschneidung, eingehend und ausgehend
background = black          # Hintergrund
data = cyan                 # Schriftfarbe fuer die Angaben zu den Daten
border = white              # Randfarbe
labels = white              # Farbe der Beschriftung
version = light white       # Farbe der Programmversionsanzeige
power_led_on = light green  # Zustandsanzeige bei Internet-Verbindung
power_led_off = red         # Zustandsanzeige ohne Internet-Verbindung

Trägt die Konfiguration den Gegebenheiten des jeweiligen Computers Rechnung, startet der Befehl pppstatus auf einer Konsole oder in einem xterm eine zunächst noch leere Übersichtsanzeige. Besteht zu diesem Zeitpunkt eine Internet-Verbindung, füllt sich diese Leere nach wenigen Sekunden mit der Blöckchengrafik des Netzwerkdurchsatzes.

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